Citroën Racing: Wie Formel-E-Technik in Serienautos fließt
- Armin Grasmuck

- 24. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Top Speed und mehr: Nur wer das Rennen lesen kann und es entsprechend nachhaltig gestaltet, fährt in der Formel E auf das Siegerpodest. Das neu formierte Citroën Racing Team hat seine Lektionen gelernt.

Coup auf der Rennstrecke: Das neu formierte Citroën Racing Team dreht bei den zwei Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft in Berlin an den richtigen Schrauben – und fährt direkt auf das Podest. Nick Cassidy wird im ersten Rennen Zweiter, Teamkollege und Ex-Weltmeister Jean‑Éric Vergne fährt im zweiten auf Rang acht. Die Siege gehen an Nico Müller, der im Porsche seinen ersten Triumph in der Elektro-WM überhaupt feiert, und den Jaguar-Piloten Mitch Evans.
Das Werksteam von Citroën, das in dieser Saison erstmals in der Formel E antritt, bestätigt damit seinen Aufwärtstrend. Berlin, das schien bereits vor dem Start der Rennen klar, ist der ideale Ort für souverän eingefahrene WM-Punkte. Denn der kurze, in vielen Passagen enge Rundkurs auf dem grobkörnigen Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof, der mitunter chaotische Rennsequenzen birgt, liegt den routinierten Fahrern der französischen Boliden. Cassidy ist der bis dato jüngste Sieger auf dieser Strecke, er triumphierte in den Jahren 2023, 2024 und 2025. Der zweifache Weltmeister Vergne hält den Rekord an Pole-Positions und Podiumsplätzen in Berlin.
„Ich bin sehr glücklich über das Podium, es war eine meiner besten Leistungen“, sagt Cassidy: „Trotz der Enttäuschung im zweiten Rennen zeigt unsere Pace in die richtige Richtung.“ Kurios: Tag zwei startet er nach starkem Auftritt in der Qualifikation von Platz drei ins Rennen. Nach einer Kollision bereits in der achten Runde hat Cassidy lange zu kämpfen, bevor er infolge der Schäden kurz vor dem Ende des Rennens ausscheidet.

Transfer in die Serienmodelle
Citroën nutzt das Engagement in der Formel E, um seine Expertise im Segment der batteriegetriebenen Fahrzeuge voranzutreiben und Innovationen für Serienfahrzeuge zu entwickeln. Die Markenstrategie des traditionsreichen Autobauers zielt auf nachhaltige und urbane Mobilität von morgen.
„Bei Citroën muss Innovation dem Alltag dienen“, sagt Xavier Chardon, der CEO des Herstellers: „Die Formel E ist unser Weg, elektrische Leistung in alltäglichen Fortschritt umzusetzen. Der Motorsport war schon immer Teil unserer DNA. Wir sind stolz darauf, nun dieses neue Kapitel zu schreiben.“ Das Citroën Racing Team wird auch in der nächsten Saison in der Formel E fahren.
Die bewusst nachhaltig konzipierte Rennserie dient als Testlabor für elektrische Antriebe, Rekuperation und Energiemanagement. Technologien wie das Zweimotorensystem mit der Rekuperation von bis zu 600 Kilowatt fließen direkt in Straßenautos ein. Als Werksteam innerhalb des Stellantis-Konzerns versucht Citroën die Rennen zudem zu nutzen, um Image und Bekanntheit beim jungen und digitalen Publikum in den Stadtzentren zu steigern.
Nach den Rennen in Berlin liegt Pascal Wehrlein mit seinem Porsche in der Gesamtwertung der Formel E vorn. Neun Termine stehen noch im Saisonkalender. Gefahren wird in Monaco, Sanya, Shanghai, Tokio und zum großen Finale in London, wo am 16. August der neue Weltmeister die Zuschauer elektrisiert.

Opel steigt 2027 ein
Spektakuläres Comeback auf dem heißen Asphalt: Opel wird zur Saison 2026/27 als Werksteam in der internationalen Rennserie antreten. Unter dem Namen „Opel GSE Formula E Team“ – GSE steht für Grand Sport Electric – tritt der traditionsreiche Hersteller aus Rüsselsheim mit dem hochmodernen Rennwagen GSE 27FE in die neue Gen4-Ära ein. Opel unterstreicht damit die Strategie, E-Mobilität nachhaltig mit seiner Motorsport-DNA zu verbinden. «Die Teilnahme an der Formel E markiert einen neuen Meilenstein für Opel auf dem Weg in eine elektrische Zukunft», sagt CEO Florian Huettl. Als Test- und Entwicklungsfahrerin wurde das deutsche Nachwuchstalent Sophia Flörsch (25) verpflichtet.



