• Christoph Lumetzberger

ID, die zweite

Wir nehmen den VW id.4 unter die Lupe



Der im vergangenen Jahr gestartete VW ID.3 gestaltete sich für Volkswagen als Erfolg auf der ganzen Linie. Obwohl der Wagen hierzulande erst im September 2020 erstmals ausgeliefert wurde, konnte Volkswagen im vergangenen Jahr bereits rund 15.000 Stück in ganz Deutschland verkaufen. Mehrere Medien berichteten zu Jahresbeginn über den vom Kraftfahrbundesamt veröffentlichten Jahresbericht, in welchem lediglich der Renault Zoe (rund 30.000 verkaufte Exemplare), das Model 3 von Tesla (etwa 15.000) sowie der ebenfalls aus dem Hause VW stammende e-Golf (knapp 17.500) noch vor dem ID.3 landeten. Rechnet man die Verkaufszahlen des Stromers aus Wolfsburg auf das gesamte Jahr hoch, so würde er die Konkurrenz sogar deutlich distanzieren. Und dass, obwohl das für lediglich 30.000 Euro zu bekommende Basismodell noch nicht einmal auf dem Markt ist.


Altbewährtes und Neues


Mit dem ID.4 will Volkswagen diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2021 weiterschreiben. Anders als der Vorgänger kommt der Wagen als Elektro-SUV auf den Markt. Optisch zeigt sich der ID.4 dabei etwas aggressiver als der ID.3. Dieser wirkte in seiner Gesamtheit etwas schüchtern und verspielter im Vergleich zu seinem Nachfolger. Dem spendierte VW eine wuchtigere Fronteinheit, bei der auch die Lichtanlage neu gestaltet wurde. Wer sich einen ID.4 bestellt, sollte außerdem den Aufpreis für die Matrix-LED-Scheinwerfer einkalkulieren. Sie sind unserer Meinung nach ein echter Zugewinn.

An den Seiten verschwinden die Türgriffe, die selbstverständlich in Wagenfarbe gehalten sind, zur Gänze in der Türe. Das verleiht dem Fahrzeug ein noch schnittigeres Erscheinungsbild und eine edle Note. Ein markanter Dachspoiler sowie eine sehr minimalistische Heckscheibe sind die prägnantesten Karosserie-Merkmale des Hecks. Ein schmales LED-Band verbindet beide Rücklichter und schafft so eine durchgängige Leuchteinheit, die nur vom VW-Logo mittig unterbrochen wird. Design können die Niedersachsen, das steht außer Frage. Zudem stechen die Dachreling (mit einer Dachlast von bis zu 75 Kilogramm) sowie eine Anhängerkupplung ins Auge. Diese Aspekte erinnern uns daran, dass wir es hier mit einem SUV zu tun haben. Und das ist gut so.


Ein erster Blich

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Johannes Edl von Electricar konnte im Januar 2021 bereits die ersten Kilometer mit dem ID.4 zurücklegen und sich einen guten ersten Eindruck vom Wagen verschaffen.



Gewohnte Umgebung

Hat der Fahrer erst einmal im Cockpit Platz genommen, fühlt er sich an das Innere des Vorgängers aus der Kompaktklasse zurückerinnert. Beinahe sämtliche Elemente befinden sich so auch im ID.3, weshalb vor allem das Instrumentendisplay samt Digitaltachometer etwas klein ausfällt. Immerhin ist das serienmäßige, 10 Zoll große Zentraldisplay in der Cockpitmitte gegen Aufpreis auch mit 12 Zoll zu bekommen. Da Volkswagen-Fahrer zumeist leicht konservativ angehaucht sind und der Wolfsburger Autobauer auch zahlreiche Markenliebhaber aus der Verbrenner-Welt in Richtung Elektromobilität bringen will, übertreibt er es nicht mit technischen Extravaganzen im Cockpit. Eines lässt er sich dennoch nicht nehmen: Vor der Windschutzscheibe befindet sich ein Lichtband, welches visuelle Rückmeldungen liefert, sobald das Fahrzeug eine Gefahr erkennt oder sich der Ladestand der Batterie ändert. Außerdem hilft es bei der Navigation oder der Nutzung des Sprachassistenten mit optischen Rückmeldungen.

Wie beim kleinen Bruder

Auf den ersten Blick sind nur geringe Unterschiede zum ID.3 zu erkennen. Volkswagen bleibt seiner konservativen Linie treu, wenngleich das Zentraldisplay optional von 10 auf 12 Zoll Größe anwachsen kann.


Während das Einstiegsmodell des ID.4 mit einer 55 kWh-Batterie auf eine WLTP-Reichweite von knapp unter 350 Kilometer kommt, geht der Modellvariante mit einem 82 kWh-Stromgeber erst nach rund 520 Kilometern der elektrische Saft aus. Alle vier Modellvarianten werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h angegeben.

Die Einsteigervariante des VW ID.4 Pure ist auch preislich sehr interessant. Sie soll noch in der ersten Jahreshälfte 2021 auf den Markt kommen und bereits ab 36.950 Euro in der Basisausstattung erhältlich sein. Im Laufe des Jahres sollen noch weitere Ausstattungsvarianten, darunter ein Modell mit 225 kW (306 PS) erhältlich sein