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  • AutorenbildArmin Grasmuck

Technische Innovationen und nachhaltige Trends auf und neben der Straße

Die große Transformation schafft technische Innovationen, nachhaltige Trends sowie eine kulturelle Revolution auf und neben der Straße.


Alle aufgepasst! Die IAA Mobility ist keine Automesse mehr. Viel mehr verstehen sich die Strategen des renommierten Branchentreffs, der Anfang September in München veranstaltet wird, inzwischen als übergreifende Mobilitätsplattform von Weltrang. Autos? Na klar, die neu entwickelten Personenkraftwagen der internationalen Hersteller sind auch im Jahr 2023 die Fixpunkte der IAA. Um sie herum gibt es eine ganze Reihe weiterer Fahrzeuge, Techniken, künstlich intelligenter Helfer, Energiewelten und andere Innovationen, die – in manchen Fällen höchst visionär – den Weg in die Mobilität von morgen beschreiben.


Mercedes etwa, der Premiumproduzent stellt in der bayerischen Metropole eine Studie vor, die relativ konkret die nächste, rein elektrische C-Klasse umreißt. Das neue Modell, das gemäß des Markenbilds vermutlich EQC heißen wird, ist demnach auf Basis der Kompaktplattform MMA – kurz für Mercedes Modular Architecture – konzipiert, auf der künftig alle kleineren und mittleren Elektroautos des schwäbischen Herstellers gebaut werden.


Mehr als eine Automesse


Die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) ist eine der größten und international bedeutendsten Fachmessen im Segment der Personenkraftwagen. Seit 2021 wird sie – neu konzipiert – unter dem Namen IAA Mobility in München veranstaltet.


Der geänderte Name soll das erweiterte Konzept herausstellen. Inhaltlich geht es mittlerweile um das Thema Mobilität auch jenseits der Autos.

In München sind auch Anbieter von Fahrrädern und anderen Leichtkraftfahrzeugen unter den Ausstellern.


„Experience Connected Mobility“ – so lautet das Motto der IAA 2023, das die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur erlebbar macht. Es soll gezeigt werden, was die Menschen von morgen bewegt. Immer im Fokus: Nachhaltigkeit und die Technologien, die das mobile Leben prägen werden.


Futuristisch: Vision One Eleven


Atemberaubend wirkt dagegen die Studie der Chefdesigner von Mercedes, die sich mit der Zukunft des Sportwagens beschäftigt. Angelehnt an den legendären C111 vermittelt der futuristisch gestaltete Vision One Eleven, wie die Fahrzeuge aus dem Topsegment künftig optisch und inhaltlich gestaltet sein werden. Der Clou: Realität und Fiktion verschmelzen, wenn die Insassen des One Eleven ihre speziellen Magic-Leap-2-Brillen aufsetzen und neue Finessen entdecken können. So werden automatisch passende Inhalte in das Blickfeld des Nutzers integriert, die das Fahren angenehmer und auch sicherer machen. Ein Röntgenblick zum Beispiel, der selbst bei starkem Nebel und in der Dunkelheit in der Lage ist, die nächste Umgebung des Fahrzeugs perfekt darzustellen.

Wow-Effekte garantiert auch die Vision EQXX von Mercedes, dieses windschnittige Elektromodell, das mit einer vollgeladenen Batterie im realen Straßenverkehr bis zu 1.000 Kilometer weit kommt – bei einer Spitzengeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde. Und mit dem Energiegegenwert von nur einem Liter Treibstoff! Die speziell unter dem ökologischen Aspekt betrachteten Traumwerte werden durch ausgefeilte Technikkomponenten erreicht: cW-Wert 0,17, Batteriekapazität 100 Kilowattstunden mit geringem Volumen und niedrigem Gewicht, Akku mit Silizium-Anoden.

In Farben und Zahlen: Die Cockpits der visionären E-Modelle sind Breitbildschirme in zahlreichen Varianten.

Opel: drei große Premieren


„Innovativ, emotional, wegweisend“ – gleich drei Weltpremieren versprechen die Strategen von Opel auf der IAA ­Mobility. Das von einem breiten Publikum sehnlichst erwartete und rein elektrisch angetriebene Kombimodell Astra Sports Tourer fährt in München erstmals vor. Es ergänzt die Modellpalette des erfolgreichen Klassikers. Mehr Reichweite, mehr Leistung – das verspricht der neue Opel Corsa Electric. Das Vorgängermodell wurde in den vergangenen zwei Jahren bereits als Deutschlands beliebtester Kleinwagen gefeiert. Weltpremiere Nummer drei ist die Studie Opel Experimental, eine knackige und sportliche E-Variante, die auf dem Kultmodell Manta basiert.

Kombi Rein: Elektrisch Der Opel Astra Sports Tourer Electric punktet mit dem maximalen Kofferraumvolumen von 1.553 Litern auch als Reisemobil der Zukunft.

Den Heimvorteil in München wissen die Verantwortlichen von BMW zu nutzen. Sie stellen ihr neues, groß angelegtes Elektrokonzept im Detail vor. „Ich verspreche Ihnen: Der Vision Neue Klasse ist nah an der Serie und schon bald auf der Straße“, sagt BMW-Chef Oliver Zipse. Der bayerische Edelproduzent erstellt für die neuen Elektromodelle eigene Plattformen in München und im ungarischen Debrecen.


Die großen Zukunftsthemen abseits der Autoproduktion beschäftigen sich mit den alltäglichen Ansprüchen, denen die Nutzer der Mobilität von morgen gerecht werden möchten und müssen. Neue, verbesserte Lademöglichkeiten für die Elektrofahrzeuge – zuhause, in der Arbeit oder auf der Langstrecke – sind hier ­genauso gefragt wie möglichst effizientes Energiemanagement sowie innovative Software-Lösungen, im privaten wie im öffentlichen Leben.


Roboter-Taxis im Einsatz


Autonomes Fahren, so lautet einer dieser spannungsgeladenen Begriffe. Dieses vollautomatisierte System, das dem Fahrer erlaubt, zumindest zeitweise die Hände vom Steuer zu nehmen, wirkt elektrisierend bis beängstigend. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis die Besitzer von privaten Pkw im Tiefschlaf von ihrem Auto an das gewünschte Ziel gebracht werden können. Roboter-Taxis, die ihre Passagiere autonom und ohne Fahrer abholen und transportieren, sind in den USA jedoch bereits im Einsatz. In Deutschland befinden sich die Robo-Shuttles in der finalen Testphase.


Mit Sonnenkraft: Die neue Wallbox KeContact P30 PV Edition von Keba lädt den Solarstrom, der im Haus überschüssig ist, direkt in die Batterie des Elektroautos.

Die Kraft der Sonne möglichst schnell und einfach in die Akkus zu bekommen, dies sei laut vielen Entwicklern und Nutzern der ideale Weg, die Energie für die Elektrofahrzeuge zu gewinnen. Entsprechend dynamisch sind die technischen Fortschritte in diesem Segment. Die Keba Group, ein international agierendes Unternehmen für Automationslösungen und renommierter Hersteller von Ladeinfrastruktur, hat seit kurzem das Modell KeContact P30 PV Edition auf dem Markt. Eine Wallbox, die den Nutzen des selbstproduzierten Solarstroms optimiert, indem sie – nach dem Motto: erst das Haus, dann das Auto – die überschüssige Energie direkt in das Elektrofahrzeug speist.



Laden auf der Langstrecke


Mit Vehemenz wird auch das Netz der öffentlichen Ladepunkte vergrößert und verdichtet. Geschäftsreisen oder Urlaubstrips auf der Langstrecke sind inzwischen problemlos zu bewältigen, weil große Betreiber wie Ionity oder EnBW ihr Angebot an Schnellladepunkten europaweit sukzessive ausbauen. In vielen der neu konzipierten und attraktiv gestalteten Ladeparks wird der Stopp zum Stromziehen damit zum reinsten Vergnügen.


Mit der Idee, den Strom bereits während der Fahrt im Elektroauto zu gewinnen, beschäftigen sich verschiedene Start-ups und wissenschaftliche Kapazitäten wie das Fraunhofer Institut bereits seit Jahren. Organische Zellen, direkt auf der Autokarosserie oder als eine Art Dach über der Straße angebracht, gelten beispielsweise als ideale Empfänger für Sonnenenergie.


Ein Boom-Segment des Jahres 2023, das auch mittelfristig höchstes Potenzial verspricht, ist das Fahrrad. In der Kleinversion oder als Lastenrad, betrieben per Muskelkraft oder mit Akku. Das Zahl der passionierten Radler steigt stetig. Auf dem Radweg ist heute vieles möglich, wie das Frikar, das E-Bike mit vier Rädern und Dach – ein Velomobil der Zukunft.

Neu auf dem Radweg: Das Frikar hat Platz für einen Erwachsenen und ein Kind, bietet Schutz vor jedem Wetter. Preis: 7.436 Euro.

Auto-Abo für alle


Das gewünschte Fahrzeug zu fixen Konditionen auf bestimmte Zeit zu mieten, liegt voll im Trend. Speziell in den Sommermonaten verzichten immer mehr Stadtbewohner auf ein eigenes Auto, weil sie bewusst das Fahrrad oder den E-Scooter für den Weg zur Arbeit nutzen. Werden die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger, abonnieren sie schnell und einfach das Auto ihrer Wahl. Auch Car-sharing-Dienste werden in diesen wirtschaftlich instabilen Zeiten vermehrt nachgefragt.

 

Mehr E-Lastenräder


Zu Beginn galten sie als höchst eigenartige Kreationen von Freaks, inzwischen prägen die Transport-Bikes das Bild jeder modernen Metropole. Kurz oder extralang, schmal oder überbreit, für geschäftliche Fuhren oder als schicke Mitfahrgelegenheit für die Kinder des Hauses. Die Lastenräder sind einfacher zu steuern, als es mitunter aussieht. Per Muskelkraft oder batteriegetrieben. Die Anzahl dieser Modelle wird in den nächsten Jahren nachhaltig steigen – sämtliche Parkgebühren inklusive.

 

Smart: Digitale Autoschlüssel


Die Elektropioniere von Tesla bieten es bereits seit einiger Zeit: Jetzt arbeiten auch die meisten anderen Hersteller daran, den traditionellen Autoschlüssel durch eine digitale Variante zu ersetzen. Dieser befindet sich auf dem Smartphone des Autobesitzers – und in der Cloud. Der Verlust des digitalen Schlüssels ist also ausgeschlossen.


 

Arbeiten im Pkw


Diese Nachricht wird speziell die Geschäftsreisenden elektrisieren: Android Auto und Apple CarPlay, die digitalen Schnittstellen zwischen Smartphone und Auto, werden massiv ausgebaut. In der Konsequenz kann die Fahrzeit oder auch der Zwischenstopp an der Ladestation als gehaltvolle Arbeitszeit genutzt werden. Anrufe und Online-Meetings können auf diese Weise einfach und professionell gesteuert werden. Auch Microsoft, Tesla und Zoom arbeiten an entsprechenden Apps.

 

E-Scooter stabil


Die kleinen, munteren Flitzer polarisieren, seit sie vor einigen Jahren ihren Weg in die Stadtzentren fanden. Oft stehen und liegen sie wild durcheinander auf den Gehwegen, die Zahl der schweren Unfälle steigt, im Vergleich zu den Fahrrädern gelten sie als weniger ökonomisch. Und doch: Die E-Scooter haben sich als praktische Alternative für die erste und letzte Meile etabliert. In den Visionen der Stadtplaner spielen sie eine zentrale Rolle.



 

Mobil per Applikation


Für all diejenigen, die künftig flexibel, frisch und frei entscheiden möchten, wann, wo und mit welchem Fahrzeug sie von A nach B kommen, sind Mobility-Apps auf dem Smartphone die erste Wahl. Über Anbieter wie Sixt, Share Now oder die Bahn-Tochter Flinkster können per Wischer die passenden Fahrzeuge gebucht werden. Auch Fahrräder, E-Scooter oder Roboter-Taxis werden auf diese Weise reserviert und genutzt.



 

Biking in der City


Größtes Marktpotenzial versprechen sich die Analysten der größten Trendforscher im Segment der Fahrräder. Besonders im Stadtbereich wird der heutzutage oft digitalisiert und mit Akkus betriebene Drahtesel immer bedeutender – aus ökologischen Gründen und auch, weil das Gesundheitsbewusstsein der Fahrer sich stetig vergrößert. Metropolen wie München weisen nun breitere Radwege aus, auch an Radautobahnen wird gearbeitet.




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