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BYD Atto 2 DM-i: 1000 km Reichweite und V2L machen den Unterschied

  • Autorenbild: Beatrice Bohlig
    Beatrice Bohlig
  • 21. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Bis zu 1000 Kilometer weit soll der Atto 2 DM-i von BYD kommen – ohne Ladestopp. Lars Bialkowski, der Deutschland-Chef des chinesischen Herstellers, erklärt, wie das kompakte Hybrid-SUV über V2L-Technik zudem externe Gerätschaften mit Energie versorgen kann.





Präsentation in Oberjoch - BYD-Manager Lars Białkowski mit electricar-Reporterin Beatrice Bohlig. Bild: BeHonest / BYD
Präsentation in Oberjoch - BYD-Manager Lars Białkowski mit electricar-Reporterin Beatrice Bohlig. Bild: BeHonest / BYD

Das Gelingen seiner derzeitigen Mission als Führungskraft definiert Lars Bialkowski keineswegs über kurzzeitige Glücksmomente im Job. „BYD ist in Deutschland und Europa, um langfristig erfolgreich zu sein“, hebt der Top-Manager des chinesischen Pkw-Herstellers abgeklärt hervor.

Seit vergangenem Juni verantwortet der 54-Jährige das BYD-Geschäft auf dem deutschen Markt: „Hier wollen und werden wir uns lokal verankern“, sagt der frühere Stellantis- und Renault-Executive. „Dazu gehört unter anderem das Sponsoring“. Daher engagiert sich der Autobauer neuerdings etwa als Sponsor in Oberjoch. Das bayerische Bergdorf gilt unter Wanderern und Wintersportlern gemeinhin als Tor zum Allgäu. Doch für BYD ist es weitaus mehr – ein wichtiger Ausgangspunkt für die geplante Expansion nordwärts. Drei Jahre wollen Ausflugsort und Autobauer eng miteinander kooperieren. Mindestens.


Auf vielen Schutzhauben der Sessellifte prangen bereits Werbefotos aktueller BYD-Modelle wie dem Dolphin Surf. Im Ortskern von Oberjoch können Interessenten ausgesuchte Neuwagen in natura erleben. Und im Tiefschnee der Höhenlagen präsentierte BYD jüngst den neuen Atto 2 DM-i.


Bisher kannten Kunden in der DACH-Region den kompakten Viertürer Atto 2 als reinen Stromer. Mit der DM-i-Version ergänzt BYD die Baureihe nun um eine Plug-in-Hybridmotorisierung. Für „Dual Mode“ steht die Abkürzung „DM“, und das kleine „i“ soll „intelligence“ andeuten. Das ausgetüftelte Konzept dahinter ermöglicht zwei Fahrstufen: Im sogenannten EV-Modus treibt ausschließlich ein Elektromotor mit maximal 300 Newtonmeter Drehmoment die Vorderräder an.


Im HEV-Modus wiederum speist ein 1,5-Liter-Benziner die Batterie und besagte Elektromaschine über einen Wechselrichter mit Strom. Bewahrt bleibe auf diese Weise laut Angaben des Herstellers das Fahrverhalten eines reinen Elektroautos: „In Fahrsituationen, die zusätzliche Leistung erfordern, kann der HEV-Modus von einem seriellen auf einen parallelen Betrieb umschalten und so das Potenzial von Benzin- und Elektromotor kombinieren.“


Premiere auf der Piste - Im Schnee des Allgäus wurde der Atto 2 DM-i vorgestellt, der Strom für Teekocher und Glühweinkessel kam aus dem V2L-fähigen Auto. Bild: BeHonest / BYD
Premiere auf der Piste - Im Schnee des Allgäus wurde der Atto 2 DM-i vorgestellt, der Strom für Teekocher und Glühweinkessel kam aus dem V2L-fähigen Auto. Bild: BeHonest / BYD

Kraft-Plus im Bedarfsfall


Die Komplexität der Angebotsstruktur halten die Chinesen auch beim Atto 2 DM-i bewusst niedrig. So stehen ab Werk lediglich vier Außenfarben zur Verfügung. Immerhin ist darunter allerdings „Midnight Blue“, ein markanter Petrol-Lackton, der dem BEV-Pendant verwehrt wurde.


Technisch können die Kunden beim Hybrid-Atto 2 zwischen zwei Konfigurationen wählen. In der ab 35.990 Euro erhältlichen Basisausführung „Active“ ist ein Traktionsakku mit 7,8 kWh Kapazität verbaut, die

maximale Systemleistung beträgt 122 kW, umgerechnet 166 PS. Als Reichweite im reinen Elektrobetrieb nennt BYD rund 40 Kilometer nach WLTP, die Gesamtreichweite unter Einbeziehung des Energieinhalts eines 45-Liter-Kraftstofftanks soll bei 930 Kilometern liegen.


Exakt 3000 Euro mehr kostet der Atto 2 DM-i „Boost“ mit einer 18-kWh-Fahrbatterie sowie der Systemleistung von 156 kW (212 PS) – laut BYD „genug für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 7,5 Sekunden“. Als WLTP-Reichweite bei Stromfahrt pur verspricht das Unternehmen hier 90 Kilometer, gar deren 1000 insgesamt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bei beiden Modellen auskömmliche 180 km/h.


Gute Fernsicht - Die „Boost“-Version des Atto 2 DM-i bietet serienmäßig unter anderem ein Panoramadach mit elektrisch verstellbarer Sonnenblende. Bild: BeHonest / BYD
Gute Fernsicht - Die „Boost“-Version des Atto 2 DM-i bietet serienmäßig unter anderem ein Panoramadach mit elektrisch verstellbarer Sonnenblende. Bild: BeHonest / BYD

Rivale für VWs T-Roc-SUV


Serienmäßig hat das Flaggschiff die smarte Trend-Technologie Vehicle-to-Load (V2L) an Bord. „Damit können externe Geräte mit bis zu 3,3 kW mit Strom versorgt werden“, heißt es vom Hersteller. Auf einem Pulverschneeplateau bei Oberjoch diente denn auch ein Demo-DM-i des Typs Atto 2 als Elektrizitätslieferant von Glühweinkessel und Wasserkocher für Kräutertee.


4,33 Meter misst der Atto 2 DM-i in der Länge, und 1,83 Meter ist dieser rundliche Fünfsitzer aus dem Reich der Mitte breit. Positionieren will BYD das gut 1,67 Meter hohe Kompakt-SUV nach eigenen Angaben gegen bewährte und erfolgreiche Wettbewerber wie den T-Roc von VW sowie C-HR und Yaris Cross von Toyota. Aus dem Stellantis-Konzern gilt der Peugeot 2008 als vergleichbarer Konkurrent.


Vom langfristigen Erfolg des Atto 2 DM-i im hart umkämpften SUV-Markt Deutschland ist der BYD-Landeschef fest überzeugt: „Die Kombination aus rein elektrischer Leistung und enormer Reichweite im realen Fahrbetrieb macht dieses Auto einzigartig in seiner Klasse“, sagt Lars Bialkowski: „Der Super-Hybrid mit DM-Technologie stellt einen idealen Einstieg für Kunden dar, die das Fahrerlebnis eines Elektroautos genießen möchten, ohne sich Gedanken um die Reichweite machen zu müssen“.



 
 
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