• Christoph Lumetzberger

Auto fürs Volk: unser Ersteindruck des Volkswagen ID.Life

Volkswagen unternimmt seit Jahren sehr viel, um das so stark im Verbrennersegment manifestierte Unternehmen in die elektrifizierte Zukunft zu transformieren. Bereits der ID.3 und der ID.4 erwiesen sich als große Erfolge, wenngleich gerade am unteren Ende der Fahrzeugflotte noch ein Elektro-Polo oder -Up für die breite Masse fehlt, wenn 2022 mit dem ID.5 sogar die Mittelklasse Zuwachs bekommt.


Plangemäß soll der VW ID. LIFE im Jahre 2025 in Serie gehen.

Vertraute Optik

Den Lückenschließer stellte das Wolfsburger Unternehmen auf der IAA 2021 vor. Der Kompaktwagen hört aktuell auf den Namen VW ID. LIFE, dürfte allerdings in absehbarer Zeit, spätestens beim geplanten Marktstart im Jahre 2025 als ID.2 auf Kundenfang gehen. Auf dem Messegelände in München zeigte sich der ID. LIFE als der große Star für die versammelte Medienmeute - trotz seiner fast 20 Zentimeter kürzeren Gesamtlänge im Vergleich mit dem ID.3. Eine Ähnlichkeit zum Honda-e kann der Wagen von außen nicht abstreiten, vor allem die Kulleraugen-Scheinwerfer wirken sehr vertraut.


Dieses Gefühl wechselt jedoch, sobald das Cockpit in Augenschein genommen wird. Das stellt sich nämlich nicht als vertraut, sondern vielmehr als futuristisch, neu und modern dar. Um nicht die Attribute ungewohnt oder minimalistisch bemühen zu müssen. War die Steuerzentrale des ID.3 noch ein gelungener Hybride aus der aktuellen Verbrenner-Generation mit einem Hauch Zukunft, so stellen sich Armaturenbrett und Cockpit im ID. LIFE ganz anders dar. Vom klassischen Lenkrad bleibt im Konzeptfahrzeug nicht mehr viel übrig. Es erinnert entfernt an das Steuerrad in einem Flugzeugcockpit, da die runde Form der Designabteilung zum Opfer gefallen ist. Außerdem ist ein gänzliches Umgreifen des Rades nicht mehr möglich, was doch Zweifel hegen lässt, ob die Variante so auf deutschen Straßen fahren wird dürfen. Futuristisch sieht es natürlich aus, gerade weil die einzigen, touchsensitiven Bedienflächen auf dem Lenkrad selbst angebracht wurden. Große Bildschirme sucht man ebenfalls vergeblich, die einzige Anzeige von Informationen erfolgt über das Head-up-Display im Fahrersichtfeld auf der Windschutzscheibe oder wahlweise auch auf dem Smartphone.


Zukunftsfähig? - Das Lenkrad, welches den Namen eigentlich gar nicht verdient, sieht schick und modern aus - aber wird so etwas in Deutschland zugelassen?

Offene Fragen

Auch wenn man bei Dingen wie den Antriebskomponenten oder dem Akku in Konzeptstudien noch vorsichtig sein sollte, verfügt diese aktuell über eine üppige 57 kWh-Batterie, die Reichweiten rund um 400 Kilometer ermöglicht. 174 kW Leistung (234 PS) im Konzept sprechen ebenfalls dafür, dass der ID.2 später einmal in einer doch merklich abgespeckteren Basiskonfiguration an den Start gehen wird, um der eigentlichen Bedeutung eines Volkswagens - nämlich für die breite Masse interessant zu sein - gerecht zu werden.


Autokino anders gedacht

Automobilhersteller toben sich bei der Entwicklung diverser Fahrzeugkonzepte gerne aus. Im Falle des ID. LIFE ist es die Möglichkeit, das Wageninnere in kürzester Zeit in ein Minikino zu verwandeln. Eine Leinwand schießt auf Wunsch aus dem Armaturenbrett, die Sitze im Fonds werden zu Kinosesseln und die Plätze in der ersten Reihe klappen zur gemütlichen Beinauflage um. Per Beamer lassen sich so aktuelle Blockbuster genießen, während das Fahrzeug Zeit bei der Betankung an der Ladesäule verbringt.