Volkswagen ID. Polo: Kultmodell fährt erstmals rein elektrisch vor
- Armin Grasmuck

- 8. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Neue Masse
Zurück in die Zukunft. Der Titel des Filmklassikers aus den 80er-Jahren passt perfekt zu diesem Neustarter: ID. Polo – zum ersten Mal verknüpft Volkswagen einen traditionsreichen Modellnamen mit den kernigen Attributen des batteriegetriebenen Fortschritts.
Es ist eine Zeitenwende bei VW. Der Polo, seit relativ genau 51 Jahren auf dem Markt sowie mehr als 20 Millionen Mal gebaut und ausgeliefert, fährt in die Mobilität von morgen. Die siebte Modellgeneration dieses Klassikers ist die erste rein elektrische.
„Unsere Modellnamen sind in den Köpfen der Menschen fest verankert“, sagt Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen und Mitglied des Konzernvorstands: „Sie verkörpern Eigenschaften wie Qualität, zeitloses Design und Technologie für alle. Daher werden wir unsere bekannten Namen in die Zukunft führen. Der ID. Polo ist nur der Anfang.“ Auf der ersten Präsentation des neuen Modells im Hamburger Hafen betonen die VW-Oberen unisono, mit welcher Konsequenz sie die hauseigene Transformation voranzutreiben gedenken.
Geht ihr Kalkül auf, wird der Bestseller Polo zum Volksstromer. Ein alltagstauglicher Kleinwagen für den Massenmarkt, der den Einstieg in die Elektromobilität spürbar erleichtern soll – mit dem Grundpreis von weniger als 25.000 Euro. Das Leasing beginnt laut den Internet-Seiten einiger Händler bei 149 Euro. Noch in diesem Jahr werden die ersten Neuwagen ausgeliefert.

Klare Linien, klassisch, kompakt
Der ID. Polo ist auf der neu konfigurierten und konzerneigenen Elektroplattform MEB+ entwickelt worden, laut Hersteller soll er im Vergleich zu früheren ID-Modellen wie dem ID.3 deutlich Vorteile haben, was das Gewicht, das Platzangebot für bis zu fünf Personen und den Verbrauch betrifft. Dazu kommt der Kofferraum mit dem Volumen von bis zu 440 Litern.
Optisch ist der neue Volkswagen leicht als Polo zu identifizieren. Klare Linien, klassisch und kompakt. Die Lichtbänder vorn und hinten sowie das beleuchtete VW‑Logo wirken als Akzente der Moderne. Im Innenraum präsentieren die Konzernstrategen stolz ihr neu entwickeltes Cockpit mit dem großen, zentral angeordneten Touchscreen und einer Reihe von Tasten für wichtige Funktionen, die der Fahrer im Alltag schnell, einfach und ohne Wischer am Bildschirm bedienen kann. Auch die Druckknöpfe am Lenkrad sind nach einer klaren Logik neu sortiert worden.
Zwei Batteriegrößen, 37 und 52 Kilowattstunden, werden für den Polo angeboten. Sie sollen Reichweiten von 300 respektive 450 Kilometern nach WLTP-Standard anbieten. An Schnellladesäulen zieht der kleine VW den Strom mit der Leistung von bis zu 130 Kilowatt. In rund 20 Minuten sollen die Akkus folglich von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Stichwort Vortrieb. Die Elektromotoren leisten je nach Konfiguration 116 bis 226 PS.

Alternative für kühle Rechner
Mit diesem Gesamtpaket zielt VW primär auf Privatkunden aus dem urbanen Raum ab. Kosten- und effizienzorientierte Autofahrer, oft ohne eigene Wallbox, die in die Elektromobilität einsteigen möchten – junge Familien, auch Pendler. Es ist zudem davon auszugehen, dass der ID. Polo seinen Platz im städtischen Carsharing und anderen Flotten einnehmen wird. Durch die günstigen Leasingraten und die kurzen Lieferzeiten, die der Hersteller proklamiert, scheint er dafür prädestiniert zu sein.

ID.3 NEO: Update komplett für das Urmodell
Zeitgleich mit dem ID. Polo wird die aufgewertete Variante des VW ID.3 vorgestellt. Das Urmodell der Elektromobilität ist von den Konzernstrategen optisch und inhaltlich komplett neu ausgerichtet worden. Der ID.3 Neo wirkt bereits auf den ersten Blick runder und geschliffener – und wie ein echter Volkswagen.
Im Interieur präsentiert sich der Kompakte nachhaltig optimiert, speziell was das Cockpit betrifft. Wie der Polo hat auch der ID.3 nun physische Tasten an Bord – anstelle der bisherigen Wischknöpfe. Dazu kommt die neu entwickelte Software, die künftig regelmäßig Over-the-Air, also via Mobilfunk oder WLAN, aktualisiert wird.
Technisch bietet der ID.3 Neo einen effizienteren Motor und optimierte
Batteriezellen, die je nach Konfiguration Reichweiten von bis zu 630 Kilometern
ermöglichen. Einstiegspreis: 33.995 Euro.


