Solarautos könnten Strombedarf von E-Autos deutlich senken, zeigt neue Europa-Studie
- Harald Gutzelnig

- 26. Mai
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Fahrzeuge mit integrierten Solarmodulen könnten künftig einen deutlich größeren Beitrag zur Elektromobilität leisten als bisher angenommen. Das zeigt das europäische Forschungsprojekt „SolarMoves“ unter Leitung von TNO und Fraunhofer ISE. Demnach könnten Elektroautos in Mitteleuropa künftig bis zu 35 Prozent ihres jährlichen Energiebedarfs direkt über integrierte Solarpanels decken – in Südeuropa sogar bis zu 50 Prozent.
Für die Studie wurden 18 Fahrzeuge, darunter Pkw, Lieferwagen, Busse und Lkw, mit Sensoren ausgestattet und über mehr als eine Million Kilometer im realen Straßenverkehr untersucht. Dabei analysierten die Forscher, wie viel Solarenergie Fahrzeuge während des Fahrbetriebs und im Stand tatsächlich erzeugen können. Besonders effektiv erwiesen sich Solarmodule auf dem Fahrzeugdach, während seitlich montierte Panels deutlich geringere Erträge lieferten.

Die Forscher sehen in sogenannten Vehicle Integrated Photovoltaics (VIPV) vor allem Vorteile bei der Entlastung der Ladeinfrastruktur. Laut Simulationen könnte der Strombedarf europäischer Elektrofahrzeuge bis 2030 um mehrere Terawattstunden sinken, wenn ein größerer Teil neuer Fahrzeuge mit Solartechnik ausgestattet wird. Dadurch ließen sich externe Ladevorgänge reduzieren und Stromnetze entlasten.
Noch gelten Verschattung durch Gebäude, Bäume oder andere Fahrzeuge als zentrale Herausforderung für die Technologie. Dennoch zeigt die Studie, dass Solarautos zunehmend realistische Einsatzpotenziale bieten – insbesondere bei Fahrzeugen mit großen Dachflächen wie SUVs, Transportern oder Nutzfahrzeugen. Die finalen Ergebnisse des SolarMoves-Projekts sollen 2026 veröffentlicht werden.
Quelle: TNO Media


