Neue Ladelösungen für E-Autos: Diese Systeme prägen die Zukunft

Mit dem wachsenden Markt der batteriegetriebenen Fahrzeuge verbessert sich auch die Infrastruktur für das möglichst einfache und komfortable Stromziehen. Die Kabel, Boxen und Säulen der nächsten Generation punkten mit hochwertiger Qualität, moderner Software und speziellen Systemen für die Sicherheit an öffentlichen Stellen.
Einfach elektrisierend. Am Stand von Keba kommt keiner vorbei. Das international agierende Technologieunternehmen präsentiert auf der Fachmesse Power2Drive in München, prominent platziert und auf der Fläche von mehr als 160 Quadratmetern, seine gesamte Palette der Ladeinfrastruktur – von den bekannten Wallboxen der Premiumklasse bis zu den Schnellladesäulen, die neuerdings das Portfolio erweitern.

Das auf der Messe vorgestellte Modell KeContact DCA20 Autonomous ist der Prototyp der nächsten Generation, laut Keba eine All-in-One-Lösung für die Betreiber von Ladestationen, Fuhrparks und Flotten sowie Verkaufsstandorte jeglicher Art, die ultraschnelles Laden mit maximaler Verfügbarkeit kombiniert – barrierefrei und mit einem vergleichsweise wartungsarmen System. Die neue Schnellladesäule wurde zudem konsequent auf das Verhalten der Nutzer ausgerichtet. In der Praxis bedeutet dies: Das Kabel kann ergonomisch bedient werden, intuitiv und mit komfortablem Aktionsradius. Ladeleistung: bis zu 400 Kilowatt und mit dynamischer Lastverteilung, wenn zwei Fahrzeuge parallel den Strom ziehen.

„Die neue Generation an DC-Schnellladern, mit der Keba gezielt auf die Anforderungen professioneller Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich eingeht, ist ein Meilenstein in unserem Angebot im Bereich der Elektromobilität“, sagt Christoph Knogler, CEO der Keba Group AG.
Eine weitere Innovation, die sein Unternehmen in München vorstellt, ist das künstlich intelligente Modul zur Prävention von Kabeldiebstahl. Dieses Überwachungssystem, das Keba für die Sicherheit in öffentlichen Räumen – beispielsweise auch Foyers von Banken – entwickelt hat, erkennt verdächtige Handlungen oder einen versuchten Diebstahl im Voraus.

Wächter an der Säule
An Ladestationen erfasst das KI-basierte System automatisch, wenn sich etwa Personen mit Bolzenschneidern dem Kabel nähern. Es registriert auch zuverlässig, wenn Farbdosen geschüttelt werden. Und es reagiert direkt und effektiv: In Echtzeit warnt der KI-Wächter unmittelbar vor Ort durch akustische und visuelle Signale, die den oder die potenziellen Täter abschrecken sollen.
Über digitale Schnittstellen besteht zudem die Möglichkeit, einen externen Alarm auszulösen und den Wachdienst anzufordern. Laut Keba lässt sich die künstlich intelligente Technologie unkompliziert in bestehende Ladeinfrastrukturen integrieren.
Intelligent integriert und gesteuert

Einfach, schnell und professionell den Strom ins Auto ziehen: Das Portfolio von go-e reicht von mobilen Ladegeräten bis zu fest installierten Wallboxen. Elektrisierend: Laut einer aktuellen Studie des britischen Marktforschers LCP Delta zählt das Kärntner Unternehmen europaweit zu den zehn erfolgreichsten Produzenten von Wechselstromladern. In Deutschland und Österreich behauptet go-e die Position des Marktführers. Für positive Energie hoch zwei soll die gerade vereinbarte Kooperation mit den Software-Spezialisten von
Kraken sorgen. Digitale Systeme, intelligent integriert und gesteuert – so sieht die Zukunft des Ladens aus. Frei nach dem Motto: Wenn der Anbieter der Infrastruktur und der Netzbetreiber perfekt mit dem Autofahrer harmonieren.
Volle Power, gut gekühlt
Premiere in Europa: ABB präsentiert zwei neue Systeme zum Betrieb von Ladeinfrastruktur – die OM M-Series und die OM X-Series. Klar zu deuten ist die Botschaft des renommierten Technologieunternehmens. Es geht um reale Einsatzprofile, effizient ein- und umgesetzt – speziell für öffentliche Ladeparks, Flotten und Logistiker. Die M-Serie stellt demnach ein modulares Splitsystem dar, das auf öffentliche Schnellladepunkte, Verkaufsstandorte und Fuhrparks ausgelegt ist. Sie unterstützt bis zu 24 Ladepunkte und skaliert Ladeleistungen von 200 Kilowatt bis 1,2 Megawatt. Für besonders hohe Auslastung und Einsätze im Megawattbereich ist die X-Serie konzipiert worden. Laut ABB ist sie flüssiggekühlt und im Dauerbetrieb bis zu 98 Prozent effizient. Die Skalierung reicht bei diesem System von 800 Kilowatt bis zehn Megawatt und mehr.
Foto: Hersteller
Keine Hand am Kabel

Matrix Charging – das konduktive und kabellose Laden von Elektroautos werden Easelink und SEG Automotive im Rahmen ihrer neuen Partnerschaft nachhaltig vorantreiben. Erste Serienprojekte für Pkw-Hersteller sind bereits vereinbart. Das Matrix Charging von Easelink ermöglicht das vollautomatische Parken und Laden von E-Fahrzeugen ohne manuellen Eingriff. Dieses konduktive Ladesystem besteht aus einer Einheit im Fahrzeugunterboden und einem fest im Boden installierten Ladepad. Sobald das Auto über der Ladeplatte positioniert ist, verbindet sich der Connector am Fahrzeug automatisch mit dem Pad. Der Wirkungsgrad liegt bei mehr als 99 Prozent. In Verbindung mit bidirektionalem Laden kann die Lösung auch Potenziale zur Stabilisierung des Netzes bieten. „Wir sehen großes Potenzial für automatisierte Ladelösungen und möchten unseren Kunden entsprechende Produkte und Integrationslösungen anbieten“, sagt Gunter Meyer, Chief Market Officer New Business bei SEG.

Energie hin und zurück
Das bidirektionale Laden ist einer der wichtigsten Trends im Bereich der Elektromobilität. Im Zentrum steht das batteriegetriebene Fahrzeug, das bei Bedarf auch Strom ins private oder öffentliche Netz abgeben kann. Das E-Auto wird somit zu einem mobilen Energiespeicher. In der Praxis bedeutet dies: Überschüssiger Solarstrom kann beispielsweise tagsüber im Fahrzeug gespeichert und am Abend im Haushalt genutzt werden. Dadurch lassen sich Energiekosten senken und erneuerbare Energien effizienter nutzen. Zudem kann das Stromnetz in Spitzenzeiten entlastet werden. Die Autohersteller entwickeln vermehrt Modelle mit bidirektionalen Ladesystemen. Auch Energieversorger und Netzbetreiber zeigen großes Interesse an der neuen Technologie. Mittel- und langfristig können Millionen von Elektroautos als gigantische Stromreserve dienen.

Smart und mobil via App

Einfach, flexibel und sofort einsatzbereit: NRGkick ist ein mobiles Ladegerät mit verschiedenen Steckeraufsätzen für das Stromziehen an unterschiedlichen Quellen. Über die Smartphone-App lassen sich auch spezielle Funktionen wie das PV-geführte Laden nutzen, bei dem überschüssiger Solarstrom aus der Photovoltaikanlage in das Elektroauto geleitet wird. Das Programm Charging4Fleets bietet eine Lösung für gewerbliche E-Fuhrparks: Mitarbeitende laden zu Hause oder unterwegs, die Vorgänge werden automatisch erfasst, transparent ausgewertet und monatlich abgerechnet.

Stromziehen mit System


Mennekes setzt auf skalierbare Infrastruktur für die Planung und den Betrieb von Ladepunkten – von einzelnen Standorten bis zu komplexen Ladeparks. Es geht um die nahtlose Integration der Ladeinfrastruktur in bestehende Energie- und Gebäudestrukturen, einschließlich Lastmanagement und anderer Systeme, die zum Steuern der Energie eingesetzt werden. Wirtschaftlich, effizient und zukunftssicher – so lautet das Versprechen des Herstellers. Auch regulatorische Aspekte des Ladebetriebs wie Betriebskosten, Fördermöglichkeiten und Abrechnungskonzepte sowie die Einhaltung gesetzlicher und technischer Vorgaben sind in ihren Konzepten enthalten. Praxisnahe Beispiele aus Unternehmen, der Wohnungswirtschaft und dem privaten Umfeld belegen, wie das Laden professionell gesteuert werden kann.
Megakraft für die Langstrecke
Megawatt Charging System, kurz MCS – so lautet die Zauberformel, die den internationalen Schwerlastverkehr nachhaltig elektrisieren soll. Ladeleistungen von bis zu 3,75 Megawatt werden durch diese Technologie ermöglicht, die Ladezeiten von Elektro-Lkw, Bussen und anderen Nutzfahrzeugen somit erheblich verkürzt. Selbst große Batterien können innerhalb kurzer Pausen aufgeladen werden, was den wirtschaftlichen Einsatz elektrischer Fahrzeuge im Fernverkehr erleichtert. Das MCS wurde gezielt entwickelt, um den steigenden Energiebedarf der voluminösen Nutzfahrzeuge zu decken. Im Vergleich zu den bisherigen Schnellladesystemen bietet es deutlich höhere Ladeleistungen, auch wird die Energie effizienter übertragen – vorausgesetzt, die Stromnetze sind leistungsstark und die Ladeinfrastrukturen entlang wichtiger Verkehrsachsen entsprechend ausgebaut.
Foto: Power2Drive
Transparent in die Zukunft

Als Anbieter ganzheitlicher Lösungen für E-Mobilität und Ladeinfrastruktur präsentiert sich Smatrics. Der Dienstleister bietet innovative Technologien für den Aufbau und den Betrieb moderner Ladestationen. Er setzt unter anderem auf intelligente Systeme zum Lastmanagement, Bezahlterminals sowie Angebote zur transparenten Anzeige von Ladepreisen. Auch offeriert das Unternehmen verschiedene Schnellladelösungen für den öffentlichen und gewerblichen Einsatz. Ein Fokus liegt auf der effizienten Steuerung von Ladeinfrastruktur für Pkw- und Lkw-Flotten. Smatrics bietet nachhaltige, wirtschaftliche und smart vernetzte Konzepte, die mit ihrer Benutzerfreundlichkeit überzeugen sollen.


