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Toyota bZ4X Touring im Test: Kraftvoll, geräumig und alltagstauglich

Autorenbild: Armin Grasmuck
Armin Grasmuck
vor 4 Stunden
5 Min. Lesezeit

Ein Wolf im Schafspelz“, so umreißt es der Kollege im Verlagshaus. Die Stimme vibriert, seine Augen leuchten. Er hat den Toyota bZ4X Touring vorgefahren. Und ja, der Kollege, der sonst mehr den direkten Draht zu den Geschäftskunden pflegt als Autos zu testen, scheint von dem neuen Modell nachhaltig beeindruckt zu sein. Der bZ4X als Touring? Es klingt knifflig. Denn das Grundmodell, seit Sommer 2022 als SUV der Mittelklasse auf dem Markt, bietet bereits reichlich Volumen. Jetzt wird der E-Toyota also auch in der Kombiversion angeboten. Mehr Platz, mehr Komfort – so lautet die Prämisse.


Unser Testwagen ist offiziell als Toyota bZ4X Touring Lounge AWD definiert. Das heißt: volle Hütte. Top ausgestattet, etwa mit Leichtmetallfelgen auf 20 Zoll, Panoramaglasdach, Rückfahrkamera, automatischem Assistenten zum Einparken und digitalem Rückspiegel. Es bedeutet auch: 380 PS. Ein Wolf im Schafspelz? Nun ja, zumindest der massive Vorschub scheint garantiert zu sein.


Fotos: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Fotos: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Neue Akzente


Auch optisch wirkt der Tourer frischer und dynamischer als der Urtyp. Gut zu erkennen ist dies an der markanten und kantigen Front. Zwischen den nun tiefer positionierten Scheinwerfern strahlt eine durchgehende Lichtleiste, was den Kombi noch massiver wirken lässt.


Das Heck setzt ebenfalls neue Akzente. Überarbeitet worden sind die Stoßstange und die Lichtleiste, die etwas schmaler erscheint. Dazu kommen die großen Felgen, die robusten Stoßfänger vorn wie hinten und der neue Anstrich in Brillant Bronze Metallic: Dieser vom Hersteller dezent als „alltagstauglich“ beschriebene bZ4X trägt offensichtlich auch die Attribute von Outdoor und Offroad in sich. Eigentlich logisch, denn der rein elektrische Toyota wird in enger Kooperation mit Subaru, dem ebenfalls in Japan beheimateten Hersteller und Experten für geländegängige Modelle, gebaut.


Interieur im Zeitgeist


So, genug theoretisiert. Jetzt möchten wir den Tourer auch bewegen. Wir nähern uns dem Fahrzeug, die Türen entriegeln sich automatisch. Smart Key, so heißt es im Fachjargon. Wir steigen ein, sitzen bequem und machen große Augen. Jep, der bZ4X ist auch im Innenraum nachhaltig aufgetrimmt worden. Neues Cockpit, größerer Touchscreen, praktische Ladeschalen für die Smartphones – alles schnell und einfach zu erfassen.


Erste Ausfahrt - electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Toyota bZ4X Touring zu testen.
Erste Ausfahrt - electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Toyota bZ4X Touring zu testen.

Wir drücken den Startknopf und drehen den Wahlregler auf der Mittelkonsole – D wie Drive. Der bZ4X rollt ruhig und gediegen vom Parkplatz. Fast lautlos und geschmeidig gleitet er durch die engeren Straßen. Doch dann, kurz hinter dem Ortsschild, das Strompedal etwas tiefer getreten .... boah, der Tourer schiebt tatsächlich kräftig an. Die Hände krallen sich am Lenkrad fest. Es fällt auf, dass sich dieses wuchtige Fahrzeug in den schnellen und engeren Kurven überraschend agil präsentiert. Satte zwei Tonnen Leergewicht? Wir spüren nur wenig davon. Auf der Landstraße schnurren wir jedoch lieber entspannt bei Tempo 70 bis 100.


Aerodynamisch klar - Der Kombi ist länger und damit voluminöser als das SUV im Grundmodell – und doch windschnittig. Sind die Rücksitze umgeklappt, fasst der Kofferraum bis zu 1718 Liter. Fotos: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Aerodynamisch klar - Der Kombi ist länger und damit voluminöser als das SUV im Grundmodell – und doch windschnittig. Sind die Rücksitze umgeklappt, fasst der Kofferraum bis zu 1718 Liter. Fotos: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Stichwort Lenkrad. Das zentrale Steuerelement mit dem prägnanten Markenlogo in der Mitte bietet zahlreiche Druckknöpfe und Schaltwippen. Sie sind leicht zu bedienen und allein durch ein wenig Probieren auch relativ schnell zu erfassen. Einen Mix aus Infobildschirm und Head-up-Display stellt das weit und hoch hinter dem Lenkrad positionierte Kombiinstrument dar. Es liefert dem Fahrer, klar strukturiert, alle relevanten Daten.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Viel Platz, auch in Reihe zwei


Zu dem ruhigen und gediegenen Fortkommen trägt, wie bereits im Urmodell, das großzügige Raumgefühl bei. Auf den Vordersitzen und auch im Fond findet im bZ4X jeder Passagier seinen Platz. Ja, in diesem gedehnten SUV der Mittelklasse lassen sich die Beine bequem ausstrecken. Auch der Kofferraum ist opulent bemessen. Sind die Rücksitze vollständig umgeklappt, fasst er bis zu 1718 Liter.


Auf der Bundesstraße entlang der Donau aktivieren wir den Tempomat. Ein Tastendruck auf der rechten Seite des Lenkrads, das Tempo über die Taste Plus-Minus fixiert und der Abstand zum Vorausfahrenden justiert – jetzt fährt der Toyota praktisch automatisch. Wir lenken und halten das Verkehrsgeschehen im Blick. Es wirkt entspannend, weil unser Testwagen sich professionell an die jeweilige Lage anpasst. Er bremst, er beschleunigt. Erscheint ihm eine Kurve zu rasant, fährt er sie einfach etwas langsamer. Daran können wir uns gewöhnen.


Stabil auf dem Feldweg


Die ausgedehnte Einheit im Gelände sparen wir uns. Doch wir möchten schon wissen, wie sich der kernige Tourer abseits des Asphalts verhält. Also rein in den Feldweg, zumindest ein wenig auf dem trockenen Schotter schütteln. Viele der groben Unebenheiten steckt der bZ4X über seine starken Dämpfer weg. Er bleibt stabil, auch als es im angrenzenden Wald etwas enger, wurzeliger und steiler wird. Alltagstauglich? Wir meinen: ja – selbst für Bauern und Förster.


Die Leistung des Toyota ist jedoch auch für Dienstfahrten auf konventionellen Wegen und für die Stippvisite im Supermarkt ausgesprochen großzügig ausgelegt. Der allradgetriebene bZ4X Touring schiebt mit 280 Kilowatt, den besagten 380 Pferdestärken und dem mächtigen Drehmoment von 537 Newtonmetern nach vorn. Er hat eine 74,7 Kilowattstunden große Batterie an Bord, die – abhängig von der Größe der Felgen – mehr als 520 Kilometer nach WLTP-Standard ermöglichen soll.


Fünf Sterne von Euro NCAP


An Schnellladesäulen kann der Strom mit der Leistung von bis zu 150 Kilowatt in den Akku gezogen werden. Laut Toyota ist die Batterie damit in knapp einer halben Stunde von zehn auf 80 Prozent geladen. In der von uns gefahrenen Lounge-Variante ist zudem ein 22-Kilowatt-On-Board-Charger für AC-Ladepunkte verbaut. An entsprechend ausgelegten Wallboxen kann der Tourer in rund 3,5 Stunden von null auf 100 Prozent geladen werden.


Die zweite Hälfte unserer groß angelegten Testrunde starten wir auf der Autobahn. Auch hier wirkt der bZ4X in jeder Sequenz souverän. Er hält den Kurs, wechselt dank des künstlich intelligenten Assistenten für den Spurwechsel zudem die Fahrbahn jederzeit gut abgestimmt, ohne Wackler. Als weitere Assistenzsysteme hat der Tourer unter anderem das Pre-Collision-System, das Fußgänger und Radfahrer erkennt und bei Bedarf die automatische Notbremse aktiviert, den Warner für den Querverkehr, die Einparkhilfe und die 360-Grad-Kamera an Bord. Von Euro NCAP, der maßgeblichen Instanz für Sicherheit, gibt es dafür die Höchstzahl von fünf Sternen.


Faktor Lounge - Der Innenraum des Tourers ist modern und aufgeräumt gestaltet. Ansprechende Materialien und das großzügige Platzangebot sorgen auch auf der Rückbank für ein angenehmes Ambiente. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Faktor Lounge - Der Innenraum des Tourers ist modern und aufgeräumt gestaltet. Ansprechende Materialien und das großzügige Platzangebot sorgen auch auf der Rückbank für ein angenehmes Ambiente. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Anhängelast 1500 Kilo


Robustheit, Vortrieb und Volumen: Die Strategen von Toyota zielen mit der Topversion des bZ4X auf anspruchsvolle Fahrer und Umsteiger, welche die umfassenden wie komfortablen Extras und die Vorzüge des batterieelektrischen Antriebs zu schätzen wissen. Dazu zählen aktive Familien, für die der Faktor Outdoor relevant ist, sowie natürlich auch die Verantwortlichen von gewerblichen Fuhrparks und Flotten. Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Tourer zieht auch Anhänger mit dem Gesamtgewicht von bis zu 1500 Kilogramm.


Klar, die Lounge-Option, die wir fahren, hebt sich durch massive Leistung sowie die zusätzlichen Elemente für Komfort und Sicherheit deutlich von der frontgetriebenen Basisversion ab. Laut Hersteller soll es eine Alternative für Kunden mit gehobenem Anspruch darstellen.


Satte Rabatte


Der Toyota bZ4X Touring Lounge AWD steht mit 59.500 Euro auf der Preisliste. Davon abzuziehen ist der Bonus von bis zu 7600 Euro, den die Vertragshändler derzeit bieten – plus gegebenenfalls die staatliche Förderprämie. Die Leasingraten liegen beispielsweise im Bereich zwischen 250 und 400 Euro monatlich, auf 60 Monate, 10.000 Kilometer im Jahr und mit einer Anzahlung von 1000 Euro.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Technische Daten


Hersteller

Toyota

Modell

bZ4X Touring Lounge AWD

Antriebsart

Elektro

Leistung

280 kW / 380 PS

Maße / Gewicht

4830 x 1860 x 1675 mm / 2000 kg

Antriebsachse

Allrad

Anzahl der Türen

5

Kofferraum­volumen

669 - 1718 l

Reichweite

528 km (WLTP)

0-100 km/h

4,5 Sekunden

Spitze

180 km/h

Preis

59.500 €


 
 
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