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Smart #5 im Test: Elektro-SUV mit 800-Volt-Technik und bis zu 590 km Reichweite

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Smart? Ein Smart! Ja, der #5 misst knapp 4,70 Meter und ist damit fast doppelt so lang und voluminöser als der originale Kleinstwagen. Und doch: Dieser SUV der Mittelklasse hat viel von der Raffinesse und dem einzigartigen Charme des kultigen Urmodells. Auf den ersten Blick strahlt der Smart #5 wie der Stromer im Zeitgeist, futuristisch und stilvoll gezeichnet.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Love, pure, unexpected – so lautete offenbar die Prämisse der smarten

Gestalter. Liebe, rein, unerwartet. Wie auch immer: Das Außendesign, so viel steht fest, ist von einzigartigem Charakter. Aufrecht, kantig, massiv, ein paar zarte Kurven integriert. Lang der Radstand, rahmenlos die Türen. Die Frontpartie des #5 wirkt wie von einem anderen Stern: In einzelnen Segmenten strahlen die Leuchteinheiten übereinander und nebeneinander. Alles symmetrisch, es wirkt modern und munter.


Unser Testwagen ist in der Variante Premium gehaltvoll bis luxuriös ausgestattet. Das möchten wir sehen und erleben. Also, rein in den #5! Und ja, im Innenraum legt der neue Smart noch einen drauf. Wir sitzen gut, fühlen uns wohl und staunen ob des außergewöhnlichen Ambientes. Geschmackvoll mit Drive, aus edlen Hölzern die Armaturen, feines Leder, das riesige Glasdach. Dazu dieses Cockpit, das sich fast über die gesamte Breite zieht – drei Bildschirme nebeneinander. Wir fühlen uns wie in einer Lounge der Premiumklasse.


Erste Ausfahrt electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Smart #5 zu testen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Erste Ausfahrt electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Smart #5 zu testen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Ein kurzer Blick auf das stylische Lenkrad mit dem großen Smart-Logo in der Mitte: metallische Taster, stilvoll angeordnet, leicht zu begreifen – schick gelöst. Wir drücken den Schalthebel rechts hinter dem Steuer nach unten und rollen los. Das heißt wir gleiten. Der #5, wir spüren es sofort, ist gut gedämpft. Unebenheiten auf der Fahrbahn schwingt und federt er weich ab. Ein erster Tupfer auf das Strompedal und – wowww! – dieses so charmant wirkende und 2,2 Tonnen schwere Fahrzeug schiebt gewaltig an.


Wir lassen es lieber ruhiger angehen und fahren gelassen auf der Landstraße. Uns fällt auf, wie komfortabel wir über den Asphalt gleiten, tiefenentspannt mit viel Platz in allen Winkeln. Bequem und gut geformt wirken die Sitze. Das Fahrzeug ist einfach zu steuern, die wichtigsten Funktionen sind vom Lenkrad aus leicht zu regeln. Auch der künstlich intelligente Sprachassistent versteht uns auf Anhieb. Ein Druck auf das entsprechende Symbol am Steuer, die Zieladresse aufgesagt – die Navigation wird sofort aktiviert und natürlich auf der Straßenkarte im Bildschirm angezeigt.


Kurios finden wir allerdings, dass wir die Position unseres Sitzes zwar manuell über einen elektrischen Schalter in der Tür verändern können, der Sprachassistent sich jedoch verweigert. „Sitz höher“, so formulieren wir es. „Diese Funktion ist während der Fahrt nicht möglich“, so oder so ähnlich antwortet die Stimme aus dem Lautsprecher. Auch der obligatorische Fingerwisch, mit dem wir die Position des Sitzes über den Touchscreen verändern könnten, wird uns während der Fahrt verweigert – was wir durchaus nachvollziehen können. Stichwort Ablenkung.


SUV mit Charakter - Von außen betrachtet, wirkt der #5 markant, in der Silhouette wechseln sich sanfte Rundungen mit harten Kanten ab. Der Kofferraum punkt mit dem riesigen Ladevolumen von bis zu 1630 Litern. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
SUV mit Charakter - Von außen betrachtet, wirkt der #5 markant, in der Silhouette wechseln sich sanfte Rundungen mit harten Kanten ab. Der Kofferraum punkt mit dem riesigen Ladevolumen von bis zu 1630 Litern. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Konzentrieren wir uns also besser auf die Straße und das eigene Fortkommen. Drei Fahrmodi bietet der #5 in der Premium-Variante: Comfort, so gleiten wir gerade, dazu Eco und Sport. Also rauf auf die Autobahn und den Sportmodus aktiviert. Es ist faszinierend, welche Kraft dieser SUV entwickelt. Der wuchtige E-Smart zieht an, doch er ist eben kein Sportwagen. Wir merken, wie die Windböen von der Seite drücken und der Wohlfühlfaktor sinkt. Ja, der #5 kann auch schnell und munter. Doch wir gleiten lieber im loungigen Ambiente bei Tempo 130 auf der rechten Spur.


Stark an der Ladesäule


Was uns auffällt: Wir fahren und fahren, heizen und schnurren. Doch die Reichweite, die uns am Display angezeigt wird, bleibt vergleichsweise stabil. Es liegt vielleicht daran, dass wir mit einer 100 Kilowattstunden großen Batterie unterwegs sind. Laut Hersteller sind damit fast 600 Kilometer nach WLTP-Standard möglich, ohne nachzuladen. Den Verbrauch gibt Smart mit 18,4 Kilowattstunden pro 100 Kilometer an. Die Experten vom ADAC-Ecotest ermittelten 21,6 Kilowattstunden, was für einen SUV dieses Kalibers durchaus akzeptabel erscheint.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Herausragend ist die Ladeleistung des #5. Er baut auf eine 800-Volt-Architektur, kann den Strom mit bis zu 400 Kilowatt aus der Schnellladesäule ziehen. In der Praxis bedeutet dies, dass die riesige Batterie in nur rund 15 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden kann. Oder, noch einfacher und speziell für Geschäftsreisende im Fernverkehr relevant: ein paar hundert frische Kilometer in kürzester Zeit. Selbst an den langsameren AC-Ladepunkten, den Wallboxen zuhause oder am Arbeitsplatz, zieht der Smart den Strom mit bis zu 22 Kilowatt.


Drei Bildschirme im Cockpit


So, jetzt ist höchste Zeit, sich mit dem außergewöhnlichen Infotainment und Entertainment zu befassen, das der #5 ebenfalls an Bord hat. Auf dem Rückweg in die Stadt legen wir also eine kurze Pause ein. Drei Bildschirme – das Info-Display hinter dem Lenkrad und zwei Touchscreens nebendran – sowie ein Head-up-Display und die Soundanlage von Sennheiser, das ist gewaltig, erst recht in einem Fahrzeug der Mittelklasse.


Cockpit im Zeitgeist - Der Smart #5 bietet zwei 13-Zoll-Touchscreens und ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad. Auch die Fahrgäste in der zweiten Reihe sitzen bequem und komfortabel. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Cockpit im Zeitgeist - Der Smart #5 bietet zwei 13-Zoll-Touchscreens und ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad. Auch die Fahrgäste in der zweiten Reihe sitzen bequem und komfortabel. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Das digitale Info-Display ist 10,25 Zoll groß, modern gestaltet und vom Fahrer individuell einstellbar. Zielführend wirkt auch das Head-up-Display, das die

relevanten Fahrdaten und auch aktuelle Informationen aus der Navigation oder von den Assistenzsystemen anzeigt.


Intuitiv zu steuern


Über den zentral angeordneten Touchscreen kann das Infotainment gesteuert werden. Er misst 13 Zoll, genau wie der nahezu identische Bildschirm für den Beifahrer rechts daneben. Auch diese Einheit entspricht dem Design der Moderne. Per Fingerwisch sind die zahlreichen Funktionen, die dieses Fahrzeug bietet, einfach zu bedienen. Vieles lässt sich intuitiv über die auf den Bildschirm dargestellten Applikationen erschließen.


Die Grundeinstellungen werden, wie bei vielen der neueren Modelle, über das Touchdisplay vorgenommen – etwa das Positionieren der Außenspiegel, das Licht im Innenraum oder auch der konkrete Einsatz der Sicherheitsassistenten. Speziell für Umsteiger mag es kompliziert klingen. Wir können festhalten: Es ist klar strukturiert und nach kurzem Kennenlernen einfach zu bedienen. Und, das Wichtigste: Der Bildschirm reagiert in jeder Phase schnell und professionell.


Assistenten für die Sicherheit


Gut zu bedienen sind auch die Kurzbefehle am unteren Rand des Bildschirms, die den einfachen Zugriff auf Klimaanlage, Sitzheizung, Navigation oder das Lademanagement erlauben. Der Bildschirm für den Beifahrer kann nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Im #5 sind generell alle Sicherheitsassistenten mit an Bord. Dazu gehören unter anderem der Notfallassistent, die Rückfahrkamera und der adaptive Tempomat. Unser Testwagen bietet zudem die größere Batterie, die Wärmepumpe und die adaptiven LED-Scheinwerfer.


Bonus beim Neukauf


Der Smart #5 Premium, so wie wir ihn fahren, steht mit 55.400 Euro auf der Preisliste. Gemessen an dem Gesamtpaket, das er bietet, wirkt der Betrag angemessen. Dazu kommt, dass Smart derzeit einen zusätzlichen Bonus von 4000 Euro beim Erwerb des SUV gewährt – unabhängig von der Förderprämie, die Privatpersonen unter bestimmten Voraussetzungen bekommen.


Die günstigsten Angebote im Leasing liegen für die Premiumvariante des #5 bei gut 500 Euro im Monat – Laufzeit 24 bis 48 Monate, Laufleistung 10.000 Kilometer im Jahr, oft ohne Anzahlung. Damit ist dieser Neustarter auch eine Option für Manager von Fuhrparks und Flotten. Die aufgeschlossenen Kollegen werden diesen Dienstwagen garantiert feiern.


Technische Daten

Hersteller

Smart

Modell

#5 Premium

Antriebsart

Elektro

Leistung

267 kW / 363 PS

Maße / Gewicht

4695 x 1920 x 1705 mm / 2260 kg

Antriebsachse

Hinterrad

Anzahl der Türen

5

Kofferraum­volumen

630 - 1530 l

Reichweite

590 km (WLTP)

0-100 km/h

6,5 Sekunden

Spitze

200 km/h

Preis

55.400 €


 
 
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