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Opel Astra Sports Tourer Electric im Test: Komfortabler E-Kombi für Pendler

Autorenbild: Armin Grasmuck
Armin Grasmuck
vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Auf den ersten Blick könnte der geneigte Beobachter glauben, dieser flotte Kombinationskraftwagen ist das Ergebnis einer strahlenden Zukunftsvision, welche die Designer und Entwickler in Rüsselsheim auf die Straße gebracht haben. So, wie der Opel Astra Sports Tourer Electric vor uns steht. Wer etwas tiefer in die Materie einsteigt, merkt jedoch relativ schnell: In diesem Kombi stecken auch 63 Jahre Tradition, Routine und Finesse.

Aus dem extrem kantigen Kadett A Caravan des Jahres 1963 ist über diverse

Phasen der Evolution dieser batteriegetriebene Sports Tourer entstanden, der sich anno 2026 noch einmal optisch und inhaltlich aufgewertet präsentiert.


Opel bleibt konsequent. Der Astra Sports Tourer ist einer von nur rund einem Dutzend E-Kombis, die in dieser von SUV-Modellen geprägten Zeit angeboten werden. Die Zielgruppe für den Stromer ist relativ klar umrissen: kostenbewusste Fahrer von Dienstwagen und berufliche Pendler, traditionsverbundene Umsteiger in die Mobilität von morgen sowie Paare und Familien, die Wert auf ausgedehnten Stauraum legen. Wir möchten in der Praxis erleben, ob der Kombi diesen Ansprüchen genügt.


Unser Testwagen ist der Opel Astra Sports Tourer Electric in der Variante Ultimate, die praktisch alle verfügbaren Elemente an Komfort und Fahrhilfen dieser Baureihe enthält – plus das als Extra zusätzlich integrierte Glasschiebedach.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Illuminierter Blitz


Kleine und feine Akzente der Modellpflege sind an der Front gut zu erkennen. Der obligatorische Keil, der die flach nach unten gezogene Motorhaube teilt, verläuft praktisch nahtlos hinunter bis an die Tafel des Kennzeichens. Und, aufgepasst: Das legendäre Logo ist jetzt auch im Astra illuminiert. Es leuchtet und strahlt der Opel-Blitz – das passt. Auch zu dem schmalen, quer verlaufenden Lichtband, das die Scheinwerfer verbindet.


Stichwort Licht: Die LED-Scheinwerfer sind bereits in der Basisversion des Astra Sports Tourer enthalten. Optional gibt es die hochwertigen Intelli-Lux-Matrix-LED-Leuchten, ein Qualitätsmerkmal von Opel, die nun mit exakt 51.200 Pixeln – also 25.600 pro Scheinwerfer – die Nacht auf der Fahrbahn zum Tag machen. Laut Hersteller werden vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge sowie auch Fußgänger und Radfahrer fortan noch schneller erkannt und aus dem Fernlicht herausgeblendet.


Erste Ausfahrt electricar - Chefredakteur Armin Grasmuck testet den Opel Astra Sports Tourer Elektro in der Ultimate-Variante. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Erste Ausfahrt electricar - Chefredakteur Armin Grasmuck testet den Opel Astra Sports Tourer Elektro in der Ultimate-Variante. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Sportlich wirkt die Dachlinie, die sanft nach hinten abfällt und in dem massiven Dachkantenspoiler ausläuft. Am ebenso modern gezeichneten Heck wirkt die flache, abgedunkelte Scheibe als zentrales Element. Weiter unten steht in schwarzen Lettern der Schriftzug ASTRA. Alles drin, alles dran – bitte einsteigen!


Wir nehmen Platz und fühlen uns wohl. Stichwort Sitze, ebenfalls eine Domäne von Opel. Unser Testwagen ist mit den rückschonenden AGR-Modellen ausgestattet – elektrisch verstellbar, mit Massagefunktion und ausziehbarer Auflage für die Oberschenkel. Was wir bereits spüren, bevor wir losrollen: Die Sitze sind gut geformt, sie bieten spürbar stabilen Seitenhalt.


So, jetzt möchten wir los. Der Fahrstufenregler ist im Astra prominent, halb links im vorderen Bereich der Mittelkonsole platziert. Wir ziehen ihn ganz zurück auf D wie Drive. Ein Tupfer auf das Strompedal, sanft gleitet der Sports Tourer vom Parkplatz – und ausgesprochen ruhig. Stabil und gediegen rollt der Kombi auf der Fahrbahn.


Okay, das Tempo passt


Das zentrale Element im Innenraum wird bei Opel als Pure Panel bezeichnet. Es liefert auf zwei je zehn Zoll großen Bildschirmen alle für den Fahrer relevanten Zahlen und Daten. Das digitale Info-Display hinter dem Lenkrad ist modern gestaltet und leicht zu erfassen. Per Knopfdruck seitlich am Hebel für den Blinker lassen sich verschiedene Informationsquellen auf diesem Bildschirm einstellen, etwa der momentane Verbrauch, der Energiefluss oder die Assistenz- und Sicherheitssysteme.


Sportliche Linien - Die lange, flach gezogene Silhouette wirkt deutlich dynamischer als bei den klassischen Business-Kombis. Mehr als 1550 Liter kann der Kofferraum fassen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck
Sportliche Linien - Die lange, flach gezogene Silhouette wirkt deutlich dynamischer als bei den klassischen Business-Kombis. Mehr als 1550 Liter kann der Kofferraum fassen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck

Auch ein Head-up-Display auf der Windschutzscheibe, das die wichtigsten Fahrdaten in das Sichtfeld des Fahrers spiegelt, ist mit an Bord. Gut gefällt uns das automatische Erkennen der Kennzeichen inklusive Tempolimits. Opel macht es bequem: einfach links auf dem Lenkrad die Taste OK drücken – und das Fahrzeug passt sich sogleich an die erlaubte Geschwindigkeit an. Daran können wir uns schnell gewöhnen. Der Tempomat hält den Astra souverän im Verkehrsfluss der Vorstadt, stets im richtigen Abstand zu den Vorausfahrenden, wir brauchen nur noch zu lenken.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck

Routenplaner mit Ladestopps


Der Touchscreen für das Infotainment ist auf der rechten Seite des Panels und hoch über der Mittelkonsole angeordnet. Er kann individuell gestaltet sowie schnell und einfach per Fingerwisch neu justiert werden. Professionell verhält sich das Navigationssystem. Wir animieren es verbal mit einem kurzen „Hey Opel“ und nennen unser Fahrziel. Der Sports Tourer übernimmt es in die Navigation, plant die Route zum Zielort inklusive der nötigen Ladestopps. Das sieht gut aus. Laut Opel passt sich das System auch dynamisch an das Verkehrsgeschehen und den jeweiligen Verbrauch an. Die Ladestopps werden entsprechend aktualisiert.


Praktisch sind die Schnellwahltasten unterhalb des Touchscreens, hier können zum Beispiel die Sitzheizung und die Klimaanlage einfach aktiviert werden. Auch auf dem Multifunktionslenkrad gibt es Tasten und Kippschalter, die selbst im digitalen Zeitalter noch wertvoll, weil einfach und gut zu bedienen sind.


Angenehm ruhig bei Tempo 130


Wir fahren auf die Autobahn und treten das Strompedal etwas fester. Der Sports Tourer schiebt an, doch wir spüren schnell: Es ist keine Rennmaschine. 115 Kilowatt, also 156 PS, bei dem maximalen Drehmoment von 270 Newtonmetern scheinen für diesen Kombi angemessen zu sein. Das Fahrzeug bleibt ruhig und angenehm, auch bei Tempo 130, es wirkt komfortabel gedämmt und gedämpft. Künstlich intelligente Assistenten tragen dazu bei, dass wir allzeit gut die Spur halten. Bei 170 km/h wird der E-Opel automatisch abgeregelt.


Neben dem Tempomat, dem Erkennen der Verkehrszeichen und den Spurhaltern gibt es weitere Systeme, die nachhaltig für Sicherheit sorgen sollen, etwa die Notbremse, die Einparkhilfe, die Rückfahrkamera sowie die Warner für Totwinkel und Querverkehr.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Effizient im Verbrauch


Das Volumen der Batterie ist über die Modellpflege leicht vergrößert worden. 58,5 Kilowattstunden fasst der Akku des Astra Sports Tourer nun, damit sollen Reichweiten von bis zu 445 Kilometern nach WLTP-Standard ermöglicht werden. Den Verbrauch gibt Opel mit rund 15,6 Kilowattstunden auf 100 Kilometer an, für einen Kombi höchst effizient.


Die maximale Ladeleistung beträgt 100 Kilowatt. An einer Schnellladesäule kann die Batterie laut Hersteller in rund einer halben Stunde von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Zieht der Astra den Strom aus Wechselstromgeräten, beispielsweise Wallboxen zuhause oder am Arbeitsplatz, kann er mit bis zu elf Kilowatt laden. Der Akku wird auf diese Weise in rund fünfeinhalb Stunden von null auf 100 Prozent gefüllt. Gemessen an diesen Eckdaten ist der Kombi als pragmatisches wie komfortables und alltagstaugliches Modell leicht in Fuhrparks und Flotten zu integrieren.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Diverse Angebote im Leasing


Unser Testwagen steht mit gut 48.000 Euro auf der Preisliste. Das Basismodell des Opel Astra Sports Tourer Electric startet bei knapp 40.000 Euro. Die Angebote für das Leasing variieren je nach Höhe der Anzahlung stark. Vom Hersteller wird derzeit eine Variante ohne Sonderzahlung offeriert: monatliche Raten ab 256 Euro, Laufzeit 36 bis 48 Monate, jährliche Fahrleistung 10.000 Kilometer. Die Erfahrung aus 63 Jahren Kombinationskraftwagen in der kompakten Klasse gibt es selbstverständlich gratis dazu.

Technische Daten

Hersteller

Opel

Modell

Astra Sports Tourer Electric Ultimate

Antriebsart

Elektro

Leistung

115 kW / 156 PS

Maße / Gewicht

4642 x 1859 x 1498 mm / 1765 kg

Antriebsachse

Vorderrad

Anzahl der Türen

5

Kofferraum­volumen

516 - 1553 l

Reichweite

445 km (WLTP)

0-100 km/h

9,5 Sekunden

Spitze

170 km/h

Preis

48.060 €


 
 
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