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Elektro-SUV von Opel: Kooperation mit Leapmotor nimmt Form an

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 12 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit


Duett komplett


Kompakt in die Zukunft - So wie auf diesem von KI ­generiertem Foto könnte der neue SUV von Opel auf Basis der Leapmotor-­Technologie aussehen. Bild: Shutterstock, Ki, Stellantis
Kompakt in die Zukunft - So wie auf diesem von KI ­generiertem Foto könnte der neue SUV von Opel auf Basis der Leapmotor-­Technologie aussehen. Bild: Shutterstock, Ki, Stellantis

Angedacht haben es die Strategen von Stellantis bereits seit längerem. Selbstverständlich sei es denkbar, so lautete es stets aus den höchsten Kreisen des Automobilkonzerns, dass zusammen mit dem Kooperationspartner Leapmotor neue Modelle konzipiert werden. Jetzt nimmt die Zusammenarbeit konkrete Formen an: Opel wird mit dem chinesischen Hersteller einen Elektro-SUV entwickeln. Das Beste aus zwei Welten – so lautet das Motto.


Das neue Modell soll im kompakten Segment angesiedelt sein. Es basiert auf der Architektur des Leapmotor B10, der gerade in Europa auf den Markt gekommen ist. Dieser wird mit Batterien in der Größe von wahlweise 56 oder 67 Kilowattstunden angeboten, die Reichweiten von bis zu 434 Kilometern nach WLTP-Standard ermöglichen. Seine Ladeleistung liegt bei maximal 168 Kilowatt. Das geplante Modell von Opel wird die SUV-Palette des traditionsreichen Autobauers folglich verstärken, auf einer Ebene mit dem Grandland Electric und oberhalb des Mokka Electric.

CEO Huettl: Wichtiger Schritt


„Unser neuer SUV soll bei Opel in Rüsselsheim designt und erschaffen und von unseren internationalen Teams in Deutschland und China entwickelt werden“, sagte Florian Huettl, CEO von Opel und Chef des Gesamtkonzerns in Deutschland, auf dem Stellantis‘ Investor Day. „Die Partnerschaft mit Leapmotor soll ermöglichen, das Fahrzeug in weniger als zwei Jahren zu entwickeln. Damit plant Opel einen weiteren wichtigen Schritt bei der Entwicklung hochmoderner und erschwinglicher Elektrofahrzeuge für unsere Kunden.“


Das neue Modell soll demnach die zentralen Komponenten der neuen elektrischen Architektur und der Batterietechnologie von Leapmotor nutzen – im Zusammenspiel mit dem typischen Design von Opel, dem Bedien- und Nutzererlebnis, der Fahrwerkskompetenz sowie der Licht- und Sitztechnologie, für die der deutsche Hersteller steht. Am Hauptsitz in Rüsselsheim wird großer Wert darauf gelegt, dass das neue Fahrzeug von den Kunden in jeder Sequenz als echter Opel wahrgenommen wird.


Strategie mit Drive - Der deutsche Autobauer Opel intensiviert die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, übernimmt damit die Rolle als wichtiger Treiber für Wertschöpfung innerhalb des Konzerns Stellantis. Bild: Shutterstock
Strategie mit Drive - Der deutsche Autobauer Opel intensiviert die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, übernimmt damit die Rolle als wichtiger Treiber für Wertschöpfung innerhalb des Konzerns Stellantis. Bild: Shutterstock

Gebaut in Spanien


Produziert werden soll der rein elektrische Kompakt-SUV in Saragossa. In dem Stellantis-Werk der nordostspanischen Metropole rollt bereits seit 44 Jahren der Corsa, der höchst erfolgreiche Kleinwagen des deutschen Autobauers, vom Band. „Mit diesem Projekt beabsichtigt Opel, deutsche Ingenieurskunst mit globaler technologischer Innovationsgeschwindigkeit zu vereinen“, sagt Xavier Chéreau, Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrates und bei Stellantis verantwortlich für die Personalstruktur und Nachhaltigkeit: „Innovationsgeist prägt das nächste Kapitel unserer globalen Zusammenarbeit mit Leapmotor. Opel übernimmt eine Vorreiterrolle.“


Es klingt, als würden die Konzernoberen bereits über Kooperationen von weiteren Herstellern des Konzerns – wie Citroën, Fiat oder Peugeot – mit Leapmotor befinden. Opel fällt damit die Rolle des wichtigen Treibers auf dem Weg in die Mobilität von morgen zu.


Der Leapmotor B10, umgestylt mit den Logos von Opel – so einfach läuft es folglich auf keinen Fall. Aufbauend auf die Grundarchitektur, die aus China kommt, übernimmt das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim elementare Aufgaben wie das Abstimmen des Fahrwerks, die einzigartige Lichttechnik und das Design des Innenraums. Typisch Opel eben.


Faktor Zeit


Ein entscheidender Faktor bezüglich der Effizienz sind die dadurch deutlich verkürzten Entwicklungszeiten. Marktreif innerhalb von nur zwei Jahren, wie von CEO Huettl umrissen. Das klingt vielversprechend im Vergleich zu den fünf bis sieben Jahren, die üblicherweise für die Konzeption eines neuen Modells veranschlagt werden. Dazu kommt: Durch die lokale Produktion im spanischen Werk können die von der EU veranschlagten Zölle umgangen werden, was sich auch auf den Preis durchschlägt.


Die Architektur von Leapmotor unterscheidet sich stark von den Plattformen von Stellantis, etwa der STLA Medium, auf welcher der Opel Grandland gebaut wird. Dort sind die Batterien beispielsweise 87 bis 104 Kilowattstunden groß und ermöglich Reichweiten von bis zu 700 Kilometern. Dagegen setzt Leapmotor konsequent auf kostengünstigere Produktionselemente.


Für den neuen SUV von Opel soll dies bedeuten: chinesische Technologie, schnell entwickelt, zum Bestpreis – mit der speziellen Kraft, welche die Modelle mit dem Blitz-Logo seit nunmehr 127 Jahren auszeichnet.


Auto aus Aragonien - Der neue Kompakt-SUV wird im Stellantis-Werk in Saragossa gebaut – wie der Opel Corsa.. Bild: Stellantis
Auto aus Aragonien - Der neue Kompakt-SUV wird im Stellantis-Werk in Saragossa gebaut – wie der Opel Corsa.. Bild: Stellantis

Hauptsitz in Hangzhou


Erst 2015 wurde Leapmotor von Elektroingenieur Zhu Jiangming als Produzent von batteriegetriebenen Fahrzeugen gegründet. Bezahlbare E-Mobilität mit eigener Technik zu verbinden, so lautete seine Philosophie. Der Hauptsitz des Herstellers ist in Hangzhou, einer Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt nahe Shanghai.


Mittlerweile hat Leapmotor auch eigene Plattformen und Batterien auf den Markt gebracht, unter anderem die CTC-Technologie, die seit 2022 bevorzugt eingesetzt wird.


Gut eineinhalb Jahre nach dem Marktstart kann Leapmotor in Europa ein solides Wachstum vorweisen. Im Verlauf des Jahres 2025 wurden nach Angaben des Herstellers mehrfach starke Sprünge verzeichnet. Im Mai und Juni des vergangenen Jahres lag die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge jeweils über 1000 – wie auch im Februar 2026.


Bewährte Händlerstruktur


„Wir haben diese erste Phase gemeistert, die Zulassungszahlen gehen in die richtige Richtung“, sagt Martin Resch, der Deutschland-Chef von Leapmotor, im Gespräch mit electricar: „Das Händlernetz hat sich schneller entwickelt, als wir es uns erhofft hatten. Wir sind auf dem richtigen Kurs.“ Er verweist auch auf eine Privatkundenquote von deutlich mehr als 75 Prozent, was auf eine relativ breite Akzeptanz bei den Endkunden hindeute.


Leapmotor profitiert von der über Jahrzehnte bewährten Händlerstruktur. Die Modelle des chinesischen Herstellers stehen in den Autohäusern Seite an Seite mit den Fahrzeugen von renommierten Marken wie eben Opel, Citroën, Fiat oder Peugeot – und profitieren von deren Strahlkraft. Im Gegenzug kommen potenzielle Kunden von Leapmotor in den Verkaufsräumen auch in Kontakt mit diesen traditionsreichen Marken. Europaweit spricht Leapmotor bereits von mehr als 800 Verkaufs- und Servicestellen.


Im stetigen Takt arbeitet der chinesischen Produzent zudem daran, seine Modellpalette in Europa zu erweitern. Nach dem Kleinstwagen T03 – rein elektrisch, 95 PS, ab 18.900 Euro – sind der Mittelklasse-SUV C10 und der kompakte SUV B10 vorgefahren. Diese beiden Modelle sind batteriegetrieben und als Hybride mit Range-Extender-Technologie zu Preisen ab 37.600 respektive 29.900 Euro erhältlich.


Hochmodern und erschwinglich - Florian Huettl, CEO von Opel und Chef von Stellantis in Deutschland, sieht in der neuen Kooperation großes Potenzial. Bild: Opel Automobile GmbH
Hochmodern und erschwinglich - Florian Huettl, CEO von Opel und Chef von Stellantis in Deutschland, sieht in der neuen Kooperation großes Potenzial. Bild: Opel Automobile GmbH

Faktor Energiekosten


Mit großen Vorschusslorbeeren wird gerade die attraktive gestaltete Kompaktlimousine B05 in den Markt eingeführt, die bereits auf der IAA Mobility im vergangenen Herbst in München vorgestellt wurde. Urbane Fahrer mit dem ausgeprägten Sinn für Fahrspaß und Lifestyle haben die Strategen von Leapmotor für diesen Neustarter im Blick. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll der B03X, ein zwischen dem B05 und dem T03 angesiedelter SUV erhältlich sein. Das Modell, das Opel auf Basis der Technologie von Leapmotor entwickelt, soll in zwei Jahren auf den Markt kommen – geplanter Produktionsstart 2028.


Joint Venture Global


Die 2023 vereinbarte Partnerschaft zwischen Stellantis und Leapmotor umfasst eine Investition von rund 1,5 Milliarden Euro. Der europäische Konzern hält damit etwa 20 Prozent an dem chinesischen Elektroautobauer sowie 51 Prozent am Joint Venture „Leapmotor International“. Ziel ist der Vertrieb von E-Fahrzeugen außerhalb Chinas, insbesondere in Europa.


Leapmotor bringt kostengünstige Technologie ein, Stellantis stellt Produktion, Vertrieb und Infrastruktur. Erste Modelle von Leapmotor sind seit 2024 in europäischen Märkten eingeführt worden – die Nachfrage nach den bezahlbaren E-Autos steigt stetig.


Bild: Stellantis
Bild: Stellantis

 
 
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