E-Transporter fürs Gewerbe: Neue Modelle mit mehr Reichweite
- Philipp Lumetsberger

- vor 34 Minuten
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Neue Plattformen, größere Akkus und mehr Varianten prägen den Markt der
E-Transporter. Sechs aktuelle Modelle zeigen, wie verschieden Hersteller die
Anforderungen von Lieferverkehr, Handwerk, Shuttle-Diensten und Flotten angehen.
Elektrische Transporter sind längst keine Rander-scheinung mehr. Was vor wenigen Jahren noch als Speziallösung für einzelne Lieferdienste galt, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil gewerblicher Mobilität. Der Druck kommt dabei aus mehreren Richtungen: strengere CO₂-Vorgaben, wachsende Anforderungen an eine emissionsarme Stadtlogistik, steigende Betriebskosten von Transportern mit Verbrennungsmotor und ökologische Erwartungen von Kunden und Auftraggebern. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge vielfältiger. Neben kompakten Lieferwagen für die letzte Meile entstehen größere Modelle für Handwerk, Shuttle-Dienste, Flottenbetrieb und längere Strecken.
Entscheidend ist dabei keineswegs allein, dass ein Transporter elektrisch fährt. Für den Alltag zählen Reichweite, Ladeleistung, Nutzlast, Laderaum, Wendigkeit und die Frage, wie gut sich das Fahrzeug in bestehende Abläufe integrieren lässt. Viele Hersteller entwickeln ihre Elektrotransporter deshalb nicht mehr nur als umgerüstete Verbrenner, sondern auf stärker elektrifizierte oder eigene Plattformen. Im Folgenden werden sechs batteriebetriebene Modelle vorgestellt, vom großen Personenwagen bis hin zum kompakten Stadtlieferwagen.

Mercedes-Benz VLE
Mit dem VLE schlägt Mercedes-Benz ein neues Kapitel bei den elektrischen Vans auf. Das Modell basiert auf der Van Electric Architecture und soll den Raumkomfort eines Großraumfahrzeugs stärker mit dem Fahrgefühl einer Limousine verbinden. In der Praxis bedeutet das: Platz für bis zu acht Personen, flexible Sitzkonzepte im Fond und ein Innenraum, der je nach Ausführung eher Familienauto, Shuttle oder Reisewagen sein kann. Trotz seiner Größe setzt der VLE auf Technik, die ihn im Alltag handhabbar halten soll. Die optionale Hinterachslenkung reduziert den Wendekreis auf 10,9 Meter, die Luftfederung passt die Fahrzeughöhe an und kann Einstieg, Komfort oder Bodenfreiheit beeinflussen.
Beim Antrieb zeigt Mercedes, wohin die nächste Van-Generation gehen soll. Mit 800-Volt-Technik, einer Batteriekapazität von 115 kWh und einer WLTP-Reichweite von über 700 Kilometern zielt der VLE auf längere Strecken. An passenden Schnellladesäulen sollen in 15 Minuten bis zu 355 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. Vorne bündelt Mercedes viele Funktionen in einem digitalen Cockpit mit bis zu drei Displays, MB.OS und dem MBUX Virtual Assistant. Im Fond stehen Komfort und flexible Nutzung im Mittelpunkt, etwa mit Klapptischen und bequemen Sitzen.
Modell: Mercedes-Benz VLE (5-Sitzer)
Modellstart: 6/26
Preis: ab 82.260 Euro
Motorleistung: 203 kW (276 PS)
Akku: 115 kWh (brutto)
Reichweite: 713 km WLTP

VW e-Caravelle
Der e-Caravelle ist die rein elektrische Variante des klassischen Personentransporters Volkswagen Nutzfahrzeuge. Es handelt sich dabei keineswegs um ein Luxusmodell, sondern um ein großes Fahrzeug für Shuttle-Dienste, Familien oder gewerbliche Personenbeförderung. Angeboten wird es in mehreren Ausstattungsvarianten, darunter Life, Edition und Pan Americana. Je nach Konfiguration sind bis zu neun Sitzplätze möglich, dazu kommen Schiebetüren und ein großzügiger Innenraum mit genug Platz für Passagiere und Gepäck.
Technisch nutzt die Elektroversion eine Batterie mit 70,9 kWh netto. Die Leistungsstufen reichen von 100 über 160 bis 210 kW, Kunden können neben Heck- auch Allradantrieb wählen. Je nach Version reicht eine vollständige Ladung für eine Strecke von bis zu 380 Kilometern. Gleichstromladen ist mit bis zu 125 kW möglich, der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent dauert rund 30 Minuten. Die elektrische Variante verändert vor allem die technische Basis, nicht den grundsätzlichen Charakter des Fahrzeugs. Der e-Caravelle bleibt ein großformatiger Personentransporter, der seine Stärken über Platzangebot und planbare Nutzung ausspielt.

Modell: VW e-Caravelle
Modellstart: 2/25
Preis: ab 66.080 Euro
Motorleistung: 100 kW (136 PS)
Akku: 70,9 kWh (netto)
Reichweite: 369 km WLTP
Renault Trafic E-Tech
Der Renault Trafic E-Tech markiert den Wechsel der Baureihe auf eine neue elektrische Plattform. Vorgestellt wurde bislang der Kastenwagen, der Ende 2026 auf den Markt kommen soll. Renault setzt bei diesem auf ein spezielles Design mit kurzem vorderem Überhang, langem Radstand und einer Höhe von weniger als 1,9 Metern.

Beim Laderaum nennt Renault 5,1 Kubikmeter für die Version L1 und 5,8 Kubikmeter für den längeren L2. Über Seiten- und Hecktüren lassen sich Europaletten verladen. Die Nutzlast liegt bei bis zu 1,25 Tonnen, die Anhängelast bei zwei Tonnen. Der Elektromotor leistet 150 kW. Für die Batterie sind zwei Varianten vorgesehen: eine NMC-Version mit bis zu 450 Kilometern WLTP-Reichweite und eine später folgende LFP-Version mit bis zu 350 Kilometern. Die 800-Volt-Technik soll das Laden von 15 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten vonstattengehen. V2L-Funktionen sind integriert und eine neu entwickelte Software unterstützt vernetzte Dienste und lebenslange Fahrzeugaktualisierungen.
Modell: Renault Trafic E-Tech
Modellstart: Ende 26
Preis: nicht bekannt
Motorleistung: 150 kW (204 PS)
Akku: keine Angabe
Reichweite: bis zu 450 km WLTP

Iveco eJolly
Der Iveco eJolly ergänzt das elektrische Transporterangebot im mittleren Segment und ist vor allem für den Einsatz im urbanen Raum konzipiert. Mit 4,98 oder 5,33 Metern Länge ist er vergleichsweise kompakt, bietet aber je nach Version ein Ladevolumen von 5,3 bis 6,6 Kubikmetern. Die Höhe liegt bei rund 1,95 Metern, wodurch viele Parkhäuser und innerstädtische Zufahrten weiterhin erreichbar bleiben. Beim zulässigen Gesamtgewicht nennt Iveco Werte von 2,8 bis 3,2 Tonnen, die Nutzlast reicht je nach Batterie, Länge und Ausführung bis 1,29 Tonnen.
Beim Antrieb setzt der Hersteller auf einen rein elektrischen Antrieb. Angeboten wird der Transporter mit zwei Batteriegrößen mit jeweils 49 oder 75 kWh. Mit der größeren Batterie soll der eJolly eine Reichweite von bis zu 351 Kilometern schaffen, außerdem sollen zehn Minuten an der Ladesäule für eine Strecke von bis zu 100 Kilometern reichen. Der Innenraum ist dabei ganz klar auf den Arbeitsalltag ausgerichtet. Neben einem niedrigen Einstieg ist der Transporter mit Schiebetüren, einer Rückfahrkamera und einem 10-Zoll-Touchscreen ausgestattet. Digitale Dienste sollen bei Routenplanung, Ladezustand und Flottenverwaltung gezielt unterstützen.
Modell: Iveco eJolly
Modellstart: 2. Quartal 2026
Preis: nicht bekannt
Motorleistung: 100 kW (136 PS)
Akku: 49 kWh bzw. 75 kWh
Reichweite: 233 km (49 kWh) bzw. 351 km (75 kWh) WLTP

Kia PV5 Cargo
Mit dem PV5 Cargo steigt Kia in den Markt vollelektrischer Transporter ein. In Deutschland wird zunächst die Langversion L2H1 angeboten. Mit knapp 4,70 Metern Länge, 1,90 Metern Höhe und einem Radstand von 2,99 Metern ist der Transporter sehr kompakt, bietet aber einen Laderaum von 4,42 Kubikmetern. Auf dem flachen Boden finden zwei Europaletten Platz, die Ladekanten fallen mit 399 Millimetern an der Seite und 419 Millimetern am Heck niedrig aus. Je nach Ausführung beträgt die Nutzlast bis zu 790 Kilogramm.
Zum Start stehen zwei Batteriegrößen mit 51,5 und 71,2 kWh zur Wahl. Die kleinere Version ist mit einem 89 kW E-Motor ausgestattet und erreicht bis zu 297 Kilometer WLTP-Reichweite, die größere kommt auf 120 kW und bis zu 416 Kilometer. Beide Akkus lassen sich unter passenden Bedingungen in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden. Der PV5 Cargo ist frontgetrieben, darf Anhänger bis 750 Kilogramm ziehen. Der Wendekreis beläuft sich auf 11 Meter. Im Innenraum setzt Kia auf ein klares, sachliches Arbeitsumfeld mit vielen Ablagen, 12,9-Zoll-Infotainment-Display, kabelloser Smartphone-Einbindung und zahlreichen Assistenzsystemen.
Modell: Kia PV5 Cargo Essential
Modellstart: 5/26
Preis: ab 32.933 Euro
Motorleistung: 89 kW (122 PS)
Akku: 51,5 kWh
Reichweite: 297 km WLTP

Ford Transit City
Die elektrische Ford Transit-Familie bekommt mit dem Transit City Zuwachs. Das Modell eignet sich besonders für kurze Strecken. Der Transporter ist unterhalb von E-Transit Custom und E-Transit positioniert und soll vor allem im innerstädtischen Liefer- und Serviceverkehr zum Einsatz kommen. Zum Marktstart Ende 2026 sind Kastenwagen mit zwei Radständen und Höhen sowie ein Fahrgestell mit Einzelkabine vorgesehen. Der elektrische Frontantrieb leistet 110 kW, die Energie liefert eine LFP-Batterie mit 56 kWh Nettokapazität. Ford nennt eine WLTP-Reichweite von bis zu 254 Kilometern. Geladen wird serienmäßig mit 11 kW Wechselstrom, an Schnellladesäulen sind bis zu 87 kW möglich. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll rund 33 Minuten dauern.
Je nach Ausführung bietet der Transit City bis zu acht Kubikmeter Ladevolumen und eine Nutzlast von bis zu 1275 Kilogramm. Punkten soll der E-Transporter vor allem mit niedrigen Betriebskosten, eine auf Flotten zugeschnittene Ausstattung und digitale Dienste aus dem Ford-Pro-Ökosystem.
Modell: Ford Transit City Van Trend 2027
Modellstart: 10/26
Preis: ab 42.828 Euro
Motorleistung: 110 kW (156 PS)
Akku: 56 kWh (netto)
Reichweite: 254 km WLTP



