• Philipp Lumetsberger

Cityflitzer Microlino: Kleinstwagen mit Retro-Charme

Klein, wendig und ideal für kurze Wegstrecken: Beim Microlino handelt es sich - wie der Name bereits vermuten lässt - um einen Kleinstwagen für urbane Gefilde. Mit einer Länge von 2,51 Metern und einer Breite von 1,47 Metern passt das Mini-Elektroauto problemlos in jede Parklücke. Entwickelt hat das Leichtelektromobil der Fahrzeugklasse L7e das in der Schweiz ansässige Unternehmen Micro, dass sich vor allem durch seine Elektroscooter einen Namen gemacht hat.



Langer Weg zur Fertigung


Einen Prototyp hat Micro bereits im Jahr 2016 auf dem Genfer Autosalon der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Aufgrund eines Zerwürfnisses mit dem Entwicklungspartner inklusive Rechtsstreit wurde der Produktionsstart mehrfach nach hinten verschoben und hätte im Herbst 2021 anlaufen sollen. Während dieser Zeit wurde der Microlino jedoch weiterentwickelt und sowohl das Design als auch der Antrieb und der Energiespeicher überarbeitet. Nach einer erneuten Verschiebung wurde nun die Produktion Mitte März gestartet. Die Fahrzeuge werden in Turin in Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen Cecomp gefertigt. Im April oder Anfang Mai sollen die ersten Fahrzeuge auch schon in der Schweiz ausgeliefert werden. Ein paar Wochen danach werden laut Micro deutsche Kunden ihren fahrbaren Untersatz erhalten.


Drei verschiedene Modelle


Das Mini-Auto ist in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich. Das Basismodell mit dem Namenszusatz Urban ist mit einem geschlossenen Dach ausgestattet, optional ist auch ein faltbares Schiebedach erhältlich. Bei der Dolce- und Competizione-Version hingegen ist das faltbare Dach serienmäßig und auf Wunsch wird ohne Aufpreis ein geschlossenes Dach verbaut.

Den schlichten Innenraum der Urban-Variante dominieren Stoffüberzüge in schwarz oder anthrazit. Bei den beiden anderen Versionen kommt neben Stoff auch veganes Leder zum Einsatz. Das Armaturenbrett präsentiert sich äußerst spartanisch. Hinter dem durchaus sportlich wirkenden Lenkrad ist ein Display angebracht, welches sämtliche relevanten Fahrzeugdaten wie etwa Ladestand und Fahrgeschwindigkeit anzeigt. Quer über die gesamte Türbreite ist ein Aluminiumrohr verbaut, an dem sich das Smartphone, Bluetooth-Lautsprecher oder andere Gadgets anbringen lassen. In der Mitte des Rohrs befindet sich ein kleines Touch-Display, über welches die Heizung und die Heckscheibenheizung gesteuert werden kann.


Aufs wesentliche reduziert: Hinter dem Lenkrad befindet sich ein Bildschirm für die Anzeige der Fahrzeuginformationen. Rechts daneben fungiert ein Mini-Display als Bedienelement für Heizung und Co

Retro-Optik trifft Moderne


Beim Design haben sich die Verantwortlichen von Mirco bewusst an den Kabinenrollern aus den 1950er Jahren orientiert. Neben der markanten Form des Microlino stechen auch die quer verlaufenden LED-Leuchtbänder vorne und hinten ins Auge. Die futuristisch anmutenden Scheinwerfer beherbergen auch gleichzeitig die Rückspiegel. Nach vorne öffnet sich die einzige vorhandene Tür und offenbart hinter der feststehenden Lenksäule eine Sitzbank, die Platz für zwei Personen bietet. Einen Türgriff sucht man vergebens, sie wird stattdessen per Knopfdruck geöffnet. Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein Kofferraum mit einem Volumen von 220 Litern. Genügend Platz also, um die alltäglichen Einkäufe verstauen zu können.


Der 12,5 kW starke Elektromotor beschleunigt den rund 500 Kilogramm schweren Microlino auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Fünf Sekunden benötigt der für den urbanen Verkehr konzipierte Wagen für die Beschleunigung von 0 auf 50 km/h.


Darüber hinaus können die Kunden zwischen drei verschiedenen Akkugrößen wählen: 6, 10,5 und 14 kWh. Die letzte Batterievariante soll Unternehmensangaben zufolge allerdings erst ab dem dritten Quartal 2022 verfügbar sein. Je nach Größe des Energiespeichers variiert auch die Reichweite des Microlino dementsprechend zwischen 91, 177 und 230 Kilometern nach WLTP-Berechnung. Das Aufladen kann über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose erledigt werden und nimmt in etwa vier Stunden in Anspruch.


Einstiegsluke: Die Fahrertür des Microlino geht nach vorne auf. Auf einen Türgriff wird verzichtet, stattdessen reicht ein Knopfdruck, um einsteigen zu können

Fokus auf die Umwelt


Bei der Entwicklung spielte auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle. So benötigt der Microlino laut eigenen Angaben aufgrund seines geringen Gewichts 65 Prozent weniger Energie während der Fahrt als herkömmliche Elektroautos. Aber auch durch seine leichte Konstruktion und der verhältnismäßig kleinen Batterie wird bei der Fertigung 60 Prozent weniger Strom im Vergleich zu klassischen E-Autos benötigt. Zu guter Letzt sind im Microlino nur halb so viele Teile wie in anderen Automobilen verbaut. Das schont nicht nur Ressourcen, sondern auch den Geldbeutel des Besitzers. Bereits ab 12.500 Euro der Microlino erhältlich.


Technische Daten

​Hersteller

Micro

Modell

Microlino

Antriebsart

Elektro

Leistung

12,5 kW / 17 PS

Maße / Gewicht

2.519 x 1.473 x 1.501 mm / 469 kg

​Antriebsachse

Hinterrad

Türanzahl

2

Kofferraum-Volumen

230 l

Reichweite

​91 (6 kWh) / 177 (10,5 kWh) / 230 (14 kWh) Kilometer

Spitze

90 km/h

Preis

ab 12.500 €