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Megawatt-Laden für E-Lkw: Aral eröffnet 1000-kW-Ladepark an der A7

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 13 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit

Meilenstein auf dem Weg in die Mobilität von morgen: Am neuen Aral-Ladepark auf dem Rasthof Schwarmstedt, direkt an der Autobahn A7 zwischen Hamburg und Hannover, können rein elektrische Lkw mit Leistungen von bis zu 1000 Kilowatt den Strom in ihre Batterien ziehen.


Historische Premiere: Achim Bothe (Vorstandschef der Aral AG), Marcus Biermann (Geschäftsführer Ladesonne), Anur Colpan (Bürgermeisterin Buchholz/Aller), die Bundestagsabgeordnete Vivian Tauschwitz, Alexander Junge (Aral-Vorstand), Björn Gehrs (Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt) und Hartmut Prüß (Landesministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen). Bild: electricar
Historische Premiere: Achim Bothe (Vorstandschef der Aral AG), Marcus Biermann (Geschäftsführer Ladesonne), Anur Colpan (Bürgermeisterin Buchholz/Aller), die Bundestagsabgeordnete Vivian Tauschwitz, Alexander Junge (Aral-Vorstand), Björn Gehrs (Bürgermeister der Samtgemeinde Schwarmstedt) und Hartmut Prüß (Landesministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen). Bild: electricar

Elektrisierend im wahren Wortsinn ist die Atmosphäre in Schwarmstedt. Auf dem Rasthof direkt an der Autobahn A7, rund 40 Kilometer nördlich von Hannover, führt Aral Pulse die Technologie des Megawattladens ein. Rein elektrische Lastkraftwagen können hier mit Ladeleistungen von bis zu 1000 Kilowatt den Strom in ihre Batterien ziehen. Es ist ein Meilenstein auf dem Weg in die Mobilität von morgen.

„Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen ist ein wichtiger Hebel, um einen Beitrag zur Dekarbonisierung im Transportsektor zu leisten“, sagt Alexander Junge, Aral-Vorstand für Elektromobilität im Gespräch mit electricar: „Mit der Einführung von Megawattladetechnologie schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch große Flotten – insbesondere im Fernverkehr – ihre Fahrzeuge zuverlässig, schnell und wirtschaftlich elektrifizieren können.“ Für Aral sei dies ein wichtiger Schritt, die Kunden beim Wandel hin zu alternativen Transportlösungen aktiv zu unterstützen. „Wir wollen auch in diesem Bereich erste Wahl unserer Kunden sein“, fügt Junge an.


Aral Pulse, die E-Mobilitätsmarke Aral und damit ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Energiekonzerns BP, treibt den Ausbau seines ultraschnellen Ladenetzes in Deutschland vehement voran – im höchsten Spektrum aus Qualität und Leistung. Im aktuellen HPC-Ladetest von electricar liegt der Ladenetzbetreiber mit Sitz in Bochum bundesweit ganz vorn. Das Megawattladen ist der nächste Beleg für den stetigen Fortschritt und ein entscheidender Faktor, speziell im professionellen Schwerverkehr.


Laden an der neuen Säule: Tobias Wagner (links), der bekannte Elektrotrucker, mit electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck. Bild: electricar
Laden an der neuen Säule: Tobias Wagner (links), der bekannte Elektrotrucker, mit electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck. Bild: electricar

Speziell für E-Lkw konzipiert


Großer Pluspunkt: Die Fahrer der elektrischen Lastzüge können am neuen Ladepark auf dem Rasthof Schwarmstedt wie an nahezu jeder großen Aral-Station von der Infrastruktur profitieren, die traditionell vorhanden ist. Neben dem Akt des Ladens an den Säulen werden hier Duschen, WC, Ruhebereiche, Läden und gastronomische Einheiten angeboten. Zeitgleich mit der Premiere in Schwarmstedt eröffnet Aral Pulse auch Megawatt-Truck-Stops in Hannover an der A2, im fränkischen Schnaittach an der A9, in Rastow an der A24 zwischen Hamburg und Berlin sowie zeitnah in Königs Wusterhausen an der A10 nahe der Hauptstadt. „Das Megawattladen ist der aufkommende Standard für die E-Lkw auf der Langstrecke“, sagt Aral-Pulse-Chef Junge: „Dementsprechend planen wir den weiteren Ausbau von Lademöglichkeiten in diesem Bereich.“


In der Praxis bedeutet dies, dass jeder Standort mit bis zu sechs für Lastwagen zur Durchfahrt geeigneten Ladebuchten verfügt, die rund um die Uhr zugänglich sind. In Schwarmstedt kommt erstmals auch das neu entwickelte dezentrale Ladesystem HYC1000 von Alpitronic zum Einsatz, welches das Megawattladen im MCS-Standard genauso wie das konventionelle CCS-Laden ermöglicht. Die riesigen Batterien der Elektro-Lkw können hier in nur 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt werden.


Strom aus dem Solarpark


„Mit unserem Megawattladesystem wollen wir gemeinsam mit Aral Pulse die Elektrifizierung des Schwerlast- und Langstreckenverkehrs vorantreiben“, erklärt Alpitronic-Manager Kai Moldenhauer. „Ladezeiten von nur 30 bis 40 Minuten passen ideal zu den gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitunterbrechungen und machen den Einsatz elektrischer Lkw im Logistikalltag wirtschaftlich und praktikabel.“ Laut Auskunft der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur ist Aral Pulse mit mehr als 30 Standorten der größte Anbieter von öffentlichen Ultraschnellladern für Elektro-Lkw in Deutschland.


Das Zusammenspiel von neuester Technologie und nachhaltig gewonnener Energie wirkt am Rasthof Schwarmstedt perfekt konzipiert. Für den Betrieb der neuen Ladestation bezieht Aral Pulse den Strom von einem Solarpark der Firma Ladesonne, der auf einer Fläche von vier Hektar direkt nebenan liegt. Dort kann natürliche Energie in der Kapazität von 4,6 Megawatt erzeugt werden. „Mit unserem Solarpark in Schwarmstedt laden wir Sonnenenergie in die Lkw und Autos“, sagt Marcus Biermann, Geschäftsführer von Ladesonne. „Wir freuen uns, hier zusammen mit Aral einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Gemeinsam bringen wir emissionsärmere Mobilität auf die Straße und zeigen, dass Schritte zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs heute schon möglich sind.“


Der batteriegetriebene Kastenwagen Cargo Box BEV, der im Stellantis-Werk in Atessa gebaut wird, basiert auf dem Fiat Ducato und bietet das Ladevolumen von bis zu 18,3 Kubikmetern. Bild: electricar
Der batteriegetriebene Kastenwagen Cargo Box BEV, der im Stellantis-Werk in Atessa gebaut wird, basiert auf dem Fiat Ducato und bietet das Ladevolumen von bis zu 18,3 Kubikmetern. Bild: electricar

Großes Potenzial


Nachhaltig elektrisiert präsentiert sich auch Berufskraftfahrer Tobias Wagner, der eigens zu der Premiere des Megawattladens bei Aral Pulse in Niedersachsen angereist ist. „Es ist genau das, wovon wir träumen“, sagt der als „Elektrotrucker“ über seine Posts in den sozialen Medien bekannte Fernfahrer: „Ein Rasthof, an dem du schnell und zuverlässig laden kannst – das brauchen die Logistikbetriebe, um seriös planen zu können.“


Wagner, gebürtiger Oberbayer und im Auftrag einer friesischen Spedition unterwegs, ist mit seinen E-Lkw in ganz Europa im Einsatz. Er gibt zu bedenken, dass auch der gesetzliche Rahmen entsprechend angepasst werden müsse. Es sei derzeit noch ein Problem, die Laster vor oder nach dem Laden umzuparken, weil dadurch formal die vorgeschriebenen Ruhezeiten unterbrochen werden – selbst wenn das Fahrzeug nur ein paar Meter für ein paar Sekunden rangiert wird. Das von ihm angeregte Reservierungssystem, das dem Lkw den freien Platz am avisierten Ladepunkt garantiert, haben die Strategen von Aral bereits entwickelt.


Ausgezeichnet


Der Ladepark von Aral Pulse in Schwarmstedt ist speziell für die E-Lkw im Fernverkehr konzipiert worden. Er ermöglicht das Megawattladen und verkürzt

damit die Standzeit der Lastzüge deutlich. Top! So bewertet es die Redaktion von electricar.

Pioniere des Megawattladens


Bild: electricar
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Auch der Rastplatz Lipperland Süd an der Autobahn A2 bei Bielefeld ist ein bedeutender Standort für E-Mobilität: Deutschlands erster öffentlicher Megawattladepunkt für E-Lkw, der vom Projekt HoLa initiiert wurde.​

EnBW mobility+ betreibt die Station, während ABB E-mobility die hochleistungsfähige Ladeinfrastruktur mit bis zu 1,2 Megawatt lieferte, basierend auf dem neuen Megawattstandard, der aktiv von Lkw-Herstellern wie Daimler Truck, MAN, Scania und Volvo mitentwickelt wurde. Ladezeiten von 30 bis 45 Minuten ermöglichen Reichweiten vvon mehreren hundert Kilometern. Im Vergleich zu herkömmlichen 400-kW-Ladepunkten verdreifacht der Megalader die Geschwindigkeit und passt perfekt in die gesetzlichen Fahrerpausen.


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Milence: Standort mit Kulturfaktor


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Das Spezialnetz Milence, ein Joint Venture von Daimler Truck, Traton und Volvo Trucks, betreibt in Vockerode an der A9 zwischen Berlin und Leipzig, einen modernen Ladehub nur für schwere E‑Lkw und positioniert den Standort als Baustein der künftigen, fossilfreien Transportlogistik in Europa. Der Hub liegt bei Oranienbaum‑Wörlitz im Ortsteil Vockerode in Sachsen‑Anhalt und bedient vor allem die stark befahrene Achse auf dem Skandinavien‑Mittelmeer‑Korridor. Direkt an der Autobahnabfahrt gelegen, verbindet der Standort die historische Kulturlandschaft an Elbe und Mulde mit der neuen Infrastruktur einer elektrifizierten Fernverkehrsroute. Der Ladepark verfügt über vier durchfahrbare Ladebuchten mit CCS‑Technik und bis zu 400 kW Leistung.


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Großprojekt am Fußballstadion


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Auf dem Busparkplatz der Münchner Allianz Arena entsteht über eine Kooperation des FC Bayern mit MAN Truck & Bus ein Hochleistungsladepark für Nutzfahrzeuge mit insgesamt 30 Megawatt- und HPC-Ladepunkten. Geplant sind drei Ausbaustufen, die täglich bis zu 500 elektrische Lkw und Busse laden können – ausschließlich mit 100-prozentigem Ökostrom aus dem leistungsstarken Netz der Arena. Die Lage am Autobahnkreuz München-Nord mit eigenem Anschluss macht den Standort ideal. Täglich passieren rund 10.000 Lkw diesen zentralen europäischen Knotenpunkt. An Spieltagen wird das Stromnetz der Arena für Flutlicht und Gastronomie genutzt, an freien Tagen steht die Fläche für den Schwerverkehr zur Verfügung.


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