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BMW iX3 im Test: Premiumstromer der Neuen Klasse

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • 29. Juni
  • 5 Min. Lesezeit


Mobilität von morgen im Premiumsegment:

Der BMW iX3 setzt in jeder Sequenz den Maßstab.


Premiere Exklusiv: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck auf der ersten Testfahrt mit dem neuen BMW iX3. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Premiere Exklusiv: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck auf der ersten Testfahrt mit dem neuen BMW iX3. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Wer ihm tief in die Scheinwerfer blickt, spürt es sofort: Hier fährt die nächste Generation der Automobile vor. Der BMW iX3 ist schon lange, bevor er auf den Markt kommt, viel mehr als nur ein Versprechen. Neue Klasse, so lautet die große Überschrift, die gemäß dem bayerischen Premiumhersteller für einen Quantensprung in der Entwicklung von Fahrzeugen stehen soll. Neuer Antrieb, neue Technik, neues Fahrerlebnis. Mehr Leistung, mehr von allem. Es ist umso bemerkenswerter, da BMW technologisch ohnehin als einer der großen Taktgeber der Branche gilt.


Jetzt steht sie tatsächlich vor uns, die funkelnagelneue Klasse, die offiziell im Segment der kompakten SUV geführt wird. Und es ist faszinierend, wie dieses Fahrzeug im ersten Eindruck wirkt. Ein BMW, klar. Doch die typische Frontpartie ist kräftig nachgeschärft worden. Dynamischer, kantiger, die eigene Identität markant vorgetragen. Ebenso futuristisch erscheint das Heck, reduziert und doch charakterstark durch die breiten, horizontal ausgelegten Leuchten. Das Design ist wirklich neu, und es hat Klasse.


Unser Testwagen ist ein Modell der Variante iX3 50 xDrive. Das klingt kräftig. Ein kurzer Blick auf das Datenblatt, als Anschmecker quasi: Allrad, 469 PS, in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Und sagenhafte 805 Kilometer, die BMW als Reichweite für eine voll geladene Batterie angibt. Wow! Da spürt selbst der routinierte Fahrer ein sanftes Kitzeln im großen Zeh.


Klare Linien: Langer Radstand, aerodynamisch geschnitten: Der iX3 fährt in einem Design des Zeitgeists vor. Bis zu 1750 Liter fasst der Kofferraum. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Klare Linien: Langer Radstand, aerodynamisch geschnitten: Der iX3 fährt in einem Design des Zeitgeists vor. Bis zu 1750 Liter fasst der Kofferraum. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Animation im Zeitgeist


Wir nähern uns dem Fahrzeug und – schwupps – fahren uns automatisch die Griffe entgegen, die zuvor dezent in den Türen versteckt waren. Kurz daran gezogen, auf die Tür und hinein in den kapitalen Neustarter. Boah, bereits nach wenigen Sekunden und noch bevor wir einen Meter gefahren sind, können wir feststellen, dass auch der Innenraum von Grund auf neu konzipiert worden ist. Das Lenkrad, der zentrale Bildschirm, die Mittelkonsole – alles frisch definiert.

Das Fahrerdisplay? Ja, wo ist das Fahrerdisplay? Die traditionelle Anzeige hinter dem Lenkrad fehlt. Das Fahrerdisplay heißt jetzt BMW Panoramic Vision und zieht sich in einem massiven, 1,1 Meter langen Band am unteren Rand und über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Auf einem dunkel getönten Glaselement zeigt es in großen Bildern und entsprechend leicht zu erfassen die für den Fahrer relevanten Daten an. Geschwindigkeit, Reichweite, Navigation, auch Uhrzeit, Außentemperatur, Himmelsrichtung und der aktuell eingestellte Radiosender werden hier stilvoll animiert offeriert.


Wuhuuu, im Zentrum dieser eindrucksvollen Datenschau wiegt sich frisch und munter auch ein kugelrundes Köpfchen mit funkelnden Augen. Was ist das denn? Ein Avatar, den wir gleich in Aktion erleben können. Der Fahrer drückt die Taste, die ein Mikrofon zeigt, auf der rechten Seite des Lenkrads und sagt: „Fahre uns zum Hotel Hohenwart nach Schenna.“ Unterhalb des Avatars erscheint diese Ansage in geschriebener Form. Die lustige Kugel blinzelt zweimal und antwortet: „Alles klar!“

Kein Nachfragen, kein Bestätigen. Der iX3 hat sofort verstanden, den gewünschten Zielort sogleich in das Navigationssystem übernommen und die direkte Route aus dem Münchner Umland nach Südtirol ermittelt. Fahrzeit, Ankunftszeit, Batteriestand am Zielort – alles da und leicht zu konsumieren. Ja, es kann wirklich so einfach sein.

Unser Blick fällt auf die Mittelkonsole, ein Schockmoment. Denn das multifunktionale Drehrad, über das sich in den BMW-Modellen viele Funktionen schnell und einfach steuern ließen, hat im iX3 keinen Platz mehr. Dieser einzigartige Controller, seit einem Vierteljahrhundert verbaut, ist ihm Zeitalter von Avataren und künstlicher Intelligenz offenbar überflüssig. In die Mittelkonsole sind vor der großen, aufklappbaren Ablagebox die Schalter zum Regeln der Fahrstufen, Becherhalter und Ladeschalen für Smartphones integriert. Das hochwertige Interieur wirkt insgesamt klar strukturiert und auffallend aufgeräumt.


Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Lenkrad neu gestaltet

Wir fahren los – und direkt in Richtung Autobahn. Das Lenkrad, ebenfalls neu gestaltet, haben wir kurz zu inspizieren. Im Hochformat sind da die Bedientasten angeordnet. Die Druckknöpfe für den Fahrassistenten auf der linken Seite des Lenkrads, das Infotainment rechts. Alle leicht mit den Fingern zu erreichen, wenn der Fahrer erst einmal weiß, wo und wie.


Selbstverständlich schnurrt der Stromer klar und direkt los, so wie wir es von BMW kennen. Leicht zu steuern, souverän und zuverlässig in jeder Sequenz. Ein kurzer Tritt auf das Strompedal ... oh ja, er schiebt natürlich auch kräftig an. Kurz vor München fahren wir auf die Autobahn. Da scheint sich der iX3 besonders wohl zu fühlen – und wir auch.


Stichwort Autobahnassistent. Es ist ein besonderes Vergnügen – zumindest für diejenigen, die bereit sind, die moderne Technik machen zu lassen und das Lenkrad aus der Hand zu geben. Wie bitte?!?! Ja, genau so ist es gemeint. Ein kurzer Drücker auf die Taste für die Tempoautomatik, links auf dem Lenkrad. Jetzt übernimmt der BMW. Das Fahrzeug erkennt und adaptiert die erlaubte Geschwindigkeit, es bremst und beschleunigt automatisch und abhängig vom Verkehrsgeschehen.


Cockpit mit Panorama: Das Fahrerdisplay des BMW iX3 erstreckt sich am unteren Rand der Windschutzscheibe über die gesamte Breite des Fahrzeugs. Oppulent ist das Platzangebot im Fond. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Cockpit mit Panorama: Das Fahrerdisplay des BMW iX3 erstreckt sich am unteren Rand der Windschutzscheibe über die gesamte Breite des Fahrzeugs. Oppulent ist das Platzangebot im Fond. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Hände weg vom Steuer


Doch es kommt noch besser. Nach ein paar Kilometern erklingt ein spezieller Ton und im Panorama-Display erscheint eine grün leuchtende Animation, die den Fahrer tatsächlich auffordert, die Hände vom Steuer zu nehmen. Wir kennen die Technologie, haben sie bereits in der Praxis getestet. Es bleibt eine Glaubensfrage, auch und speziell, wenn – wie bei uns gerade – links und rechts der Autobahn die Gewitter aufziehen.


Also, Hände weg vom Lenkrad. Der BMW steuert nun bei Tempo 130 in Eigenregie. Erfordert es die Verkehrslage, überholt er auch vollautomatisch – und er schert wieder nach rechts ein. Klar ist auch: Die Verantwortung für das Auto trägt weiterhin der Fahrer, der jederzeit seine volle Aufmerksamkeit zu dokumentieren hat. Über Kameras im Innenraum kontrolliert der iX3 den Fahrer durchgehend. Die Augen einen Moment zu lange von der Fahrbahn gewandt. Da ertönt schon der Warnton – und das Infodisplay schreibt: „Blickabwendung erfasst. Aufmerksam bleiben.“


Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Agil und kraftvoll


Sollte der Fahrer kein angemessenes Verhalten zeigen, würde der künstlich intelligente Fahrassistent umgehend den Dienst einstellen, im weiteren Verlauf das Auto sicher am Rand der Fahrbahn abstellen und in letzter Konsequenz einen Notruf abgeben. Wir haben absolut kein Interesse, das auszuprobieren und halten den Blick konstant auf der Fahrbahn.


Der Autobahnassistent funktioniert auf unserer Ausfahrt auch in Österreich und Italien einwandfrei. Den Brenner überqueren wir allerdings auf der legendären Passstraße, die mit ihren flotten Kurven perfekt zu dem agilen wie kraftvollen Gesamtpaket iX3 passt. 345 Kilowatt im Vorschub, das sind 469 PS. Der Fahrspaß scheint per Definition garantiert zu sein.


Mehr als 50.000 Bestellungen

Die 115 Kilowattstunden große Batterie soll laut Hersteller die Reichweite von 805 Kilometer nach WLTP-Standard ermöglichen. Ebenso imposant: die Ladeleistung von maximal 400 Kilowatt. Am Brenner haben wir es kurz getestet: fünf Minuten laden, 357 Kilowatt in der Spitze, gut 320 im Schnitt, das sind mehr als 160 frische Kilometer in der Batterie – stark.


75.220 Euro kostet der BMW iX3 50 xDrive, den wir als Testwagen fahren. Die große Nachfrage nach diesem ersten Modell der neuen Klasse bestätigt seine. Attraktivität. Mehr als 50.000 Vorbestellungen haben die bayerischen Autobauer bereits verbucht. Im Leasing gibt es den SUV zu Monatsraten ab rund 700 Euro.


Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Technische Daten

Hersteller

BMW

Modell

iX3 50 xDrive

Antriebsart

Elektro

Leistung

345 kW / 469 PS

Maße / Gewicht

4782 x 1895 x 1635 mm / 2360 kg

Antriebsachse

Allrad

Türanzahl

5

Kofferraum­volumen

520 - 1750 l (Frunk 58 l)

Reichweite

805 km (WLTP)

0-100 km/h

4,9 Sekunden

Spitze

210 km/h

Preis

75.220 €


 
 
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