• Armin Grasmuck

Pirelli Scorpion Elect: massiver Grip, markante Reichweite


Die Scorpion-Modelle mit Elect-Markierung des Premiumherstellers Pirelli sind speziell für Elektro- und Plug-in-Hybrid-SUV entwickelt worden. Sie überzeugen mit höchstem Komfort, massivem Grip und markanter Reichweite. Den Härtetest von electricar haben die Exemplare der Dimension 235/60 R18 eindrucksvoll bestanden.


Attenzione! Aufgepasst! Die Ansagen von Federico Atorino kommen ruhig, unaufgeregt und doch mit kräftigem Unterton. „Diese Strecke ist schwieriger zu fahren, als sie aussieht“, so erklärt es der Testing Innovation Ingenieur von Pirelli: „Sie hat alles, was die normalen Straßen und Autobahnen haben, und noch ein bisschen mehr. Verschiedene Fahrbahnbeläge, von glatt bis holprig, Wasser, Aquaplaning, enge Kurven, gewässert und trocken, eine Brücke mit Auf- und Abfahrt, Engstellen, spezielle Bremssektionen. Es gilt: volle Konzentration, zu jeder Zeit, in jedem Bereich der Teststrecke. Das Auto und die Reifen sind startklar!“


Vizzola proving ground, so heißt der Rundkurs 50 Kilometer nordwestlich der italienischen Metropole Mailand offiziell. Frisch ist es, leicht bewölkt der Himmel. Die Redaktion von electricar ist zu exklusiven Testfahrten angereist. Der Fokus liegt auf den neuesten Modellen des Premiumherstellers, die speziell für Elektroautos entwickelt worden sind: die Reifen des Typs Scorpion mit der gut zu erkennenden Elect-Markierung. Zum Einsatz kommen sie in der Dimension 235/60 R 18 auf einem ID.4, dem neuen Stromer von VW.

Pirelli setzt auf die Mobilität von morgen. Die Elect-Modelle sind in enger Zusammenarbeit mit den international führenden Automobilherstellern speziell für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge entwickelt worden. Es geht um Effizienz und Nachhaltigkeit sowie um die speziellen Eigenschaften, die Reifen von batteriegetrieben Autos erfüllen müssen.


Stichwort Anfahren. Die E-Autos beschleunigen im Vergleich zu den klassischen Verbrennermotoren ansatzlos und blitzschnell mit maximalem Drehmoment. Diesen Kraftschub gilt es ohne größere Verluste und zuverlässig auf den Asphalt zu bringen - sicher, stabil und mit möglichst wenig Abrieb.


Stichwort Gewicht. Allein aufgrund der verhältnismäßig schweren Akkus und deren Position werden die Reifen der Elektroautos speziell während des Beschleunigens und in den Kurven stark beansprucht. Diesen Kräften wird durch einen besonders stabilen Mix der Produktionsmaterialien entgegengewirkt.


Stichwort Reichweite. Die Stromer kommen besonders weit, wenn der Rollwiderstand der Reifen möglichst gering ist. Weniger Widerstand heißt weniger Energieverbrauch.


Stichwort Komfort. Weil die Motoren der E-Fahrzeuge durchweg leise surren, gelten auch für die Abrollgeräusche der Reifen neue Maßstäbe. Das Design des Profils ist genauso wie die tragenden Elemente im Reifeninnern nachhaltig verändert worden.


▲ Testfahrten im vollelektrischen VW ID.4 mit vollem Akku und Sturzhelm: Es galt eine ganze Reihe von formellen und für die Sicherheit relevanten Auflagen zu erfüllen, bevor electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck (Foto) seine Runden auf der Teststrecke in Vizzola nahe Mailand drehen konnte. Nach den offiziellen Einheiten gab es die finalen Hochgeschwindigkeitseinheiten mit dem Chef dieses Pirelli-Kurses am Steuer - ein Erlebnis im Grenzbereich.


Akustik als relevantes Komfortmerkmal


Wie groß die akustischen Unterschiede allein während des Befahrens der verschiedenen Straßenbeläge sind, wird bereits auf den ersten Testrunden klar. Schnell, langsam, aggressives Beschleunigen, hartes Bremsen ­­— die Vielfalt der Geräusche ist bei konzentriertem Hören noch deutlicher zu vernehmen. Auf feinem Asphalt schnurren die Reifen sanft, noch beeindruckender ist, wie konsequent sie die Pfützen in den Bodenwellen und speziell das harte und rumpelige Kopfsteinpflaster schlucken.


Auf der Teststrecke in Vizzola gibt es zudem eine eigene Passage, auf der die Außengeräusche der Reifen eingefangen und festgehalten werden können. An zwei Stellen sind dort zahlreiche Richtmikrofone aufgebaut, welche die akustischen Werte der vorbeifahrenden Autos dokumentieren. Auch hier gilt: Der Fahrbahnbelag ist für die Kraft der Geräusche verantwortlich, die der hochwertige Reifen im besten Fall neutralisiert.


Imposant in jeder Hinsicht wirkt, wie der Pirelli Scorpion Elect in den vermeintlich heiklen Situationen reagiert. Dieser Praxistest ist weit davon entfernt, den Reifen in den extremen Bereichen zu quälen. Doch eine Vollbremsung, wie sie auch im Stadtverkehr oder auf der Autobahn nötig sein könnte, steht selbstverständlich auf dem Programm. Liegt es am Fahrer, am Auto oder am Reifen? Selbst der harte Tritt auf das Bremspedal schafft keine Turbulenzen. Das Auto kommt wie gewünscht zum Stillstand, die Reifen tun so, als sei dieses harte Eingreifen das Normalste auf der Welt. Keine Bremsspur, kein bisschen Abrieb.


Testeinheiten: Die Pirelli-Reifen wurden auf nasser Fahrbahn in den Brems- und Kurvensektionen, sowie auf den mitunter überraschenden Streckenteilen mit verschiedenen Fahrbahnbelägen gefordert.

Spezielle Materialien und moderne Modellierungsformen


Während der Testrunden scheint es kein relevanter Faktor zu sein. Doch das von Pirelli entwickelte und realisierte Gesamtkonzept beruht auf einem konkreten Zukunftsgedanken, der auch in der Produktion des Elect-Modells umgesetzt worden ist. „Eco-Safety“, so lautet der Ansatz des italienischen Konzerns, der darauf ausgelegt ist, die Reifen möglichst umweltschonend auf die Straße zu bringen, ohne die Qualitäts- und Sicherheitsaspekte zu vernachlässigen, die in Zukunft als Schlüsselelemente zu gelten haben. Der perfekte Mix aus speziellen Materialien und höchst modernen Modellierungsformen ist eine Wissenschaft für sich, die der gewöhnlichen Autofahrer in Form von hochwertigen, verlässlichen und komfortablen Fahreigenschaften zu spüren bekommt.


Auf der Teststrecke in Vizzola wird es ungemütlich. Die Wolkendecke zieht sich zu und die Pirelli-Ingenieure drehen die Sprinkleranlagen auf, als gäbe es kein morgen mehr. Harte Kurven auf der klatschnass gewässerten Fahrbahn, da geht jeder Spaßfaktor verloren. Es ist schwer genug, bei laufenden Scheibenwischern den Blick für die Fahrbahn zu behalten. Normalerweise heißt es in diesen Situationen: runter vom Gas und immer schön vorsichtig. Doch die Herren von Pirelli möchten ihre Produkte im Härtetest belastet wissen. Also: Tempo stabil halten, den Bremspunkt möglichst spät wählen und sich im puren Vertrauen auf die Griffigkeit des Reifens verlassen. Es schlägt auf den Magen. Doch es ist auch beeindruckend zu wissen: Der Scorpion Elect hält die Spur, exakt und ohne Rutscher. Auch die Bremstests auf nasser Fahrbahn und den Slalom im gehoben Tempo bewältigen die Elect-Reifen sachlich und zuverlässig.


Diese Performance auf höchstem Niveau erscheint doppelt spannend, weil es den Pirelli-Entwicklern gelungen ist, auch die Effizienz der neuen Modelle erheblich zu steigern, was in der Praxis bedeutet: Der Energieverbrauch der Elektroautos wird nachhaltig gesenkt und die Reifen halten länger, weil auch die Profile ihrer Laufflächen speziell für die akkubetriebenen Fahrzeuge entwickelt worden sind. „Unserem Eco-Safety-Ansatz entsprechend, wurde die Struktur des Reifens verstärkt, um der Dynamik und dem Gewicht der elektrischen SUVs bei Fahrmanövern in Notfällen wie plötzlichen Richtungswechseln oder Bremsungen gerecht zu werden“, so erklärt es Ingenieur Federico. Mit diesem klaren Qualitätsversprechen beabsichtigt Pirelli bei den Anhängern der Mobilität von morgen zu punkten. In der Welt der High Performer, etwa bei den Produzenten des Porsche Taycan, sind die Elect-Modelle ohnehin bevorzugte und bewährte Schlüsselelemente.


Die Reifen performen auf höchstem Niveau


Am Ende der knapp vierstündigen Testeinheiten in Vizzola ist der Fahrer körperlich wie mental am Limit. Intensiv und anspruchsvoll erschien jede dieser einzelnen Sektionen, und obwohl die Tests nach Aussage der Pirelli-Verantwortlichen noch weit von den extremen Zonen entfernt waren: Sie wirkten wie Erlebnisse im Grenzbereich, zumindest für dem Mann am Steuer. Die Reifen scheinen die zahlreichen Runden dagegen locker weggesteckt zu haben. Auf dem Parkplatz am Rand der Asphaltpiste strahlen sie, als seien sie direkt aus der Produktion geliefert worden. Gut temperiert immerhin, und noch relativ feucht von den Einsätzen auf den nassen Fahrbahnen.


Der Pirelli Scorpion Elect ist seinem guten Ruf in jeder Testphase gerecht geworden. Es ist faktisch der Reifen für Fahrer, die mit ihrem Elektroauto auf höchstem Niveau performen möchten. Die aktuellen Modelle, die an dem Kürzel ELECT auf der Reifenflanke leicht zu erkennen sind, gibt es mit Sommer-, Winter- und Ganzjahresprofilen. Sie versprechen die neueste Technologie, die speziell für Elektroautomobile und Plug-in-Hybride entwickelt worden sind. Oder wie es Federico, der Ingenieur, im Fachjargon formuliert: „Diese Reifen bieten den Autofahrerinnen und Autofahrern ein Höchstmaß an Sicherheit, Performance und Umweltverträglichkeit. Sie tragen definitiv wirkungsvoll dazu bei, das Optimum aus den Fahrzeugmodellen mit alternativem Antrieb herauszuholen.“ Er sagt es, verabschiedet sich freundlich. Dann steigt er in seinen Privatwagen und fährt tiefenentspannt im gemächlichen Tempo davon. Auch die Reifen seines Autos surren sanft, als er das Testzentrum Vizzola in Richtung Flughafen verlässt.


Der Reifen

Der Pirelli Scorpion Elect ist in enger Kooperation mit international führenden Autoherstellern speziell für den voll- und teilelektrischen Betrieb entwickelt worden und gut zu erkennen an dem Kürzel ELECT auf der Reifenflanke. Sie beanspruchen für sich, das Höchstmaß an Sicherheit, Performance und Umweltverträglichkeit, um damit das Optimum aus den Fahrzeugmodellen mit alternativem Antrieb herauszuholen. Die Scorpion-Reifenfamilie ist für moderne SUV entwickelt worden.


Der Test

Die Redaktion von electricar ist eigens nach Vizzola zum Testzentrum von Pirellli gereist, um die Elect-Reifen in einer ganzen Reihe von Einheiten zu prüfen: auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen, im Höchsttempo, in engen wie weiten Kurvenradien, auf trockenem und nassem Untergrund sowie in speziellen Geräuschkanälen. Gefahren wurde mit dem vollelektrischen VW ID.4, mit Augenmerk auf die Sicherheitsvorschriften, die auf Teststrecken einzuhalten sind.


Das Siegel

Die electricar-Redaktion verleiht Pirelli das Siegel «Top Performance» für sein Reifenmodell Scorpion Elect in der Dimension 235/60 R18, weil es in allen Leistungs-, Komfort- und Sicherheitskategorien den höchsten Ansprüchen genügt und auch die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Der Reifen ist besonders attraktiv für alle Fahrerinnen und Fahrer von Elektro- und Plug-in-SUV, die ihren Wagen in Bestform präsentieren möchten.


▲150 Jahre Innovation: Der traditionsreiche Konzern ist aus einer Gummiwarenfabrik, die Giovanni Battista Pirelli 1872 gegründet hatte, hervorgegangen. Zu Beginn wurden Leitungen für Telegrafen, Unterseekabel und Fahrradreifen produziert – seit 1901 Autoreifen. Das global agierende und börsennotierte Unternehmen hat mehr als 30.000 Mitarbeiter, die im Jahr 2021 mit einer Produktionskapazität von 75 Millionen Reifen den Gesamtumsatz von 5,3 Milliarden Euro erzielten. Der Hauptsitz ist in Mailand, während sich die Produktion auf 18 Fabriken rund um den Globus – darunter das Werk im südhessischen Breuberg – verteilt. Pirelli ist auch als Sponsor des Fußballklubs Inter Mailand und Reifenpartner der Formel 1 bekannt, der aktuelle Vertrag mit der internationalen Rennserie läuft noch bis in das Jahr 2024.