• Armin Grasmuck

Die Münchner Messe Power2Drive im Rückblick

Die neuesten Automodelle plus Ladeoptionen, dazu Photovoltaik, Speicher und andere Innovationen: Die Münchner Messe Power2Drive unterstreicht ihre Qualität als einzigartiger Marktplatz der Mobilität von morgen.



Die Elektromobilität boomt – und zwar in allen Bereichen. Auf der Power2Drive in München, diesem einzigartigen Branchentreff, hat sich eindrucksvoll bestätigt, wie vielfältig, differenziert und mitunter auch spektakulär sich die einzelnen Segmente entwickeln. Die Palette reicht vom schnöden Ladekabel bis zu der schnittigen Sportvariante des Skoda Enyaq, von neuen Speichermöglichkeiten in der heimischen Garage bis zu der Software, die es möglich macht, die elektrifizierten Firmenflotten ganzheitlich und möglichst nachhaltig zu steuern, im Idealfall durch den gezielten Einsatz der erneuerbaren Energien. Alles scheint möglich, zumindest mittelfristig, wenn sich diese Innovationen in der Praxis bewährt und zu halbwegs erschwinglichen Preisen auf dem Markt etabliert haben.


Kein Wunder, dass der Andrang auf dem Münchner Messegelände entsprechend groß war. Nach den Monaten und Jahren der Krise und angetrieben von der starken Dynamik der Verkehrswende, punktete die Power2Drive als Marktplatz der Mobilität von morgen – und als Informationsplattform rund um die Themen, mit denen sich die Gesellschaft auf beruflicher wie privater Ebene fast zwangsläufig zu beschäftigen hat. Es war eine interaktive Messe mit zahlreichen Fachvorträgen und einer ganzen Reihe von Experten, die sich im Anschluss an ihre Auftritte auch die Zeit nahmen, sich den Fragen des interessierten Publikums zu stellen.


Stromer im Fokus: Polestar präsentierte seine batterieelektrisch getriebenen Fahrzeuge auf der Messe in der Bayern-Metropole.

Die Branche ist reif für den nächsten Schritt. Es geht darum, die von den Herstellern rund um den Globus entwickelten Elektroautos mit der richtigen Infrastruktur perfekt in Szene zu setzen. Die verschiedenen Arten der Antriebskraft und speziell das Speichern der erneuerbaren Energien sind Kernthemen in dem ganzheitlichen Ansatz der Elektromobilität. Anbieter wie Varta oder Voltronic Power präsentierten auf der Power2Drive beispielsweise 30-Kilowatt-Autoladegeräte mit einem fest installiertem Speicher von 20 Kilowattstunden und einem 10-kW-Inverter, der die Sonnenenergie in Autostrom umwandelt. In der Praxis wird daraus folglich eine Heimtankstelle für Photovoltaikbesitzer.


Wallboxen als Schaltzentralen


Laden, laden, laden – in der Halle B6 ist das Angebot breit und doch klar definiert. Kabel, Wallboxen und Ladesäulen, für einen, mehrere oder alle. „Die Wallbox ist kein automativer Markt“, sagt Karl Kolmsee, Director Product Portfolio des Anbieters Webasto im Gespräch mit electricar. Er umriss die neuen Möglichkeiten der Wallboxen, die weit über das einfache Stromladen hinausgehen. Im besten Fall sind sie vollvernetzte Schaltzentralen, die sich einfach und sicher per App über das Smartphone steuern lassen und höchst energieeffizient arbeiten.


Doch auch die Elektroautos selbst können in Zukunft als mobile Energiespeicher eingesetzt werden. Fahrzeuge, die bidirektional ladefähig sind, saugen keineswegs nur elektrische Energie, sie können diese auch bei Bedarf zurück in das Netz speisen. Auf der Power2Drive wurde diese sogenannte „Vehicle to grid“-Technik vorgestellt. Kurz V2G, oder auf Deutsch: vom Fahrzeug zum Netz. Die vorgestellten Konzepte schienen spannend und in jeder Hinsicht vielversprechend.


Kabel und Säulen: Die Anbieter vermittelten ihre neuesten Produkte und Visionen rund um die Ladeinfrastruktur.

„Made in Germany!“


Offensiv und mit Nachdruck warben die Damen und Herren am Messestand von e.GO Mobile. Das höchst ambitionierte Aachener Start-up präsentierte in München seinen neuesten Hit: den e.wave X. Der Crossover im Kleinformat – 80 kW, 240 Kilometer Reichweite, knapp 25.000 Euro – soll als pfiffige Alternative im Stadtverkehr von morgen auftrumpfen. Auf den brasilianischen Fußballstar Neymar Jr., der den Neustarter ein paar Tage zuvor in Berlin enthüllt hatte, verzichtete der Produzent aus der Eifel jedoch in der bayerischen Metropole.


Mit voller Kraft in die Zukunft


Laut eigenem Anspruch ist die Power2Drive Europe die internationale Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität. Getreu dem Motto „Charging the future of mobility!“ ist sie der höchst attraktive Branchentreff für Händler, Lieferanten, Installateure, Flotten- und Energiemanager, Händler sowie Start-ups. Im Fokus stehen demnach Ladesysteme, Elektrofahrzeuge und Dienstleistungen rund um die Mobilität sowie innovative Lösungen und Technologien für nachhaltige Mobilität. Im nächsten Jahr öffnet die Power2Drive vom 14. bis 16. Juni die Tore.


Weitere Infos finden Sie unter: www.powertodrive.de