Öffentlich laden mit System: Ladekarten für Firmenflotten im Vergleich

Wir haben Angebote für Unternehmen in Deutschland und Österreich verglichen und zeigen, bei welchen Anbietern Flotten zu den günstigsten Konditionen laden.
Elektrofahrzeuge sind in Unternehmensflotten zunehmend verbreitet. Damit rückt eine Frage in den Vordergrund, die Fuhrparkverantwortliche früher kaum kannten: Zu welchem Preis laden die Fahrzeuge außerhalb des eigenen Geländes? Ladekarten für Unternehmen bündeln den Zugang zu öffentlichen Ladepunkten, regeln die Abrechnung und bestimmen maßgeblich, was das externe Laden die Flotte monatlich kostet.
Die Angebote unterscheiden sich erheblich, nicht nur im Kilowattstundenpreis, sondern auch in der Netzabdeckung, den Fixkosten und der Transparenz der Preisstruktur. Bei großen Flotten mit hohem Ladevolumen verschiebt sich die Gewichtung: Der kWh-Preis dominiert, Fixkosten fallen kaum ins Gewicht. Dieser Test liefert eine rechnerisch nachvollziehbare Grundlage für die Entscheidung, welche Tarife für große Flotten mit 100 Fahrzeugen in Deutschland beziehungsweise Österreich besonders wirtschaftlich sind.
So haben wir getestet
Grundlage der Bewertung ist ein einheitliches Szenario für eine große Flotte: Wir haben dafür 100 Fahrzeuge mit je 40.000 Kilometern Jahresfahrleistung und einem Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer angenommen. Davon entfallen laut Annahme 40 Prozent auf externe Ladevorgänge im öffentlichen Netz. Daraus ergibt sich eine monatliche Flottenlademenge von 26.667 kWh. Die Ladevorgänge verteilen sich zu 30 Prozent auf AC- und zu 70 Prozent auf DC-Laden. HPC-Laden wurde in dieser Auswertung nicht berücksichtigt.
Die Kosten wurden je Anbieter auf Basis der veröffentlichten Tarife berechnet. Für Deutschland wurden die Preise im jeweils eigenen Ladenetz des Anbieters herangezogen; Roaming-Preise flossen dort nicht in die Kostenberechnung ein. Für Österreich wurde hingegen ein gewichteter Mischpreis aus Eigen- und Roaming-Tarifen ermittelt. Grundgebühren und einmalige Aktivierungsgebühren wurden in den Jahresgesamtkosten berücksichtigt.
Bewertungskriterien und Gewichtung
Die Bewertung setzt sich aus drei Kriterien zusammen. Mit 70 Prozent fließen die Gesamtkosten am stärksten in die Gesamtnote ein: Gewertet werden die monatlich laufenden Kosten ohne einmalige Gebühren auf Basis der Testannahmen. Die Kategorie „Preistransparenz“ geht mit 20 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Hierbei wird geprüft, wie klar und vollständig Preisangaben auf der Webseite des Anbieters ausgewiesen sind: AC- und DC-Preise, Roaming-Preise, Blockiergebühren, die Auffindbarkeit der AGB sowie das Fehlen von „ab“-Preisen. Die Größe des nutzbaren Ladenetzes fließt mit 10 Prozent in die Bewertung ein und basiert auf der Anzahl erreichbarer Ladepunkte europaweit. In Österreich wurde die Zahl der österreichweit nutzbaren Ladepunkte inklusive Roaming bewertet.
Transparenz und Vergleichbarkeit
Nicht alle angefragten Anbieter aus Deutschland konnten in den Vergleich aufgenommen werden. Shell wurde nicht berücksichtigt, da die Pressestelle trotz mehrfacher Nachfrage keine Preisauskunft erteilte und die Preise auf der Webseite nicht ersichtlich sind. Ionity hat auf Anfrage die aktuellen Tarife mitgeteilt, einer Veröffentlichung jedoch nicht zugestimmt, weshalb auch Ionity nicht in diesem Vergleich enthalten ist.
Auch für kleine Flotten gerechnet
Ergänzend haben wir dasselbe Szenario für kleine Flotten in Deutschland und Österreich durchgerechnet – mit denselben Anbietern. Das Beispielszenario umfasst zehn Fahrzeuge mit einer Jahresfahrleistung von 20.000 Kilometern und einem Verbrauch von 17 kWh pro 100 Kilometer. Davon entfallen laut Annahme 25 Prozent auf externe Ladevorgänge im öffentlichen Netz, was einer Flottenlademenge von 708 kWh pro Monat entspricht. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie online:
Ladekarten kleine Flotten | DE:
Ladekarten kleine Flotten | AT:
Mischpreis für Österreich
Um die Kosten für österreichische Flotten möglichst realistisch abzubilden, haben wir mit den Presseabteilungen der teilnehmenden Anbieter Kontakt aufgenommen und sowohl die Zahl der selbst betriebenen als auch die der nutzbaren Roaming-Ladepunkte erfragt. Auf Basis dieser Daten wurde je Anbieter aus dem Eigen- und dem Roaming-Preis ein Mischpreis errechnet. Die Gewichtung erfolgte entsprechend den jeweiligen Anteilen der Ladepunkte. Mit diesem Mischpreis wurden die Kosten des Beispielszenarios errechnet.





