top of page

Leapmotor B10 Hybrid EV im Test: Frisches Design und moderne Technik zum Bestpreis

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 10 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit



Bild: electricar
Bild: electricar

Reichweite? Keine Angst!


Die Anhänger des legendären Captain Kirk aus dem ebenso berühmten Raumschiff Enterprise und andere Weltraumaffine werden den

Leapmotor B10 Hybrid EV auf Anhieb zu schätzen wissen. Mitunter klingt der Neustarter aus dem Reich der Mitte sogar wie ein Raumgleiter aus dem Star-Trek-Universum. Doch dazu kommen wir gleich ...


Hybrid EV? Genau. Damit beschreiben die Strategen von Leapmotor diesen Range Extender, den sie selbst entwickelt haben. Es ist, grob umrissen, ein Plug-in-Hybrid, der das Fahrzeug allerdings nur im Elektromodus antreibt. Der Verbrennungsmotor, der mit an Bord ist, wird also ausschließlich gebraucht, um bei Bedarf frischen Strom zu erzeugen. Der chinesische Hersteller, außerhalb des Heimatmarkts in einem Joint Venture mit dem Stellantis-Konzern vereint, zielt mit diesem Hybridmodell speziell auf potenzielle Einsteiger und Umsteiger in die Elektromobilität, die noch von Reichweitenängsten geplagt sind.


Von außen betrachtet, gleicht der Range Extender dem rein elektrischen B10 wie ein Ei dem anderen – ausgestattet mit der neuen Technik und der Software, für die Leapmotor steht. Unser Testwagen fährt in der Version Hybrid EV Design vor. Es ist ein vergleichsweise massiver und voluminöser SUV der kompakten Klasse. Die Frontpartie ist einfach und relativ klar gezeichnet. Unter dem zentral an der vorderen Kante der Haube platzierten Markenlogo verläuft quer ein schmales Band, das mit den Tagfahrlichtern links und rechts endet. Darunter sind die LED-Scheinwerfer raffiniert in die dunkle Frontlippe integriert.


Am Heck sorgt der Dachkantenspoiler für Dynamik. Das quer verlaufende Leuchtenband und der Leapmotor-Schriftzug in großen Lettern geben dem SUV den speziellen Charakter.


Erste Ausfahrt: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Leapmotor B10 Hybrid EV ausgiebig zu testen. Bild: electricar
Erste Ausfahrt: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Leapmotor B10 Hybrid EV ausgiebig zu testen. Bild: electricar

Karte als Schlüssel


Los geht‘s! Kein Drücken, kein Sperren. Der B10 Hybrid EV verzichtet auf Schlüssel und Startknopf. Zum Einsteigen und Losfahren reicht die vom Hersteller mitgelieferte NFC-Karte. Einfach an den Außenspiegel halten, prompt ist das Auto entsperrt und die Türgriffe fahren aus. Dann die Karte auf die Mittelkonsole legen und das Fahrzeug ist startklar. Noch einfacher geht es mit dem entsprechend programmierten Smartphone, die App von Leapmotor überträgt alle Informationen zum Entsperren und Starten direkt ans Auto.

Wir treten die Bremse ... und ja, da schwebt das Raumschiff ... kreuz und quer über den zentral auf dem Armaturenbrett angeordneten Touchscreen. Völlig losgelöst. Schließlich landet der Raumgleiter und der B10 erscheint im Bild – mit Grundfunktionen wie dem Öffnen des Kofferraums, die nach Bedarf per Fingerwisch aktiviert werden können. Eine kleine Spielerei, die uns gefällt.

Angenehm und entspannend


Wir drücken den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad auf D wie Drive – und der neue Leapmotor rollt los. Oder sollen wir sagen: Er gleitet? Hier fährt ein Elektroauto, sanft und leise, wir spüren es sofort. Und ja, Captain Kirk würde dieser Sound gefallen. Dieses feine Surren, das nach der Mobilität von morgen klingt, wirkt angenehm und entspannend.

Es passt zu dem Fahrmodus Komfort, den wir eingelegt haben. Auf dem Bildschirm werden auch Standard und Sport angeboten. Eine Rennmaschine, es sei an dieser Stelle festgehalten, wird der B10 in keiner Sequenz. Obwohl ihn mehr als 200 Pferdestärken anschieben und er straff abgestimmt über den Asphalt gleitet. Das heißt, zuverlässig in der Spur.


Raffiniert geschnitten: Der lange Radstand ermöglicht den voluminösen Innenraum. Bild: electricar
Raffiniert geschnitten: Der lange Radstand ermöglicht den voluminösen Innenraum. Bild: electricar
Sind die Rücksitze umgeklappt, fasst der Kofferraum bis zu 1005 Liter.               Bild: electricar
Sind die Rücksitze umgeklappt, fasst der Kofferraum bis zu 1005 Liter. Bild: electricar

Vier Modi für den Stromfluss

Eine Wissenschaft für sich scheinen die vier Energiemodi zu sein, über welche die Stromversorgung des Range-Extenders reguliert werden kann. EV, EV+, Kraftstoff und Power+, so lauten die Angaben. Kryptisch, zumindest auf den ersten Blick. Doch eigentlich ist es ganz einfach: Das jeweilige Programm beschreibt nur, wie lang das Fahrzeug im reinen Elektromodus gefahren werden kann. Oder anders herum: Es wird definiert, bei welchem Batteriestand sich der Verbrennungsmotor zuschalten soll, um frischen Strom zu produzieren.

Zwei Energiemodi, EV und EV+, arbeiten rein elektrisch. Hier schaltet sich der Verbrenner erst bei sehr niedrigem Batteriestand ein. Erst wenn der Strom in der Batterie bis auf 15 Prozent (EV) oder 25 Prozent (EV+) verbraucht ist, wird der Fahrer animiert, per Fingerwisch den Verbrennungsmotor zur Produktion von frischer Energie zu starten. Speziell im Stadtverkehr und für Pendler, die den B10 grundsätzlich rein elektrisch fahren möchten, sind diese Modi gedacht.


Power+ für maximale Leistung

Dagegen ist die Option Kraftstoff eher für längere Ausfahrten konzipiert worden. Hier fängt der Verbrenner bereits an, Strom zu produzieren, wenn der Batteriestand 75 Prozent erreicht hat. Der Akku wird also bewusst geschont – und elektrische Reichweite gespart, beispielsweise für Umweltzonen im Zielgebiet. Maximale Leistung und sportliche Sequenzen soll seinem Namen entsprechend der Energiemodus Power+ garantieren. Er schaltet sich bereits zu, wenn die Batterie bei 95 Prozent steht, der Verbrennungsmotor erzeugt also fast durchgehend Strom – und verbraucht entsprechend mehr.


Mehr als 80 Kilometer nach WLTP-Standard schafft der B10 Hybrid im rein elektrischen Betrieb. Damit sind die meisten der alltäglichen Fahrten im urbanen Raum gut zu meistern. Wer die Möglichkeit hat, zuhause, am Arbeitsplatz oder an anderer Stelle regelmäßig zu laden, fährt quasi ein Elektroauto mit der Option, bei längeren Ausfahrten den Verbrennungsmotor zuzuschalten und entsprechend mehr Reichweite zu generieren. Bis zu 900 Kilometer soll dieser Leapmotor schaffen können, ohne nachzuladen oder zu tanken.


Klare Linien - Der Leapmotor B10 Hybrid EV ist bewusst reduziert gestaltet, an den Armaturen dominiert der 14,6-Zoll-Touchscreen. Bild: electricar
Klare Linien - Der Leapmotor B10 Hybrid EV ist bewusst reduziert gestaltet, an den Armaturen dominiert der 14,6-Zoll-Touchscreen. Bild: electricar

Opulent ausgestattet

Auf unserer Testfahrt können wir sehr gut feststellen, wie die Energiemodi funktionieren. Das Umschalten klappt perfekt, der Verbrennungsmotor schaltet sich auch – im Gegensatz zu den meisten anderen Plug-in-Hybriden – lautlos zu. Selbst auf der Autobahn fährt und klingt der B10 Hybrid wie ein E-Auto. Fahren wir schneller als Tempo 130, wird das sanfte Schnurren allerdings vom starken Gegenwind und Reifengeräuschen überlagert.

Der B10 Hybrid EV ist in der Design-Variante, wie der rein elektrische Leapmotor B10, opulent ausgestattet. Leichtmetallfelgen in 18 Zoll, die 360-Grad-Kamera und das 1,8 Quadratmeter große Glasdach sind in der Kompaktklasse außergewöhnlich. Genauso wie der höchst komfortable Innenraum mit den Premiumsitzen, in der ersten Reihe elektrisch verstellbar, beheizbar und belüftet. Der fast 15 Zoll große Touchscreen ist kompatibel mit Android Auto und Apple Carplay. Dazu kommen das Surround-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern, das kabellose Laden des Smartphones, die Wärmepumpe für mehr Energieeffizienz und 17 Assistenzsysteme. Der adaptive Tempomat ist auch mit an Bord – und leicht zu bedienen. Einfach den Schalthebel hinter dem Lenkrad zweimal nach unten drücken, danach reguliert das Fahrzeug die Geschwindigkeit in Eigenregie, immer ideal an die Verkehrsverhältnisse angepasst.

Auch gemessen an dem Raumangebot, dürfte der B10 speziell für Gewerbetreibende sowie die Manager von Fuhrparks und Flotten von Interesse sein. Aufgrund des langen Radstands von mehr als 2,70 Meter bietet der Kompakt-SUV das maximale Volumen im Innenraum. Das heißt: Selbst groß gewachsene Passagiere können in der zweiten Sitzreihe überraschend viel Beinfreiheit genießen. Ist die Rückbank umgeklappt, bietet der Kofferraum das Volumen von bis zu 1005 Litern.

Bild: electricar
Bild: electricar

Hauch von Enterprise inklusive

Dieses Gesamtpaket und auch die finanzielle Komponente machen den

Leapmotor B10 Hybrid EV zur attraktiven Alternative im hart umkämpften Segment der kompakten SUV. Die von uns gefahrene Variante Design steht mit 33.900 Euro auf der Preisliste, bei 279 Euro im Monat startet das Leasing.


Technische Daten

Hersteller

Leapmotor

Modell

B10 Hybrid EV Design

Antriebsart

Plug-in-Hybrid

Leistung

160 kW / 218 PS

Maße / Gewicht

4530 x 1885 x 1655 mm / 1835 kg

Antriebsachse

Hinterrad

Türanzahl

5

Kofferraum­volumen

334 - 1005 l

Reichweite

86 km (WLTP) / 900 km

0-100 km/h

7,5 Sekunden

Spitze

170 km/h

Preis

33.900 €


 
 
bottom of page