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  • AutorenbildArmin Grasmuck

Einer für alle: Kebas Lademanagement-Controller steuert bis zu 200 Ladepunkte

Ideal für Fuhrparks und Mehrfamilienhäuser: Produzent Keba hat ein Kontrollsystem entwickelt, mit dem bis zu 200 Ladepunkte einfach gesteuert werden können.


Der sukzessive Ausbau der Ladeinfrastruktur ist ein brennendes Thema im Rahmen der Verkehrswende. Es geht um öffentliche Ladepunkte und die Möglichkeit, das Elektrofahrzeug komfortabel in der eigenen Garage oder am Arbeitsplatz mit Strom versorgen zu können. Der Knackpunkt, speziell in den Bereichen, wo mehrere Ladestationen auf engstem Raum erforderlich sind: Wer plant und steuert den Einbau sowie den Betrieb der Starkstromanlagen?


„Auf diese Infrastrukturfrage gibt es nur eine Antwort: Lastmanagement“, sagt Christoph Knogler, CEO von Keba Energy Automation und erfolgreicher Produzent von Wallboxen. „Nicht jedes Fahrzeug muss zum Zeitpunkt des Ansteckens die volle mögliche Leistung innerhalb der kürzest möglichen Zeit aus dem Netz bekommen.“ An den typischen Plätzen, wo die Infrastruktur beansprucht werde, zuhause oder am Arbeitsplatz, würden sich die Konsumenten üblicherweise einige Stunden aufhalten – und ohnehin nur selten mit völlig leerem Akku ankommen.


Bedarfsgerechte Lösungen


Den Bedarf, das E-Auto anzuschließen und auf Kommando die größtmögliche Stromzufuhr zu generieren, gibt es ohnehin nur in der Theorie. In der Praxis unterscheidet sich das Ladevolumen pro Ladeinheit sogar im selben Fahrzeug und am selben Ladepunkt zum Teil erheblich. Es sind folglich Lösungen gefragt, welche den vorhandenen Strom nach Bedarf auf sämtliche Abnehmer verteilen.


Der Produzent Keba, der mit seiner im Markt höchst erfolgreichen Wallbox KeContact P30 bereits seit Jahren bis zu 15 anhängte Ladepunkte steuern kann, geht nun einen Schritt weiter: Mit dem neuen M20 Lademanagement-Controller können lokal sogar bis zu 200 Wallboxen smart gesteuert werden. „Die Elektromobilität geht in die Breite“, so erklärt es Knogler. „Jetzt geht es darum, die Last, die beispielsweise ein Mehrfamilienhaus verbraucht, intelligent zu steuern. Unser neues System geht dynamisch auf die Last ein. Es misst den vorhandenen Strom, kalkuliert dementsprechend und verteilt den Strom auf die angeschlossenen Fahrzeuge.“

Neues Steuergerät


Der Lademanagement-Controller ist ein eigenes Kleingerät, das typischerweise in einem Schaltkasten verbaut wird. So kann etwa in einem Mehrfamilienhaus mit einigen ­wenigen Wallboxen gestartet werden. Durch das neue Steuergerät ist es im weiteren Verlauf möglich, schnell und einfach weitere Ladepunkte zu integrieren.


Im optimalen Fall werden größere Projekte von Beginn an im direkten Zusammenspiel mit dem Stromanbieter und dem Infrastrukturbetreiber umgesetzt, um die Möglichkeiten, die das Stromnetz bietet, bestmöglich nutzen zu können.


Saisonale Schwankungen


Welche Möglichkeiten das intelligente Lastmanagement bietet, konnten die Strategen von Keba in verschiedenen Studien – unter anderem in Kooperation mit der Technischen Universität Wien und dem Energieversorger Linz AG – erörtern. „Wir haben gelernt, dass der Gleichzeitigkeitsfaktor und die benötigte Energie pro Ladepunkt viel niedriger ist, als man es in der Theorie angenommen hätte“, sagt Knogler. Das smart gesteuerte Lastmanagement sei eine kluge Möglichkeit im Zuge des Infrastrukturausbaus, die viele aufwendige Ein- und Umbauten auf dem Weg in die Zukunft irrelevant mache.


Idealerweise wird das professionelle Netzmanagement mittelfristig auch über das Nutzen von gemeinsamen Eckdaten forciert. „Es macht Sinn, dass Geräte, die den führenden Standard OCPP unterstützen, gefördert werden“, sagt der Keba-Chef. „Damit es, etwa in einem Mehrfamilienhaus, keine Insellösungen gibt – sondern mehrere Ladepunkte von einem System gesteuert werden.“


Die Haus- und Wohnungsbesitzer sowie Unternehmer, die ihre Ladeinfrastruktur mit klarem Blick planen, werden ihre Stellplätze im Sinne der Elektromobilität ausrichten.

Projekt Zukunft


In dem Projekt «Urcharge», das Keba vor zwei Jahren in Kooperation mit mehreren Partnern umsetzte, tauschten 51 Bewohner einer Wohnanlage in Linz fünf Monate lang ihre privaten Pkw mit Verbrennungsmotoren gegen E-Autos ein. Auf diese Weise wurde die Belastung der Strominfrastruktur in dem Wohnhaus und den übergeordneten Netzen getestet sowie aus Kundensicht analysiert – bezüglich Ladeverhalten und der entsprechenden Stromzufuhr.

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