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Neue Marke, neues Glück: Changan startet in Deutschland

  • Autorenbild: Beatrice Bohlig
    Beatrice Bohlig
  • vor 9 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Changan forciert seine Geschäfte in Europa. Als Pilotpartner des chinesischen Herstellers auf dem Kernmarkt Deutschland prescht das Autohaus Günther vor, höchst ambitioniert und mit positiver Energie.


Hereinspaziert in Halstenbek - Changan-Händler Frank Solbrig mit electricar-Reporterin Beatrice Bohlig. Bild: BeHonest
Hereinspaziert in Halstenbek - Changan-Händler Frank Solbrig mit electricar-Reporterin Beatrice Bohlig. Bild: BeHonest

Wie lockt man die erhoffte Kundschaft in den Showroom eines Labels, das noch kaum jemand kennt? Worauf kommt es im Salon dann beim persönlichen Erstkontakt an, um zögerliche Pkw-Interessenten für eine Probefahrt zu begeistern? Und was lässt sich tun, um die zunächst kleine Schar der Fahrzeug-Fans miteinander zu vernetzen sowie stetig zu vergrößern?


Fragen wie diese kann Frank Solbrig im Detail beantworten – aus einschlägigen Erfahrungen: Dem gestandenen Vertriebsexperten obliegt die „Leitung Elektromobilität“ bei der Autohaus Günther GmbH. Diese norddeutsche Kfz-Gruppe war vor 17 Jahren in Deutschland der erste Handels- und Servicepartner des Nissan-Nobellabels Infiniti aus Japan. Im August 2025 nahm das Autohaus Günther in Halstenbek vor den Toren Hamburgs den ersten Changan-Showroom auf deutschem Boden in Betrieb.


Im heimischen China zählt Changan längst zu den dynamischsten Mobilitätskonzernen. Gut 42 Jahre nach dem Einstieg in den Autobau zählt das in Chongqing ansässige Unternehmen heute mehr als 80.000 Beschäftigte. Insgesamt über 30 Millionen Neuwagen hat Changan weltweit schon ausgeliefert. Erst wenige davon kann man jedoch noch auf Deutschlands Straßen sehen.


Deutlich mehr Präsenz wollen Hersteller und Pilothändler im Schulterschluss schaffen: „Beträchtliches Aufsehen hatte Changan mit seinen Auftritten im Rahmen der IAA Mobility 2025 in München gestiftet“, sagt Solbrig beim Besuch von electricar in Halstenbek. „Seither spielen uns die Chinesen verstärkt aus ganz Deutschland bei ihnen eingehende Leads zu“.


Derlei qualifizierte Kontakte oder gar detaillierte Datensätze zu potenziellen Kunden seien für ihn und sein Verkaufsteam „enorm hilfreich bei der Markterschließung“, so Solbrig. Auch eine riesige Changan-Werbetafel am Hamburger Hauptbahnhof, der meistfrequentierten Zugstation zwischen Westerland auf Sylt und Oberstdorf im Allgäu, habe „verheißungsvolle Leads ausgelöst“.


Neues aus dem Reich der Mitte - Exklusiver Changan-Showroom im Autohaus Günther unweit der Hansestadt Hamburg. Bild: BeHonest
Neues aus dem Reich der Mitte - Exklusiver Changan-Showroom im Autohaus Günther unweit der Hansestadt Hamburg. Bild: BeHonest

Expertise bei Exoten


Zudem erkundigen sich inzwischen immer mehr Günther-Stammkunden von sich aus nach Changan. „Maserati, Corvette oder Isuzu – auch mit vergleichsweise exotischen Labeln haben wir uns weit über Hamburg hinaus einen Namen gemacht“, sagt Solbrig, „die Leute trauen uns folglich zu, dass wir das Nischengeschäft rundum beherrschen“.


Volumenmarken hat Günther etwa mit Kia und Nissan im Programm. „Es dürfte zwar schwierig sein, eine überzeugte Kia-Fahrerin in das Changan-Lager zu holen“, schätzt Solbrig. Doch wer nichts wage als Unternehmer, habe gleich verloren. Daher platzierte man bei Günther am Standort Halstenbek bewusst den Changan-Showroom direkt in der verlängerten Sichtachse der Kia-Serviceannahme. Nach strengen Vorgaben rund um die Corporate Identity seitens Changan. Zu denen zählt laut Solbrig unter anderem „die Anordnung eines Verkäuferarbeitsplatzes mitten im Raum“ – in einem vormals für Subaru reservierten Gebäudeteil mit besonders großzügiger Glasfront.


Die erstreckt sich zur sogenannten Wohnmeile hin, einem von zig Bettenhäusern, Küchenanbietern und Möbelgeschäften gesäumten Einkaufsboulevard im Hamburger Speckgürtel. „Häufig holen Männer, die ihre Partnerinnen nicht beim Bummeln begleiten mögen, in der Zwischenzeit bei uns Informationen über Changan ein“, berichtet Solbrig augenzwinkernd. Die Schnellladesäulen auf dem Parkplatz eines Diwan-Discounters in der Günther-Nachbarschaft wiederum sichern weitere Laufkundschaft: „Manche Frau, die dort Saft für ihren Stromer zapft, sieht den Changan-Schriftzug bei uns und kommt bei nächster Gelegenheit vorbei.“


Zwiegespräch im SUV S07 - Günther-Führungskraft Solbrig erklärt Autorin Bohlig die Geschäftsbeziehung mit Changan. Bild: BeHonest
Zwiegespräch im SUV S07 - Günther-Führungskraft Solbrig erklärt Autorin Bohlig die Geschäftsbeziehung mit Changan. Bild: BeHonest

Event am Hafenrand


Ob E-Mobilistin oder Möbelmuffel – Menschen wie sie hatte das Autohaus Günther Anfang Dezember zur „China Night 2025“ geladen. Veranstalter des Galaabends im Restaurant und Teehaus „Yu Garden“ an der feinen Feldbrunnenstraße war die Hamburger China-Gesellschaft. „Der eingetragene Verein genießt hohes Ansehen in der Hansestadt“, sagt Solbrig, „und viele der gutsituierten Gäste haben wohlwollend jene Autopräsentation wahrgenommen, die wir dort vornehmen durften“.


Immerhin vier Changan-Fahrzeuge hat Günther in den letzten fünf Monaten von 2025 an die Frau und den Mann gebracht. Allein bis zur Mitte dieses Jahres traut Solbrig dem Autohaus eine Steigerung auf „zehn bis zwölf Einheiten der Marke Changan“ zu. Das Modell Deepal S07 fährt mit Hinterradantrieb vor, die Baureihe S05 ist wahlweise auch als Allradler zu haben. An einem der Demo-Fahrzeuge im Showroom zu Halstenbek hebt Solbrig die Gestaltung des Lenkrads hervor, „das an das knuffige Gesicht eines Pandabären erinnert“.


Nach dem Erfolg bei besagter „China Night“ zieht der Günther-Manager nun in Betracht, „ein schönes Seminar für die chinesische Community Norddeutschlands zu arrangieren, vielleicht in der Hamburger Speicherstadt“. Wenn erst die Kinder der Zielklientel von der kleinen Sache mit dem Großen Panda erfahren, dürfte Frank Solbrig noch einen Hafenschuppen hinzubuchen müssen. Ganz billig würde das wohl nicht. Andererseits ist der Nachwuchs ja die erhoffte Kundschaft von übermorgen.



 
 
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