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  • AutorenbildPhilipp Lumetsberger

So rasant wächst das Netz der DC-Ladepunkte

Wer mit seinem Stromer regelmäßig über längere Distanzen unterwegs ist, kommt um Zwischenstopps an Ladestationen nicht herum. Damit diese möglichst kurz ausfallen, empfiehlt sich das Stromziehen an den Schnellladestationen. Das Schnellladen beginnt bei einer Ladeleistung von 50 kW und reicht mittlerweile bis zu 350 kW. Ab 150 kW spricht man von High Power Charging (HPC) oder Ultraschnellladen. Anders als beim normalen Laden fließt beim Schnellladen ausschließlich Gleichstrom (DC). DC-Ladestationen wandeln den Wechselstrom (AC) aus dem Stromnetzwerk selbst in Gleichstrom um. Dadurch wird der Netzumwandler im Auto umgangen, der DC-Saft fließt direkt in die Autobatterie. Als Steckerarten werden dafür CCS oder CHAdeMo benötigt. Beim zügigen Stromzapfen dauert das Auffüllen des Akkus für 100 Kilometer Reichweite in der Regel nur wenige Minuten.


All jene, die in Europa mit dem Elektroauto unterwegs sind, sollen in naher Zukunft wesentlich einfacher eine Ladestation finden können. Um dies auch in der Praxis tatsächlich bewerkstelligen zu können, hat die Europäische Union im März 2023 eine Reihe von Beschlüssen auf den Weg gebracht. So soll etwa ab dem Jahr 2026 mindestens alle 60 Kilometer entlang den Strecken des transeuropäischen Verkehrsnetzes der EU eine öffentlich zugängliche Schnellladestation mit einer Leistung von mindestens 150 kW zur Verfügung stehen. Außerdem müssen die Betreiber von Ladestationen laut den Vorgaben eine vollständige Preistransparenz gewährleisten sowie eine einheitliche Ad-hoc-Zahlungsmethode wie beispielsweise Debit- oder Kreditkarten anbieten.


Nachfolgend werfen wir einen Blick auf einige der renommierten Anbieter von Ladeinfrastruktur und deren Schellladenetz.


Ionity: Ultraschnellladen in ganz Europa


Das in München ansässige Unternehmen Ionity wurde im Jahr 2017 von mehreren Automobilherstellern wie etwa BMW, Daimler und dem VW-Konzern gegründet, mit dem Ziel, ein Netzwerk von Ladestationen für E-Autos entlang von europäischen Autobahnen aufzubauen und zu betreiben. Die erste Aufbauphase von 200 Standorten, an denen an Ladesäulen für High-Power-Charging mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit bis zu 350 kW Ladeleistung aufgeladen werden können, war Anfang der 2020er Jahre abgeschlossen.

Seit Oktober 2021 ermöglicht Ionity seinen Kunden mit Plug & Charge einen schnellen, bequemen und sicheren Lade- und Bezahlvorgang. Bei dieser Technologie werden im Fahrzeug hinterlegte Ladestromverträge über die Ladekabelverbindung mit dem Fahrzeug automatisch erkannt und zur Autorisierung und Abrechnung des Ladens genutzt. Aktuell hat Ionity laut eigenen Angaben 537 Ladeparks in 24 Ländern in Betrieb. E-Autofahrern stehen in diesem Netzwerk insgesamt 2.818 HPC-Ladepunkte zur Verfügung, um ihren Stromer mit frischer Energie zu versorgen. Weitere 109 Ladestandorte befinden sich derzeit im Aufbau, bis 2025 sollen es 1.000 in ganz Europa werden

EnBW – Investitionen von großer Dimension


Die EnBW betreibt eigenen Angaben nach das größte Schnellladenetz in Deutschland. Der Energiekonzern hat diesbezüglich ambitionierte Pläne und möchte die Infrastruktur weiter deutlich ausbauen. Bis 2030 will das Unternehmen rund 30.000 Schnellladepunkte in Deutschland betreiben. Hierfür stockt es die Investitionen in den Bereich E-Mobilität auf rund 200 Millionen Euro pro Jahr auf. Bisher lag der jährliche Investitionsbetrag bei etwas mehr 100 Millionen Euro. Mit jetzt schon mehr als 1.000 EnBW-Schnellladestandorten in der Bundesrepublik können Fahrer von Elektroautos auf ein flächendeckendes Schnellladenetz zurückgreifen. Hier laden sie in nur fünf Minuten genug Energie für bis zu 100 km Reichweite.

Laut den Zahlen des eMobility Excellence Reports 6/2023 bietet EnBW in der DACH-Region mit 11.800 angebunden HPC-Ladepunkten die höchste Abdeckung für schnelles Laden.


Tesla – Ladestationen rund um den Globus


Tesla betreibt weltweit an 5.000 Standorten insgesamt 45.000 Supercharger-Ladepunkte. Diese verteilen sich auf Nordamerika, Europa, den Mittleren Osten, Ostasien, Australien und Neuseeland. 2012 wurden die ersten Ladestationen des US-Autofabrikanten errichtet. In Europa gibt es aktuell rund 1.000 Ladestandorte der Marke Tesla. Auf Deutschland entfallen davon 160 – weitere 84 sind in Planung. In Österreich gibt es derzeit 30, acht sind in Planung und in der Schweiz sind 32 Ladestationen im Einsatz sowie fünf weitere geplant.


Die Ladestationen konnten anfänglich nur von Fahrzeugen der Marke Tesla genutzt werden. Mitte November 2021 hat der US-Konzern jedoch die schrittweise Öffnung seines Ladenetzwerks für die Fahrzeuge anderer Hersteller in die Wege geleitet. Mitte 2022 war das Laden von Fremdfahrzeugen an ausgewählten Tesla-Stationen in 13 europäischen Ländern möglich. In Deutschland ist seit März 2023 etwa die Hälfte der Supercharger-Standorte für andere Marken geöffnet.


Die Freischaltung und die Bezahlung erfolgen für Nicht-Tesla-Fahrzeuge über eine Smartphone-App, Kartenleser oder ähnliche Vorrichtungen an den Ladesäulen sind hier bisher nicht vorgesehen. Die Preise für das Laden von Nicht-Tesla-Fahrzeugen liegen etwas über denen für Tesla-Fahrzeuge, durch den Abschluss eines monatlich kündbaren Vertrages mit Grundgebühr sind die Preise pro kWh jedoch bei Tesla- und Nicht-Tesla-Fahrzeugen identisch.


Allego – klarer Fokus auf Autobahnen


Das im Jahr 2013 gegründete niederländische Unternehmen Allego baut Ladestationen in ganz Europa. Mittlerweile ist deren Zahl auf über 34.000 angewachsen. Allego betreibt seit 2015 in Deutschland die Stromtankstellen des Landes Berlin und begann im Herbst 2015 mit dem Aufbau eines Netzes von Schnellladestationen entlang der deutschen Autobahnen. Laut eigenen Angaben umfasst das Ladenetzwerk etwas mehr als 750 Schnellladestationen in ganz Europa. Diese sind vor allem an Autobahnen und in Ballungsgebieten zu finden. Der benötigte Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.


Fastned – Höchst ambitionierte Ausbauziele


Ebenfalls aus den Niederlanden stammt die Firma Fastned, die in mehreren europäischen Ländern ein Netzwerk an öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektroautos aufbaut und betreibt. Aktuell sind Fastned-Ladestationen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz zu finden. Die für die Netzinfrastruktur notwendige Energie stammt von Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Viele Standorte verfügen über mindestens eine Ladesäule mit einer maximalen Ladeleistung von 150 kW. Das Ziel des Unternehmens ist es, ein europäisches Schnellladenetz mit 1.000 Standorten mit jeweils mehreren Ladesäulen aufzubauen.


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