• Michael Derbort

Rasten & Laden

Der Ausbau an Ladestationen für E-Autos schreitet voran. Tank & Rast, der Marktführer in Sachen Mobilitätsdienstleistungen hat nunmehr mit dem Systemanbieter E-WALD eine Kooperation vereinbart, die eine umfassende Verfügbarkeit gewährleisten soll.



Entlang der deutschen Autobahnen existieren inzwischen etwa 800 Ladestationen für E-Autos an rund 360 Standorten. Dies sind die Zahlen, die uns der Marktführer Tank & Rast präsentiert. Die Bestände sollen nun teilweise modernisiert und erweitert werden.


Zu diesem Zweck wurde der aufstrebende Systemanbieter von Elektromobilität E-WALD mit ins Boot geholt. Im Rahmen einer langfristig angestrebten Kooperation sollen bestehende Systeme modernisiert und erweitert werden, neue Ladestationen sollen noch hinzukommen.


Konkret sehen die Pläne vor, dass 50 bereits bestehende Stationen weiter ausgebaut werden sollen. Hinzu kommt, dass eine Modernisierung an 27 weiteren Standorten erfolgen wird. Schlussendlich kommen 25 neue Rastanlagen dazu, die erstmalig mit diesem Systemen, bestehend aus bis zu zehn Ladeplätzen, ausgestattet werden sollen. In zwei Jahren sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Mit der bereits bestehenden Infrastruktur stellt der Anbieter bereits jetzt das größte flächendeckende Schnellladenetz in Deutschland bereit. Durch die Zusammenarbeit mit E-WALD sollen nun weitere Hypercharger ergänzt werden, die mit einer Leistung von 150 bis 300 Kilowatt ermöglichen sollen, dass die Akkus der Fahrzeuge innerhalb von 15 bis 30 Minuten vollständig geladen sind.

 
 

Vertragsunabhängig

Dabei ist es völlig unerheblich, bei welchem Betreiber die Fahrer ihre Verträge abgeschlossen hat. Die Ladesysteme von E-WALD rechnen via eRoaming direkt mit dem Vertragspartnern der Kunden ab - die Rechnung kommt also dann von dem jeweils angeschlossenen Anbieter.


Darüber hinaus ist es möglich, den Service mit Hilfe einer Handy-App in Anspruch zu nehmen. Von dieser aus wird der Ladevorgang gestartet und die Abrechnung erfolgt dann direkt über die dort angebotenen Zahlungsmedien.

Alle Ladesäulen sind mit in der EU standardisierten CCS-Steckern (Combined Charging System) ausgestattet. Darüber hinaus werden auch Typ2-und CHAdeMO-Lademöglichkeiten angeboten. Somit kann jedes gängige Elektroauto an diesen Stationen geladen werden.


Bei Tank & Rast handelt es sich übrigens nicht um einen Nischenanbieter. Unter diesem Logo und unter der Marke Serways betreibt das Unternehmen bereits seit Jahren mit Franchise-Partnern seine rund 360 Tankstellen und 400 Raststätten einschließlich 50 Hotels als führender Anbieter von Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie und Kraftstoff auf den Autobahnen in Deutschland.



E-Wald mit Ökostrom

Die E-Wald GmbH mit Sitz im niederbayrischen Teisnach wurde 2012 gegründet. Sie ging aus dem Forschungsprojekt „Modellregion Elektromobilität“ der Technischen Hochschule Deggendorf hervor. Inzwischen installiert und betreibt das Unternehmen Ladesäulen im gesamten Bundesgebiet und entwickelt außerdem eCarsharing-Lösungen. 2019 wurde das Unternehmen von der Firma Statkraft erworben. Dahinter verbirgt sich Europas größter Erzeuger von erneuerbarer Energie. In der Folge werden die Ladesäulen von E-Wald mit Ökostrom betrieben.


Peter Markus Löw, der stellvertretende Vorsitzende der Tank & Rast GmbH erklärt, dass bereits heute eine flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen vorhanden sei, und dass mit der Kooperation mit E-WALD nunmehr auch die Grundlage bestehe, um auf den zu erwartenden Markthochlauf bis hin zu Massenmarkt vorbereitet zu sein.


Otto Loserth, Geschäftsführer der E-WALD GmbH betont zudem, dass die von diesem Unternehmen bereitgestellten Hypercharger ein wichtiger Baustein für die nahtlose E-Mobilität im Fernverkehr darstellten.

Mit diesen ehrgeizigen und mit viel Euphorie vorgestellten Plänen schließt sich wohl mittelfristig die Lücke für eine reibungslose E-Mobilität auch auf langen Strecken. Wegen der immer noch häufig begrenzten Reichweite der Elektroautos muss eine hohe Dichte an zeitsparenden Lademöglichkeiten vorhanden sein. Der Schritt in die richtige Richtung wurde schon lange getan. Nun geht es an den weiteren Ausbau. Wir dürfen gespannt sein.