Honda CR-V im Test: SUV mit Platz, Zugkraft und Elektroantrieb

Ein Stromer von Honda? Irgendwie schon. Nur etwas anders. Bereits seit 31 Jahren ist der CR-V auf dem Markt – jetzt auch als Plug-in-Hybrid. Im Unterschied zu den meisten anderen Modellen mit Strom und Treibstoff an Bord, wird der Mittelklasse-SUV des traditionsreichen Herstellers jedoch von einem Elektromotor an der vorderen Achse angetrieben. Der Benzinmotor dient im hybriden Honda als Generator, der bei Bedarf den Strom für den Elektromotor erzeugt – und bei höherer Geschwindigkeit den Vortrieb im Alleingang regelt. Es ist eine Art Range Extender, zumindest bis Tempo 100. Wie es sich in der Praxis verhält, werden wir sehen – und spüren.

Unser Testwagen wird offiziell als Honda CR-V e:PHEV FWD Advance Tech bezeichnet. Es ist die frontgetriebene und höherwertig ausgestattete Plug-in-Variante dieses Erfolgsmodells – unter anderem mit belüfteten Sitzen, LED-Scheinwerfern und Leichtmetallfelgen in 19 Zoll. Rund und komplett.
Massiv erscheint der SUV von außen. Die weit nach unten gezogene Frontpartie mit der scharfen Kante, dem dreidimensional gestalteten Kühlergrill und den schmalen Lichtern wirkt dynamisch bis angriffslustig. Für Insider: Die blauen Elemente im markanten Honda-Logo geben das Fahrzeug als Plug-in-Modell zu erkennen. Am Heck sorgen der große Spoiler an der Dachkante, die abgedunkelte Scheibe und die hochgezogenen Leuchten für gepflegten Schwung.
Satt auf der Straße
Auf die Tür – und hineingesetzt. Und auf die Augen! Hier gibt es viel zu entdecken und nachhaltig zu erfassen. Schalthebel, Druckknöpfe, Drehregler und Tasten zu Dutzenden. Wer Wert auf den physischen Kontakt zu den relevanten Funktionen des Fahrzeugs legt, kommt hier auf seine Kosten. Es braucht ein paar Sekunden, doch dann ist relativ schnell klar, wohin die Reise geht. Wir sitzen bequem, fahren die Sitze in die richtige Position, genug Platz für Arme, Beine und die möglichst gerade ausgerichtete Wirbelsäule.
Einmal den rechts hinter dem Lenkrad in der Armatur versteckten Startknopf gedrückt, dann den großen D/B-Knopf auf der Mittelkonsole. Feststellbremse gelöst, der CR-V fährt los. Er rollt so kräftig, wie er aussieht. Uns fällt sofort auf, wie satt er auf der Straße liegt.

Der hybride Honda schnurrt keineswegs so leise dahin, wie wir es von vielen Elektroautos kennen. Er knurrt eher sanft, so als wolle er andeuten, dass da noch mehr in ihm steckt. Auf der Bundesstraße und den kleineren Wegen entlang der Vorstadt präsentiert er sich souverän. Kein Wackeln, kein Zockeln. Er fährt ausschließlich elektrisch, wie die Anzeige „EV“ im Fahrerdisplay bestätigt.
Apropos Display. Hinter dem Lenkrad gibt es den 10,2 Zoll großen Bildschirm mit den Fahrdaten, der über Drehräder am Lenkrad
individualisiert werden kann. Zudem ist ein Head-up-Display mit an Bord, auf dem auch alle relevanten Verkehrszeichen abgebildet werden. Oberhalb der Mittelkonsole ist der Neun-Zoll-Touchscreen angeordnet, die wichtigsten Funktionen sind hier idealerweise per Direktwahltasten am rechten und linken Rand platziert.
Der CR-V ist bereits in der Basisversion umfangreich ausgestattet. Neben dem digitalen Cockpit sind elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze, das multifunktionale Lenkrad, das Panoramadach und die elektrische Heckklappe serienmäßig, genauso wie das digitale Radio, die induktive Ladeschale für Smartphones sowie Android Auto und Apple Carplay.

Umfangreich ausgestattet
Auch zahlreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme sind integriert: Aufmerksamkeit, Fahrspur, Notbremsung – alles im Blick. Auch eine Rückfahrkamera, der adaptive Tempomat mit Staufunktion und der Assistent, der den toten Winkel überwacht, gehören dazu. Optional werden die 360-Grad-Kamera und die halbautonome Einparkhilfe angeboten.
Wir biegen auf die Autobahn gen Norden ab und treten das Strompedal. Der hybride Honda schiebt an, jedoch ohne brachiale Wucht. Er zieht gediegen und bestimmt nach vorn, bleibt selbst bei Tempo noch ausgewogen, was die Spur und auch die Fahrgeräusche betrifft.
Über einen Hebel auf der rechte Seite des Lenkrads starten wir den Tempomat. Jetzt übernimmt das Auto. Der hybride Honda hält konsequent den Abstand zum vorausfahrenden Kombi bayerischen Fabrikats. Er bremst, wenn nötig, und beschleunigt, um aufzuschließen. Einwandfrei, wir brauchen nur zu lenken.

Entspannt im Eco-Modus
Auch wenn Honda die maximale Geschwindigkeit mit 195 Kilometern pro Stunde angibt: Der CR-V ist keine Rennmaschine und per Definition auch für rasante Verfolgungsjagden ungeeignet. Dieser SUV besticht eher durch komfortables und zuverlässiges Fortkommen als mit agilen Manövern in engen Kurven.
Selbstverständlich wird das Fahrzeug flotter, wenn wir über einen Schalter auf der rechten Seite der Mittelkonsole den Fahrmodus Sport wählen – auch was die Farbe des Cockpits betrifft. Er schiebt kräftiger an, kerniger werden die Motorgeräusche. Spürbar ruhiger und entspannter wird es im Eco-Modus.

Vier Sterne vom ADAC
Zurück auf der Landstraße spüren wir, wie speziell das Zusammenspiel des elektrischen Antriebs mit dem treibstoffgespeisten Generator funktioniert. Der hybride Honda gleitet batteriegetrieben, solange er kann. Ein kräftiger Tritt auf das Strompedal oder bei Geschwindigkeiten jenseits von 100 km/h – und der Benzinmotor säuselt auf Hochtouren.
Der CR-V fährt als Plug-in-Hybrid mit einer 17,7 Kilowattstunden großen Batterie, die ohne Nachladen und ohne Extrastrom aus dem Benzinmotor mehr als 80 Kilometer nach WLTP-Standard ermöglichen soll. Ist der Akku leer, kann er über einen Wechselstromlader, zum Beispiel eine Wallbox in rund zweieinhalb Stunden wieder voll geladen werden.
Wird die rein elektrische Strecke mit der hybrid gefahrenen Distanz kombiniert, verbraucht der CR-V e:PHEV auf den ersten 100 Kilometern 13,8 Kilowattstunden Strom und 2,6 Liter Benzin. Daraus resultiert eine CO₂-Bilanz von 139 Gramm pro Kilometer. Von den Profis des ADAC-Ecotests bekommt der Plug‑in-Hybrid vier von fünf möglichen Sternen.
Es ist selbstverständlich erstrebenswert, den CR-V besonders auf den alltäglichen Strecken möglichst rein elektrisch zu fahren – und zuhause, unterwegs oder am Arbeitsplatz regelmäßig aufzuladen.

Attraktive Angebote im Leasing
Der Plug-in-Hybrid eignet sich auch aufgrund seiner Eckdaten für Gewerbetreibende, Fuhrparks und Flotten. Imposant für einen SUV der Mittelklasse ist das Volumen des Kofferraums: Der CR-V, dessen Rückbank verschoben werden kann, fasst generell 617 Liter. Sind die Sitze im Fond umgeklappt, vergrößert sich das Ladevolumen auf bis zu 1710 Liter. Praktisch sind die große Heckklappe und die niedrige Ladekante, die nahtlos in den Kofferraum übergeht. Mit dem Fahrzeug können zudem Anhänger gezogen werden. Die gebremste Anhängelast beträgt laut Honda maximal 1,5 Tonnen. Bei 100 Kilogramm liegt die maximale Stützkraft der Anhängerkupplung.
Der Honda CR-V e:PHEV ist in der von uns gefahrenen Advance-Tech-Version zum Preis von 60.800 Euro erhältlich. Attraktiv wirken die Leasingmodelle, die von den Honda-Händlern angeboten werden. Die günstigsten Raten liegen bei rund 350 Euro im Monat – zum Beispiel auf 36 Monate und 10.000 Kilometer pro Jahr, bei einer Sonderzahlung von 5000 Euro. Je nach Aktion und Verkäufer variieren die Konditionen bezüglich Anzahlung, Laufzeit und Kilometern.
Wer sich für den SUV entscheidet, bekommt ein ansprechendes Gesamtpaket, im Idealfall rein elektrisch betrieben, das Platz, Komfort und den entsprechenden Vortrieb für nahezu jeden Einsatz bietet. Knackiges Knurren inklusive.
Technische Daten
Hersteller | Honda |
Modell | CR-V 2.0 e:PHEV |
Antriebsart | Plug-in-Hybrid |
Leistung | 135 kW / 184 PS |
Masse / Gewicht | 4706 x 1866 x 1673 mm / 1988 kg |
Antriebsachse | Vorderrad |
Anzahl der Türen | 5 |
Kofferraumvolumen | 617 - 1710 l |
Reichweite | 82 km (WLTP) / 960 km |
0-100 km/h | 9,4 Sekunden |
Spitze | 195 km/h |
Preis | 60.800 € |


