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Arming Grasmuck - Editorial ELECTRICAR 4/26

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit


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Armin Grasmuck - Chefredakteur
Armin Grasmuck - Chefredakteur

Die Mobilität von morgen wirkt in diesem Frühjahr wie ein bunter Strauß. Oder wie das Feuerwerk der guten Laune. Mit vielversprechenden Botschaften und Schlagworten von besonderer Kraft. Neue Klasse, Megawatt-Charging, Förderprämie. Für weniger als 10.000 Euro, China-Speed und bidirektionales Laden. Wie Pilze schießen die Ladesäulen landauf, landab aus dem Boden, werden die Firmenflotten elektrifiziert und Wallboxen montiert. Der Strom fließt, idealerweise intelligent gesteuert, genau dort, wo das E-Auto steht – zuhause, im Büro, auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums oder vor dem Restaurant. Klar zu vernehmen ist der steigende Anteil der surrenden und schnurrenden Stromer.


Zumindest die Freunde der batteriegetriebenen Fahrzeuge werten diesen Trend als positiv. Die Transformation läuft auf Hochtouren und 2026 wird als Schlüsseljahr der Verkehrswende in die Annalen eingehen. Wer genauer hinsieht, hat allerdings zu konstatieren: Das Potenzial bleibt auch und speziell in dieser Phase des Aufschwungs hoch. Ja, der von Grund auf neu entwickelte BMW iX3 erlaubt es dem Fahrer, selbst 100 Kilometer und mehr freihändig auf der Autobahn zu fahren. Dieses Automobil überholt sogar vollautomatisch, und es schert auch wieder ein. Den Blick von der Fahrbahn zu wenden, auf dem Smartphone zu daddeln oder gar einzuschlafen, ist dem Fahrer jedoch in keiner Sequenz gestattet. Er hat den Blick konsequent auf die Fahrbahn zu richten, bleibt selbstverständlich für den Kurs des Fahrzeugs verantwortlich. Atemberaubend wirken die 400 Kilowatt, mit denen dieses erste Modell der als Neue Klasse betitelten Baureihe die Kilowattstunden aus der Ladesäule saugt. Die Stromstellen, welche die Energie konstant in dieser Geschwindigkeit bereitstellen, sind jedoch noch selten.


Bild: Tada Images/Shutterstock
Bild: Tada Images/Shutterstock

Einen Spitzenplatz im Rennen um technologischen Fortschritt peilt auch Xpeng an. Der chinesische Hersteller, dessen Fahrzeuge ebenfalls herausragende

Ladeleistungen vorzuweisen haben, präsentiert bereits die Modelle der nächsten Dimension. Ein fliegendes Auto zum Transport von Personen ist in der Heimat testweise im Einsatz. Selbst humane Roboter hat das Unternehmen, an dem auch der Volkswagen-Konzern beteiligt ist, bereits vorgestellt. Xpeng präsentiert sich auf Automessen genauso wie in der Tech-Branche. Auf dem europäischen Markt und besonders in der Autorepublik Deutschland geht es nun vorrangig darum, als Marke bekannt und etabliert zu werden. Und wie? Auch mithilfe renommierter Autohändler, die teils über Jahrzehnte den vertrauenswürdigen Umgang mit ihren Kunden pflegen.

Die Weichen sind gestellt. Jetzt heißt es, den Betrieb der Elektromobile sukzessive zu optimieren und für noch mehr potenzielle Nutzer attraktiv zu

gestalten. Es gilt vor allem für den Akt des Stromziehens. Das größte Manko ist und bleibt bis auf weiteres die undurchsichtige Preispolitik an den Ladesäulen. Welcher Tarif ist der günstige? Dies ist selbst für fachkundige Marktbegleiter oft schwer zu deuten. Dagegen könnte das bidirektionale Laden für manche Besitzer von E-Fahrzeugen ein lukratives Geschäft werden. Den über die eigene Photovoltaik erzeugten Strom in der Autobatterie speichern, bei Bedarf ins öffentliche Netz einspeisen und dadurch Erlöse generieren – es klingt wie eine brillante, gewinnbringende und nachhaltige Pointe der großen Transformation.


Viel Spaß beim Lesen!

 
 
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