• Oliver Janko

Besser gut versichert

So finden Sie die passende Versicherung für Ihr E-Auto


Der Kauf eines E-Autos ist in der Regel von einigen Entscheidungsfindungen gesäumt. Am Anfang steht die Wahl des passenden Autos, was aufgrund der stetig wachsenden E-Fuhrparks der PKW-Bauer für sich alleine schon einige Recherche nach sich zieht (übrigens: hier helfen Webseiten wie www.elektroauto

datenbank.com). Ist diese Entscheidung gefällt, stellt sich spätestens die Frage nach etwaigen Förderungen, Kaufprämien oder Steuerbefreiungen - unterschiedliche Länder bieten hier unterschiedliche Lösungen. Österreich beispielsweise fördert nicht nur den Kauf, es entfällt auch die sogenannte motorbezogene Versicherungssteuer bei E-Autos. In Deutschland werden „reine“ E-Autos (also keine Hybride) mit bis zu 9.000 Euro bei der Anschaffung gefördert.



Pflicht & freier Wille


Egal aber, wo Sie sich Ihren neuen Flitzer zulegen:

Am Ende steht die Versicherung. Wie jedes Fahrzeug sind auch Elektroautos gesetzlich verpflichtend zu versichern, um die Haftpflicht kommen Sie also auch weiterhin nicht herum. Die Kfz-Haftpflicht entschädigt die Unfallopfer, kommt also für Schäden am fremden Fahrzeug auf. Das kann mitunter Gold wert sein.

Alles weitere bleibt dann allerdings Ihnen überlassen - und hier beginnt in der Regel die Arbeit. An den meisten Versicherungsunternehmen sind die steigenden Zulassungszahlen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen nicht vorbeigegangen, insofern gibt es durchaus Wettbewerb. Heißt im Klartext: Vergleichen lohnt sich, nicht wenige Versicherungsunternehmen werben mit durchaus attraktiven Spezialangeboten für E-Autos. Allerdings unterscheiden sich die Angebote teils stark, was den Vergleich nicht gerade einfacher macht.


Die Wahl des Autos ist leicht - die der

Versicherung weniger.


Individuelle Pakete


Voll- und Teilkaskoversicherungen etwa sind optional. Bei einem Neuwagen bietet sich eine Vollkaskoversicherung grundsätzlich an. Sie sollten aber darauf achten, dass sämtliche Versicherungsleistungen, die bei einem Elektroauto zusätzlich Sinn machen, auch wirklich inkludiert sind. Mitunter wird mit individuell zusammenstellbaren Angeboten gearbeitet - was praktisch sein kann, wenn man weiß, was man braucht. Damit sind wir auch schon bei der entscheidenden Frage: Welche Versicherungsleistungen benötige ich denn wirklich zusätzlich?

Der Akku ist, das zeigte unsere Recherche, in so gut wie allen Fällen bei den diversen Anbietern in Österreich und Deutschland mitversichert. Das ist auch wichtig: Schätzungsweise ein Drittel des Gesamtwertes eines E-Autos macht die Batterie aus. Manche Versicherungen bieten noch weitere Schutzmöglichkeiten an, beispielsweise wenn die Batterie wegen eines Bedienungsfehlers (beispielsweise beim Laden) kaputt geht oder aus Folge daraus zu schnell zu viel Leistung verliert.


Stadt oder Land?

Sie sollten sich außerdem überlegen, wie weit der Wagen gegen Einflüsse von außen versichert sein sollte. Mader und Co beißen gerne an Kabeln herum, ein Elektroauto hat davon einige. Diese Art von Versicherungsschutz lohnt sich allerdings eher mit Freiluftparkplatz am Land als mit der Parkparzelle in der innerstädtischen Tiefgarage.

Unfall und Vandalismus wiederum sind in vielen Paketen enthalten, ebenso wie zumeist der Diebstahl des Ladekabels. Achten sollten Sie dabei stets darauf, welchen finanziellen Rahmen das jeweilige Versicherungsprodukt abdeckt. Praktisch kann mitunter auch eine sogenannte „All-Risk-Abdeckung“ sein, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Was das genau ist, erklären wir Ihnen auf der nächsten Seite.


1,2 % Der Marktanteil von reinen Elektroautos in Deutschland hat im Vorjahr die Ein-Prozent-Hürde geknackt.


Schlau sparen


Sie sehen schon: Die Wahl der richtigen Versicherungsleistungen ist nicht ganz einfach. Allein in Deutschland gibt es laut Statista 91 verschiedene Unternehmen, die KFZ-Versicherungen anbieten. Empfehlenswert sind da auf jeden Fall die diversen Vergleichsportale, die zumindest bei der Vorentscheidung sehr hilfreich sein können. So oder so gilt: Wer vergleicht, gewinnt - nicht nur beim Kauf, auch bei den Folgekosten.

Die All-Risk-Abdeckung


Der Name ist hier Programm: Eine All-Risk-Versicherung deckt grundsätzlich sämtliche Schäden ab, unabhängig davon, wie sie passiert sind. Achtung allerdings: Mitunter gibt es dennoch Ausnahmen, die müssen aber ausgewiesen werden. In dem meisten Fällen decken diese „Premium“-Versicherungen aber sämtliche Schadensfälle ab - also Beschädigung, Zerstörung und sogar der Verlust des Akkumulators durch alle Ereignisse. Klären sollten Sie allerdings vorab, wie hoch die Entschädigung maximal ausfällt. Oft wird hier der sogenannte Wiederbeschaffungswert mit Stichdatum des Schadensfalles herangezogen.

Vergleichen sollten Sie die allfällige All-Risk-Versicherungen auch mit der Voll- oder Teilkaskoversicherung. Oft sind die Unterschiede überschaubar, der Akku beispielsweise ist zumeist auch im Vollkasko-Paket mitversichert. Dann stellt sich die Frage, ob die komplette Risikoabdeckung wirklich notwendig ist. Der preisliche Unterschied pro Monat scheint zwar zu Beginn überschaubar, summiert sich aber über die Lebensdauer Ihres Elektroautos.



Zusätzlicher Schutzbrief


Eine der wohl größten Nachteile von Elektroautos: Der Abschleppvorgang ist komplexer als bei Verbrenner-Varianten. Zudem gelten elektrisch betriebene KFZ im Falle eines Brandes als vergleichsweise schwer zu löschen. Das bedeutet für den Fahrzeughalter, dass das Abschleppen mitunter ins Geld gehen kann. Froh sind in diesem Fall dann alle, die einen zusätzlichen „Schutzbrief“ ihr Eigen nennen. Neben den Versicherungsunternehmen bieten auch zahlreiche Automobilclubs derartige Zusatzleistungen an. Der Schutzbrief deckt speziellere Leistungen ab: Das kann der erwähnte Pannen- beziehungsweise Abschleppdienst sein, aber auch die Kostenübernahme bei notwendigen Übernachtungen (weil Sie irgendwo zu stehen gekommen sind) oder Kosten für Bergungen oder Krankenrücktransporte.


Voll- oder Teilkasko?


Günstiger ist hier die Teilkasko. Sie übernimmt Schäden, die durch „äußere Einflüsse“ an Ihrem Auto entstehen. Auch bei einem Diebstahl greift die Teilkaskoversicherung. Wichtig dabei: Sehen Sie sich genau an, wie die Einflüsse von außen definiert sind.

Die Vollkaskoversicherung wiederum deckt nicht nur die Leistungen der Teilkasko ab, sie übernimmt auch Kosten, die durch die Schuld des Fahrzeugbesitzers entstehen. Und: Die Vollkasko greift auch, wenn Ihr Auto mutwillig zerstört wurde. Gerade bei Neuwagen bietet sich die Vollkasko an, können Unfallschäden doch schnell teuer werden. Wie schon beim Punkt „All-Risk“ erwähnt: Achten Sie darauf, dass der Akku bei der Vollkasko mitversichert ist. Das ist in den meisten Fällen der Fall, allerdings nicht bei allen Anbietern. Gut zu wissen ist auch, ob die gewählte Kaskoversicherung auch das Ladekabel und etwaiges Zubehör umfasst.


Versicherter Akku


Grundsätzlich gilt: Der Akku muss als teuerste - und wohl auch wichtigste - Komponente des Fahrzeuges unbedingt versichert werden. Klären Sie aber vorab, welche Schäden der gewählte Versicherungsvertrag abdeckt - das geht vom Brand über etwaige Folgeschäden durch Tiere bis hin zu Hackerangriffen. Sie können teilweise auch wählen, dass der Akku, sollte er kaputtgehen, auf Kosten der Versicherung entsorgt wird. Das kann praktisch sein, kostet aber extra und wirft die Frage nach der Sinnhaftigkeit auf- in den meisten Fällen wird der Akku nicht vorab zu entsorgen sein.

Es gibt darüber hinaus bei diesem Punkt noch einen weiteren Spezialfall: Einige wenige Hersteller bieten an, den Akku separat zu leasen, als Beispiel führen wir hier den Renault Zoe an. Auch in diesem Fall ist allerdings eine Kaskoversicherung notwendig - und gehört der Akku dem Leasinggeber, profitiert auch er von den Versicherungsleistungen. Dafür sparen Sie sich eine Menge Aufwand, um den Akkutausch kümmert sich nämlich der Hersteller.



Vergleichsportale nutzen


Im Internet finden sich zahlreiche Hilfestellungen, die beim Vergleichen der anfallenden Kosten helfen. In Österreich empfehlen wir durchblicker.at, in Deutschland bietet sich das Vergleichsportal von check24 an. Wichtig ist hier, dass Sie die geforderten Daten zur Hand haben und richtig eingeben. Fragen Sie im Zweifel beim Händler nach oder kontaktieren Sie Ihren Versicherungsmakler. Die meisten Versicherungsunternehmen bieten darüber hinaus FAQs an, also eine Übersicht der am häufigsten gestellten Fragen. Wer sich einliest, gewinnt Sicherheit und bekommt ein Gefühl für faire und weniger faire Angebote.


Die Anzahl der Neuzulassungen von E-Autos in Deutschland im Jahr 2020.

Tipps und Tricks zum Sparen


Elektroautos gelten bei den laufenden Kosten gemeinhin ohnehin als günstiger als ihre Treibstoff verbrennenden Pendants. Neben der Versicherung können Sie in weiteren Punkten aber zusätzlich sparen:


Die Prämien

Je nach Anschaffungspreis schießen Deutschland und Österreich Prämien und Förderungen beim E-Auto-Kauf zu. Online-Rechner nutzen!


KFZ-Steuer

Wussten Sie? Elektroautos sind in Deutschland zehn Jahre lang von der KFZ-Steuer befreit. Das sind rund 150 Euro im Jahr, die Sie sparen.


Rabatte

Auch der ADAC empfiehlt: Beim Autokauf lässt sich mitunter noch etwas nachverhandeln. So wird der Elektroflitzer auch in der Anschaffung günstiger.


Wartungskosten

Geschätzt wird, dass ein Elektroauto rund 100 Euro im Jahr günstiger in der Wartung ist als ein herkömmlicher Wagen. Der Wert variiert allerdings.


Sonderfall Gebrauchtwagen

Während hunderttausende herkömmliche Gebrauchtwagen jährlich den Besitzer wechseln, sind gebrauchte Elektroautos noch eher ein Nischenmarkt. Die wohl größte Sorge gilt in der Regel dem Akku. Der verliert über die Jahre an Kapazität, man kennt das etwa auch von Smartphones. Darum gilt: Wer sich ein gebrauchtes Elektroauto zulegen will, sollte unbedingt den Akku von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen. Reichweitenangaben des Verkäufers sind immer mit kritischem Auge zu betrachten. Besser: Ausgiebig Probe fahren oder eben die Fachwerkstatt aufsuchen.

Bei anderen Bauteilen verhält es sich gegenteilig: Elektroautos haben weniger Verschleißteile, auch ältere Modelle sollten dahingehend wenig Probleme machen. Wer ein in die Jahre gekommenes Verbrenner-Modell besitzt, weiß, wie oft einzelne Komponenten den Geist aufgeben. Übrigens: Auch hier bieten sich umfassende Preisvergleiche an. Die sind zumeist ein guter Indikator für den Zustand des angebotenen Wagens.


Elektroautos für Unternehmen – oder doch privat versichern?


Bei unserem Versicherungsvergleich zeigte sich ein Umstand deutlich: Vergleichen zahlt sich aus, mitunter gab es Differenzen im vierstelligen Bereich zwischen den einzelnen Angeboten. In Deutschland lassen sich beim Kauf von Elektroautos Steuern sparen: Die Bemessungsgrundlage wurde Anfang 2020 auf bis zu 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises gesenkt, für die Kilometerbesteuerung gilt seit damals ebenfalls die niedrigere Bemessungsrundlage. Unterschiede gibt es zwischen Hybriden, die meist steuerlich teurer sind, und „reinen“ Elektroautos, die noch „besser“ besteuert sind.

CO2 sparen = Steuern sparen


Gerade Unternehmen profitieren von zahlreichen steuerlichen Ermäßigungen, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten. So wird in Österreich der sogenannte Sachbezug etwa nicht mehr nur anhand der Anschaffungskosten des Firmenwagens berechnet, auch die CO2-Emissionswerte werden hier herangezogen. Das heißt, umso weniger CO2 das Auto ausstößt, umso günstiger werden die Steuern. Achten Sie auch auf etwaige Investitionsprämien (wie es sie beispielsweise in Österreich gibt oder Umweltboni (das deutsche Pendant).


Teils erhebliche Unterschiede


Auch bei den Versicherungskosten zeigen sich teils große Unterschiede. Klar ist: Privatversicherungen sind in der Regel günstiger als Versicherungen für Unternehmer. So kostet der elektrische Vivaro (siehe Beispielrechnung) für Privatpersonen ab rund 1.350 Euro im Jahr, für Unternehmen ab 2.460 Euro im Jahr. Der teuerste Tarif liegt hier allerdings bei satten 6.464 Euro jährlich.

Rabatte gibt es bei vielen Versicherungsunternehmen außerdem für bestimmte Berufsgruppen und Branchen und sogar für spezielle Arbeitgeber, etwa die Telekom, die Deutsche Bahn oder das Rote Kreuz. Private „profitieren“ von Kindern unter 17 Jahren im Haushalt oder einer Mitgliedschaft im Automobilclub. Sie sehen: Egal ob Unternehmens-Anschaffung oder Privatkauf: Vergleichen & informieren zahlt sich aus.


Berechnungsbeispiel für Deutschland

Beispielkunde auf check24.de für die Berechnungen in der Tabelle:

Ein 1982 geborener Mann, wohnhaft in Berlin, der sein Fahrzeug in einer Garage abstellt. Außerdem ist er kinderlos, befindet sich in einem Angestelltenverhältnis und ist bereit, bis zu 500 Euro Selbstbehalt zu bezahlen.

Preise inkl. MWSt.