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E-Auto-Boom: Tesla verdreifacht Absatz, VW stagniert – NIO stürzt ab

Autorenbild: Harald Gutzelnig
Harald Gutzelnig
vor 10 Stunden
3 Min. Lesezeit

Deutschlands Elektroautomarkt wächst rasant. Von Januar bis September 2026 wurden 604.144 reine Elektroautos neu zugelassen – 58,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch hinter diesem Wachstum verbergen sich enorme Unterschiede. Tesla, Kia und Mercedes legen kräftig zu, VW tritt auf der Stelle. Und einige kleinere Hersteller kämpfen mit dramatischen Absatzeinbrüchen.

Tesla auf der Überholspur, VW im Stillstand: Während Tesla seine BEV-Neuzulassungen in Deutschland von Januar bis September 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 201,9 Prozent steigerte, stagnierte VW bei nahezu unveränderten Stückzahlen. Mit 76.024 Neuzulassungen bleibt VW dennoch Marktführer. Bild: KI-generiert; Quelle der Zulassungsdaten: KBA.
Tesla auf der Überholspur, VW im Stillstand: Während Tesla seine BEV-Neuzulassungen in Deutschland von Januar bis September 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 201,9 Prozent steigerte, stagnierte VW bei nahezu unveränderten Stückzahlen. Mit 76.024 Neuzulassungen bleibt VW dennoch Marktführer. Bild: KI-generiert; Quelle der Zulassungsdaten: KBA.

Wir haben die aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ausgewertet und die Automarken in vier Gruppen eingeteilt – abhängig davon, wie viele Elektroautos sie im Vergleichszeitraum 2025 verkauft haben. Damit werden die Wachstumsraten vergleichbarer: Denn ein Hersteller mit 50.000 Zulassungen lässt sich kaum sinnvoll mit einem Neueinsteiger vergleichen, der gerade einmal zehn Fahrzeuge verkauft hat.


1. Die etablierten Hersteller: Tesla und Kia wachsen am stärksten

Marken mit mehr als 10.000 BEV-Neuzulassungen von Januar bis September 2025.

Marke

2025

2026

Veränderung

Tesla

14.845

44.810

+201,9 %

Kia

11.214

24.830

+121,4 %

Mercedes

23.084

44.081

+91,0 %

Opel

12.561

20.675

+64,6 %

Skoda

34.567

55.996

+62,0 %

Schlusslicht: VW

75.998

76.024

+0,0 %

Tesla ist der große Gewinner unter den etablierten Marken. Mit knapp 45.000 Neuzulassungen hat der US-Hersteller seinen Absatz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Auch Kia und Mercedes legen beeindruckend zu.


Besonders interessant ist allerdings VW: Mit 76.024 Elektroautos bleiben die Wolfsburger zwar unangefochten die Nummer eins in Deutschland. Doch während der Gesamtmarkt um 58,1 Prozent wächst, stagniert der BEV-Absatz von VW praktisch. Auch Hyundai (+12,6 %) und Seat (+19,3 %) bleiben weit hinter der Marktentwicklung zurück.


2. Die Herausforderer: Chinesische Marken auf der Überholspur

Marken mit 1.000 bis unter 10.000 BEV-Neuzulassungen im Vergleichszeitraum 2025.

Marke

2025

2026

Veränderung

Leapmotor

3.826

15.128

+295,4 %

XPeng

1.855

7.023

+278,6 %

Peugeot

3.221

10.560

+227,8 %

Citroën

3.675

11.527

+213,7 %

Renault

8.606

20.166

+134,3 %

Schlusslicht: GWM

1.389

17

−98,8 %

In dieser Gruppe dominieren Leapmotor und XPeng mit Wachstumsraten von nahezu 300 Prozent. Leapmotor hat inzwischen die Marke von 15.000 Neuzulassungen überschritten. Auch BYD wächst mit 128,9 Prozent kräftig und erreicht 16.355 Fahrzeuge.


Doch nicht nur chinesische Hersteller überzeugen: Peugeot und Citroën haben ihren BEV-Absatz mehr als verdreifacht. Renault kommt sogar auf über 20.000 Neuzulassungen.


Wie unterschiedlich sich der Markt entwickelt, zeigt GWM. Die chinesische Marke fällt von 1.389 auf gerade einmal 17 Elektroautos zurück. Ein Minus von 98,8 Prozent.


3. Die Neueinsteiger: Geely und Zeekr fast gleichauf

Marken ohne ausgewiesene BEV-Neuzulassungen im Vergleichszeitraum 2025, gereiht nach Zulassungen 2026.

Marke

BEV 2026

Mitsubishi

1.043

Zeekr

475

Geely

474

Dongfeng

51

Omoda

49

Mitsubishi führt diese Gruppe mit 1.043 Neuzulassungen deutlich an. Dahinter liegen die chinesischen Marken Zeekr und Geely mit nahezu identischen Stückzahlen.


Für Omoda und Jaecoo, zwei Marken des chinesischen Chery-Konzerns, ist der deutsche BEV-Markt dagegen noch Neuland: Omoda verzeichnet bislang 49, Jaecoo 31 reine Elektroautos. Die Zahlen zeigen, wie unterschiedlich weit der Markteinstieg neuer Anbieter bereits fortgeschritten ist.


4. Die kleinen Marken: Extreme Zuwächse und dramatische Abstürze

Marken mit 1 bis 999 BEV-Neuzulassungen von Januar bis September 2025.

Marke

2025

2026

Veränderung

Suzuki

9

1.296

+14.300,0 %

Deepal

12

145

+1.108,3 %

TOGG

25

291

+1.064,0 %

Mazda

542

4.415

+714,6 %

Nissan

979

4.440

+353,5 %

Maserati

48

9

−81,3 %

Maxus

82

12

−85,4 %

NIO

211

20

−90,5 %

Prozentual ist Suzuki mit einem Plus von 14.300 Prozent der Spitzenreiter. Allerdings stiegen die Neuzulassungen lediglich von neun auf 1.296 Fahrzeuge. Auch die vierstelligen Wachstumsraten von Deepal und TOGG beruhen auf niedrigen Ausgangswerten.


Wesentlich aussagekräftiger sind die Entwicklungen bei Mazda und Nissan. Beide Marken steigerten ihren BEV-Absatz auf jeweils mehr als 4.400 Fahrzeuge.


Am anderen Ende der Tabelle stehen Maserati, Maxus und NIO. Besonders bitter ist der Rückgang für NIO: Die chinesische Marke kommt in den ersten neun Monaten 2026 auf gerade einmal 20 Elektroautos – gegenüber 211 im Vorjahreszeitraum.


Fazit: Der E-Auto-Boom hat nicht nur Gewinner

Der deutsche BEV-Markt wächst so stark wie lange nicht. Doch der Erfolg verteilt sich höchst unterschiedlich. Tesla, Mercedes und Kia gewinnen deutlich an Boden, während VW seine starke absolute Position zwar verteidigt, vom Marktwachstum aber kaum profitiert.


Gleichzeitig zeigen Leapmotor, XPeng und BYD, dass chinesische Hersteller zunehmend relevante Zulassungszahlen erreichen. Andere chinesische Marken wie GWM und NIO erleben dagegen massive Rückschläge.


Der Elektroautomarkt wächst – aber die Kräfteverhältnisse verschieben sich. Und ein chinesischer Markenname allein ist offenbar noch keine Erfolgsgarantie.


Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 43/2026 vom 15. Oktober 2026. BEV-Neuzulassungen Deutschland, Januar bis September 2025 und 2026. Die Gruppeneinteilung und Rankings stammen von electricar.

 
 
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