HPC-Lader im Test: Österreichs Schnellladeanbieter im Vergleich
- Armin Grasmuck
- vor 6 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Von electricar exklusiv und unabhängig ermittelt: So schneiden die Anbieter für möglichst schnelles und komfortables Stromziehen in Österreich ab.

Mehrere tausend Kilometer in 14 Tagen, neun Bundesländer – Dutzende
von Ladesäulen. Der große Praxistest, den die Redaktion von electricar an ausgewählten Schnellladepunkten in Österreich durchführt, ist ambitioniert, umfangreich und herausfordernd. Geprüft und begutachtet werden vergleichsweise neue HPC-Ladepunkte von mehr als 150 Kilowatt Leistung der neun größten Anbieter des Landes. Das Motto lautet: einfach hinfahren, möglichst schnell und komfortabel Strom ziehen – und weiter geht‘s.
Um den zeitlichen Aufwand rund um den Ladevorgang auf ein Minimum zu reduzieren, soll ausschließlich mit Debit- oder Kreditkarte bezahlt werden. Dieser Service, zumindest für neue Ladestationen verpflichtend, hakt jedoch auch im Jahr 2026 noch an der einen oder anderen Stelle. Und: Das Bezahlen zum Ad-hoc-Tarif per Karte ist preisintensiver als die günstigen Spezialkonditionen, die beispielsweise die Ladestromanbieter im Internet oder über ihre Applikationen offerieren.
Der Praxistest belegt, wie groß die Unterschiede in diesem dynamisch wachsenden Segment sind. Obwohl bevorzugt Ladepunkte ausgesucht werden, die erst in diesem oder im vergangenen Jahr ans Netz gegangen sind, offenbaren diese mitunter große Diskrepanzen, bezogen auf Leistung, Lage, Komfort und Service. Auch die mutmaßlich stärkste Ladestation des Landes, der erst im April eröffnete Hub von Electra in Völkermarkt, wird angesteuert. Doch zum Zeitpunkt der Testfahrt sind die Säulen mit Bauzäunen abgesperrt – das Dach wird installiert.
Große Bandbreite
Alle getesteten HPC-Lader liefern zumindest klare Informationen zum Ladestand der Batterie sowie zur Ladezeit und der geladenen Strommenge. Der Gesamtpreis der Ladung ist jedoch keineswegs an jeder Säule klar zu erkennen. Und der Zahlungsbeleg? Offizielle Quittungen können teils mit dem Smartphone vom Bildschirm der Säulen abfotografiert, ausgedruckt oder per E-Mail angefordert werden. Auch die Standorte und die Infrastruktur rund um die Stromstellen unterscheiden sich gravierend.
Neue Technik im Einsatz


Der Energiekonzern betreibt aktuell mehr als 230 Schnellladepunkte in Österreich mit Ladeleistungen von bis zu 360 Kilowatt – entlang großer Routen und an Supermärkten. Von electricar getestet wurden u. a. die Shell-Recharge-
Ladestationen in Völkermarkt (Kärnten, Foto links), Ansfelden (Oberösterreich, unten) und Nestelbach (Steiermark).

Der Ladestromanbieter hat ein Netz von europaweit mehr als 700 Stationen mit gut 6000 High-Power-Charging-Punkten. Von electricar getestet wurden u. a. Ionity-Stationen in Flachau (Salzburg, Foto), Amstetten und Sankt Pölten (beide NÖ).

Die Volkswagen- und Porsche-Tochter betreibt in Österreich rund 530 Schnellladepunkte. Von electricar getestet wurden u. a. die Moon-Stationen in Braunau (Oberösterreich, Foto), Bad Aussee (Steiermark) und Leonding (Oberösterreich).

Der norwegische Schnellladeanbieter hat im Mai seinen 100. Standort in Österreich eröffnet. Er ist oft auf Parkplätzen von Schnellrestaurants zu finden, setzt auch auf das neue HYC1000-System des Ladesäulenbauers Alpitronic, das Leistungen von bis zu einem Megawatt bietet. Von electricar getestet wurden u. a. die Mer-Ladestationen in Graz (Foto oben), Lieboch (beide Steiermark) und Sankt Pölten (NÖ).

Der Energieversorger treibt den Ausbau seines Netzes massiv voran – 350 neue Schnellladepunkte allein 2025. Von electricar getestet wurden u. a. die EVN-Stationen in Amstetten (Foto), Böheimkirchen (beide NÖ) und Mariazell (Steiermark).

Mit mehr als 450 Ladepunkten im eigenen Netz gehört das Innsbrucker Unternehmen zu den größten Anbietern in Österreich – mit HPC-Säulen auch an den Skiliften. Von electricar getestet wurden u. a. die Da-Emobil-Stationen in Fügen (Foto), Kufstein (beide Tirol) und Guntramsdorf (Niederösterreich).

Das Joint Venture betreibt das größte flächendeckende Schnellladenetz des Landes – rund 700 HPC-Punkte an über 100 Standorten. Von electricar getestet wurden u. a. die Smatrics-EnBW-Ladestationen in Suben (OÖ, Foto), Sebersdorf (Steiermark) und Meggenhofen (OÖ).

Der Energiekonzern ist aktuell österreichweit an rund 200 Standorten mit insgesamt etwa 800 Schnellladepunkten zu finden – zumeist an den Hauptrouten und eigenen Tankstellen. Tendenz steigend. Von electricar getestet wurden u. a. die OMV-Ladestationen in Kapfenberg (Steiermark, Foto), Wiener Neudorf und Deutsch-Wagram (beide Niederösterreich).

Der französische Anbieter mit Hauptsitz in Paris ist dabei, sich in Österreich zu etablieren. Aktueller Stand: 26 Standorte mit knapp 200 Schnellladepunkten. Von electricar getestet wurden u. a. die Electra-Ladestationen in Reutte (Tirol, Foto), Villach (Kärnten) und Roßleithen (Oberösterreich).



