Sportliche Studie: Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo
- Armin Grasmuck

- 29. Sept. 2025
- 8 Min. Lesezeit
Der Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo fährt vorerst nur auf der Spielkonsole. Markante Elemente dieses Konzepts fließen in die reale Serienproduktion ein.
Dieser Flitzer mit dem Blitz im Logo hat was. Keine Frage. Der Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo wirkt wie der Sportwagen der nächsten Generation. Höchst dynamisch, kernig, das Design futuristisch. Auf der Fachmesse IAA Mobility in München stellt Opel dieses Konzeptfahrzeug vor. Gelenkt werden kann der Starkstromer vorerst nur digital – auf der Spielkonsole. Ab Herbst steht der atemberaubende Corsa GSE in dem weltbekannten Rennsimulator Gran Turismo 7 für gehaltvolle Ausfahrten bereit.
588 Kilowatt ist gleich 800 PS, maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern, Tempo 320 in der Spitze – so lauten die gewaltigen Eckdaten des digitalen Hochleistungssportlers auf der Konsole. Dieses visionäre Konzept gibt einen Ausblick auf die kommenden Modelle von Opel. Der traditionsreiche Hersteller plant generell, die Submarke GSE als höchst performantes Element in sein Portfolio zu integrieren. Corsa? Die Strategen des Autobauers
sehen damit auch ihr klares Bekenntnis zum Segment Kleinwagen unterstrichen.

Herausragende Effizienz
„Der Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo hebt unsere Submarke GSE auf das nächste Level“, sagt Florian Huettl, der CEO von Opel. „Er zeigt nicht nur, was auf einer Kleinwagenplattform möglich ist, sondern er gibt einen klaren Ausblick auf die Zukunft und wird Autoenthusiasten begeistern. Zum ersten Mal lässt sich ein Concept Car von Opel nicht nur mit Abstand bewundern.
Jeder kann diesen atemberaubenden Newcomer ab Herbst in Gran Turismo 7 fahren und erleben. Die Kombination aus High-Performance-GSE-Elementen und dem, wofür der Name Corsa steht, spricht für sich.“ Digital wird real. „Wir lieben es, wenn Vision-Gran-Turismo-Fahrzeuge auch als echtes Auto zum Leben erweckt werden“, so umreißt es Kazunori Yamauchi, der Chef des Unternehmens Polyphony Digital, das die Rennsimulation entwickelt hat.
Im Detail betrachtet, besticht die Vision des Corsa GSE zumindest auf dem virtuellen Asphalt mit außergewöhnlichen Eigenschaften, herausragender Effizienz und ungeheurer Fahrdynamik. Er wird über zwei 350 Kilowatt, also 476 PS starke Elektromotoren – einen an jeder Achse – angetrieben, entfaltet so die Systemleistung von 588 Kilowatt. In Kombination mit dem Singlespeed-Getriebe beschleunigt das Konzeptfahrzeug im Videospiel in nur zwei Sekunden von null auf Tempo 100.

Boost zum Überholen
Einen Extraschub zum Überholen liefert die integrierte Boost-Funktion, die bis zu vier Sekunden lang zusätzliche 59 Kilowatt bereitstellt. Ist der Booster aufgebraucht, wird er in nur 80 Sekunden wieder vollständig aufgeladen. Der permanente Allradantrieb bietet zudem optimalen Grip, perfektes Fahrverhalten und verlässliche Stabilität. Interessant klingt, dass der Corsa GSE in der Vision trotz seiner 82 Kilowattstunden großen Batterie nur 1170 Kilogramm wiegen soll. Laut den Entwicklern kann dieses vergleichsweise geringe Gewicht durch besonders leichte Materialien und Werkstoffe erreicht werden.
Die massive Optik des Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo soll die Leistungs-
stärke des Konzeptfahrzeugs unterstreichen. Laut Hersteller wird damit auch deutlich, welche Möglichkeiten, bezogen auf das Design und die Proportionen, die Plattform STLA Small des Mutterkonzern Stellantis in der Realität bietet. Tatsächlich ist die Studie in ihrem Grundriss stark an das reale Corsa-Modell angelehnt, jedoch etwas niedriger und deutlich breiter.
Auch das neue Markendesign von Opel, diese klaren bis scharfen Konturen, ist in dem Konzept deutlich zu erkennen – genauso wie der Vizor, die markante Frontpartie, die jedes neue Modell des Autobauers ziert. Das Logo mit dem legendären Blitz prangt dort zentral angeordnet, auch die hier durchgezogene vertikale Achse ist fortan beleuchtet. Die markentypischen Lichtleisten laufen an beiden Seiten in dreidimensionalen Glasblöcken aus.

Stylische Rückseite
Auch am Heck sind die bekannten Linien verfeinert worden. Das zentrale Element ist der opulente Schriftzug „OPEL“. Seitlich daneben sitzen die Rückleuchten, die praktisch in die Heckscheibe übergehen. Das wirkt neuartig, sportlich und schick.
Selbstverständlich fährt das Konzept Corsa GSE auch aerodynamisch in der nächsten Dimension. Sogenannte Curtains vor den Kotflügeln, vorn wie hinten, sollen zusammen mit den verbreiterten Kotflügeln die Luftströme gleichmäßig verteilen und damit auch bei hohen Geschwindigkeiten sichere und stabile Fahrerlebnisse garantieren. Die Effizienz wird durch spezielle Aero-Räder, welche die Luftwirbel in den Radhäusern reduzieren, nachhaltig gesteigert. Zudem sorgen der Diffusor und der Spoiler je nach Fahrsituation für mehr oder weniger Abtrieb.
Markante Dreiecke
Die Studien von Opel sind seit jeher für ihre speziellen Finessen bekannt, viele der visionären Ideen sind in die Serienproduktion übernommen worden. Auch den Corsa GSE Vision Gran Turismo hat der traditionsreiche Hersteller aus Rüsselsheim entsprechend aufgetrimmt. Stichwort Blinker: Die Leuchten zum Abbiegen sind elegant in den vorderen und hinteren Kotflügeln versteckt worden, als sehr schlanke und lang gezogene Bögen. Inspiriert von
legendären Rallyemodellen wie dem Manta 400, sorgen in dem Konzeptfahrzeug auch markante Elemente in Form von Dreiecken beispielsweise an den Rädern, dem Dachspoiler und dem Überrollkäfig für besondere Akzente.
In klaren Kontrasten sowie abgestimmt auf die beeindruckenden inhaltlichen Werte aus purer Leistung und höchster Effizienz sind die Außenfarben definiert: perlweiß die Karosserie, knallgelb die aerodynamischen Elemente wie Fronthaube, Diffusor und Spoiler sowie das Dach und verbreiterten Kotflügel in Schwarz. Auch die Felgen sind in diesen Tönen gehalten. Vorne sitzen die Reifen von Goodyear auf 21 Zoll großen Felgen in Schwarz und Gelb, hinten werden daraus weiß-gelbe 22-Zöller. Deb idealen Kontakt zum Asphalt sollen die Dämpfer von Bilstein garantieren.
Die sportlichen Attitüden geben dem Corsa GSE Vision den speziellen Drive.

Infos nur im Head-up-Display
Sportliche Attitüden, für die der Corsa GSE Vision Gran Turismo per Definition steht, geben auch dem Innenraum den speziellen Drive. Laut Opel wird der Steuermann hier zum Rennfahrer. Die wichtigsten Informationen werden in das Head-up-Display projiziert, das hinter dem betont schlanken Lenkrad leicht zu erfassen ist. Auf weitere Bildschirme wird in dem Konzeptfahrzeug nach dem Motto weniger ist mehr bewusst verzichtet. Völlig neue Perspektiven in der Fahrerzelle, so bezeichnet es Opel.
Der Sportsitz, in schwarz-gelber Leichtbauweise gestaltet und mit einem Sechspunktgurt ausgestattet, versetzt den Fahrer direkt in den Aktionsmodus. Im Zusammenwirken mit dem Überrollkäfig entspricht er den höchsten Standards an Sicherheit. Wie auch die speziellen Sensoren, die den Fahrer vor gefährlich nahe kommenden Verkehrsteilnehmern warnen. Genial: Verschwindet ein Auto im toten Winkel, leuchten illuminierte Elemente an der Armaturentafel und den Türen auf.
Große Historie
Der Corsa GSE Vision Gran Turismo ist das jüngste Modell in der langen Geschichte von Prototypen mit dem Blitz im Logo. Legendär war bereits der Experimental GT, den der Produzent aus Rüsselsheim im Jahr 1965 auf der Fachmesse IAA in Frankfurt präsentierte – als erstes Konzeptfahrzeug auf dem Kontinent überhaupt. Dieses Auto – ein zweisitziger Sportwagen auf Basis des Modells Kadett – zeigte, dass Opel über die soliden Alltagswagen hinaus auch nachhaltig in den dynamischeren Segmenten punkten wollte.
In den späten 60er- und 70er-Jahren folgten weitere Studien wie der Opel CD Coupé mit einem 5,4-Liter-V8-Motor und der Aero GT, der als Targa-Version des Experimental GT präsentiert wurde. 1970 fuhren Prototypen des Diplomat CD Coupé als exklusives Luxuskonzept vor. Ein Glanzlicht war der Elektro GT aus demselben Jahr, der als Frühstarter der Elektromobilität in die Historie einging.

Trend zu E-Antrieben
1981 sorgte Opel mit dem Tech-1, einer aerodynamisch optimierten Studie, für Furore. Ein Jahr später folgte der Corsa Spider, das Konzept für Kleinwagen. Die 90er-Jahre brachten elektrifizierte Studien wie den Kadett Impuls I, den Astra Impuls II und Konzepte für austauschbare Antriebsmodule wie den Opel Twin. Diese Phase war geprägt von vielseitigen Visionen wie dem Pick-Up Scamp, dem sportlichen Tigra Roadster und dem Kleinstwagen Maxx.
Im neuen Jahrtausend setzte Opel auf umweltfreundliche und elektrische
Antriebe: Studien wie der Zafira Hydrogen 3, Flextreme und der Ampera im Jahr 2010 markierten diesen Trend. Parallel wurden sportliche Konzepte wie der Astra OPC X-treme und das SUV-Coupé Antara GTC gezeigt. In diese Reihe passt der Corsa GSE Vision perfekt.

Neue Submarke für jüngere Zielgruppe
Das Kürzel GSE wird bei Opel jetzt mit großem E geschrieben. Diese neue Submarke des Herstellers steht für Grand Sport Electric und fokussiert sich auf vollelektrische, sportliche Modelle. Die früheren GSe-Modelle waren hauptsächlich Plug-in-Hybride, ab sofort sollen nur noch batteriegetriebene Autos unter dem GSE-Label erscheinen. Diese Fahrzeuge sind generell sportlich gestaltet, von besonderem Design und einer Abstimmung, die den Fahrspaß in den Vordergrund stellt. Die neuen GSE-Modelle sprechen vor allem eine jüngere Zielgruppe an, die mehr als nur ein gewöhnliches Elektroauto möchte. Diese Fahrzeuge tragen ein neues Logo und sind Teil der erfrischenden Kampagne „OMG! GSE“.

Drive mit E
Der Mokka GSE ist das erste in einer Reihe von weiteren neuen Sportmodellen, die Opel auf die Straße bringt.
Auch dieser Stromer ist ein Star auf der IAA Mobility. Der Opel Mokka GSE wird in München erstmals dem breiten Publikum vorgestellt – als Premierenmodell einer Reihe von neuen E-Sportlern, die der renommierte Autobauer plant.
Geht es nach Opel, wird der Mokka GSE als ein leistungsstarker, vollelektrischer Neustarter mit den Genen des Motorsports das hart umkämpfte Segment der kompakten SUV nachhaltig bereichern. 207 Kilowatt, also rund 280 PS, dazu das maximale Drehmoment von 345 Newtonmetern – so lauten die eindrucksvollen Grundkoordinaten. Damit ist die Standardversion des Mokka GSE genauso antriebsstark wie die neue Rallye-Variante, die nächstes Jahr in den Wettbewerb einsteigen wird. In nur 5,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, satte 200 km/h in der Spitze: Der Mokka GSE ist das stärkste Elektrofahrzeug im breiten Portfolio von Opel.
Leergewicht unter 1,6 Tonnen
Was die Technik betrifft, basiert der neue Starkstromer auf den bewährten Elementen des aktuell im Rennsport eingesetzten Mokka GSE Rally. Er verfügt über den Frontantrieb mit Sperrdifferenzial, ein speziell abgestimmtes Chassis samt neuen, doppelten Hydrostoßdämpfern und ein Fahrwerk, das aus dem elektrischen Rallyesport adaptiert wurde. Das Leergewicht liegt bei unter 1,6 Tonnen, damit ist das Kompakt-SUV agil und gut steuern.
Seine Energie zieht der Mokka GSE aus einer 54 Kilowattstunden starken Lithium-Ionen-Batterie, die laut Opel eine Reichweite von bis zu 336 Kilometern ermöglicht. Die Lenker können zwischen drei Fahrmodi wählen: Sport, das heißt: volle Power. Normal für Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h. Und Eco als Fahrstufe, die maximale Effizienz verspricht.

Gelbe Bremssättel, GSE-Logos
Optisch soll der neue E-Opel durch markanten Details überzeugen. Die aerodynamisch optimierten 20-Zoll-Leichtmetallräder mit den Reifen von Michelin wirken genauso eindrucksvoll wie die gelben Bremssättel, die GSE-Schriftzüge an der Front und den Seiten sowie die optional erhältliche Motorhaube in Schwarz.
Der Innenraum ist geschmackvoll in den Farben Grau, Schwarz, Weiß und Gelb abgestimmt. Alcantara heißt der hochwertige Stoff, mit dem die Sportsitze bezogen sind, die gelb gesteppten Nähte sorgen für Komfort und sportliches Flair. Rasant wirkt auch das Lenkrad, das oben und unten abgeflacht ist. Alle relevanten Daten sind über das Fahrerdisplay und den zentral angeordneten Touchscreen leicht zu erfassen.
Potenzielle E-Sportler
Noch in diesem Jahr soll der Opel Mokka GSE offiziell auf den Markt kommen. Der Hersteller hat bislang keinen Preis genannt. Doch ist naturgemäß davon auszugehen, dass die GSE-Modelle ein paar Tausender mehr kosten werden als der reguläre Mokka Electric, der in der Grundversion mit 36.740 Euro auf der Liste steht.
Opel plant, seine sportliche Submarke GSE vollständig zu elektrifizieren. Alle künftigen Modelle sollen durch besonders dynamischen Charakter sowie sportliche Optik mit einem fahrdynamisch abgestimmten Fahrwerk und präzisem Handling überzeugen. Angelehnt an das ebenfalls auf der IAA vorgestellte Konzeptfahrzeug, ist zeitnah eine GSE-Variante des Corsa zu erwarten. Auch in dem legendären Manta steckt das Potenzial des E-Sportlers.

Unter Vollstrom auf die Piste
Der neue Opel Mokka GSE Rally, ist ein rein elektrischer Prototyp der nächsten
Rallye-Generation, der modernste Motorsporttechnik mit hoher Leistungskraft verbindet. Er schiebt mit 207 Kilowatt, rund 280 PS, an und bringt ein Drehmoment von maximal 345 Newtonmeter auf die Straße, was ihn auf Rallye-Niveau eines Rally4-Fahrzeugs hebt. Dieser Mokka ist nach dem neuen FIA-Reglement e-Rally5 entwickelt, er zeichnet sich durch ein Leichtbau-Chassis und ein speziell abgestimmtes Bilstein-Rallye-Fahrwerk aus.
Mit seinem Lufteinlass auf dem Dach, einer markanten Motorsportfolierung samt „OMG! GSE“-Schriftzug, gelben Felgen und Bremssätteln ist er ein echter Hingucker. Der Mokka GSE Rally ist auch als Vorbote der elektrischen Rallye-Zukunft bei Opel zu betrachten, weil er die reiche Motorsporthistorie der Marke widerspiegelt.
Bildquellen: Opel


