Subaru Uncharted im Test: Kraftvoll auf Asphalt und im Gelände

Kraftvoll und kernig: Der Subaru Uncharted schiebt vehement an – auch im schroffen Gelände.

Uncharted. Was haben sich die Strategen von Subaru nur dabei gedacht? Uncharted, zu Deutsch: unerforscht, so heißt das neue Modell des japanischen Herstellers. Der Name soll laut Subaru dokumentieren, dass dieser SUV der kompakten Klasse bereit ist, auch neue Wege abseits der Straße zu meistern. Entdeckergeist im robusten Elektrofahrzeug, so lautet demnach das Motto. In der Branche hält sich allerdings auch die Interpretation, es könnte sich hier auch um den „Un-C-HR-ted“ handeln, der sich klar und deutlich vom Toyota C-HR+ abzugrenzen versucht.
Denn klar ist: Technisch basiert der Uncharted auf dem C-HR+, der in Kooperation mit dem langjährigen Geschäftspartner Toyota entwickelt worden ist. Die beiden Modelle teilen sich dieselbe Plattform, dieselbe Batterie und denselben Allradantrieb. Auch elektrische Bauteile wie die Achsen, das Batteriemanagement und das Ladesystem sind im Gleichtakt konzipiert worden.
Unser Testwagen fährt als Subaru Uncharted in der Variante 77 AWD Platinum plus vor. Es ist die Topversion des Modells, die den stärksten Antrieb mit nahezu allen verfügbaren Komfortelementen vereint. Dazu zählen unter anderem das riesige Glasdach und das beheizbare Lenkrad.

Dynamisch und kernig wirkt der Uncharted auf den ersten Blick. Flach die Dachlinie, hochgebockt der Unterboden. Von vorn betrachtet, ist dieses SUV-Coupé klar als Subaru zu identifizieren. In der Mitte prangt das typische und nun auch illuminierte Sternenlogo. An den Flanken blitzen – an das Emblem angelehnt – scharf die Leuchten in je sechs LED-Punkten. Die eigentlichen Scheinwerfer sind in den Ecken gleich darunter verbaut.
Auch das steil abfallende Heck ist modern gestaltet. Über die gesamte Breite verläuft das LED-Lichtband, an den Ecken ragen die kantigen Rückleuchten frech heraus. Zentral und in großen Lettern prangt der Markenname.
Optisch im Zeitgeist
Bitte einsteigen! Jaha, all denjenigen, die gerne drücken, drehen und schieben, sei gesagt: Der Uncharted hat auffallend viele Druckknöpfe, Schalter und Hebel – in dem Innenraum, der optisch ebenfalls den Zeitgeist trifft. Es dürfte speziell für Einsteiger in die Elektromobilität vertrauensbildend wirken. Ja, es gibt sogar große und leicht zu erreichende Drehregler, über die Fahrer und Beifahrer die Temperatur einstellen können. Die Sitze, auch das spüren wir sofort, sind gut gepolstert und ausgesprochen bequem.

Wer sich für Subaru entscheidet, möchte manchmal etwas mehr, als nur gediegen über den Asphalt gleiten. Subaru, das heißt traditionell auch: Fahrspaß im Gelände, schlammig oder schneebedeckt. Steile Rampen, schräge Winkel, alles inklusive. Wir werden sehen, ob der Uncharted diesem Ruf gerecht werden kann.
Jetzt geht’s los. Entspannt, auf dem Parkplatz der Vorstadt. Den Startknopf gedrückt, Drehregler auf der Mittelkonsole gen D wie Drive. Los fährt der Unerforschte, der auf Anhieb ziemlich reif wirkt.

Für einen kompakten SUV liegt er überraschend satt auf der Straße, klar in der Spur, gut gedämpft. Ruhig und gediegen gleiten wir dahin. Straff wirkt das Fahrwerk – und doch komfortabel. Einmal kurz das Strompedal gedupft, ohhh ja, der Unerforschte schiebt forsch nach vorn.
Wir gleiten lieber tiefenentspannt über die Bundesstraße und widmen uns den Inhalten rund um das Cockpit. Der Subaru bietet ein sieben Zoll großes Digitaldisplay, hinter dem Lenkrad hochgezogen bis an das untere Ende der Windschutzscheibe. Alle wichtigen Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Energiefluss, Rekuperation und die verbleibende Reichweite werden hier angezeigt.
Schalter und Tasten statt Touch
Die Assistenzsysteme und das Infotainment werden über den 14-Zoll-Touchscreen gesteuert, der hoch über die Mittelkonsole herausragt. Selbstverständlich kann auch über das oben wie unten abgeflachte Sportlenkrad agiert werden. Es bietet direkten Zugang auf Fahrmodi, Rekuperation, Tempomat, Telefon und Medien – mit Schaltern und Tasten statt Touch.
So ruhig und ausgeglichen, wie wir dahingleiten, können wir uns an den Uncharted gewöhnen. Doch klar, der Subaru muss ins Gelände. Also biegen wir im Freisinger Hinterland auf einen engen Feldweg ab. Es ist imposant: Wo reine Straßenfahrzeuge schnell anfangen, flatterig werden, und schwieriger zu steuern sind, bleibt dieser SUV auffallend stabil. Kein Ruckeln, kein Zappeln. Der Uncharted fährt wie auf Schienen, zumindest bis zur ersten gröberen Mulde.
Okay, das Tempo passt
Enger wird der Weg, schroffer die Böschung. Es ist die gute Gelegenheit, die Offroad-Modi auszuprobieren, die Subaru in das Allradmodell integriert hat. Die Taste „X-Mode“ auf der rechten Seite der Mittelkonsole gedrückt. Laut Hersteller drosselt das System nun gezielt Leistungsabgabe, es hält das Getriebe in niedriger Übersetzung, verteilt das Drehmoment verstärkt auf die einzelnen Räder und greift genau dort ein, wo es nötig ist. Speziell auf Schotter, Matsch und Schnee soll auf diese Weise für mehr Traktion gesorgt werden.
Wir können festhalten: So lässt es sich auch gut zwischen Äckern und Hopfenfeldern schleichen. Dazu passt auch die Grip Control, die den X-Mode ergänzt. Über einen Kippschalter, ebenfalls auf der Mittelkonsole, lässt sich die Geschwindigkeit im Kriechmodus justieren. Der Subaru hält sie konstant, bergauf und bergab, so kann sich der Fahrer auf das Lenken konzentrieren.

Knapp 500 Kilometer im Akku
Wir kehren auf die asphaltierte Landstraße zurück. Der Ausflug ins Gelände hat Spaß gemacht. Unser Testwagen kombiniert generell eine 77 Kilowattstunden große Batterie mit zwei Elektromotoren, die 252 Kilowatt, rund 343 PS, bei dem maximalen Drehmoment von 438 Newtonmetern bereitstellen. Ist der Akku voll geladen, soll er laut Hersteller die Reichweite von knapp 500 Kilometern nach WLTP-Standard ermöglichen.
Die maximale Ladeleistung ist mit 150 Kilowatt angegeben. An der Schnellladesäule kann die Batterie in rund einer halben Stunde von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Der Uncharted bietet serienmäßig auch einen 22-Kilowatt-Bordlader für das Wechselstromziehen, etwa an entsprechend ausgelegten Wallboxen.
Kamera im Unterboden

Apropos Serie. Auch X-Mode, Grip Control und Leichtmetallfelgen auf 20 Zoll sind in der Topvariante Platinum plus an Bord – genauso wie die elektrisch verstellbaren Vordersitze, das Soundsystem von Harman Kardon mit zehn Lautsprechern und Subwoofer, das Panoramadach, die 360-Grad-Kamera sowie die im Unterboden verbaute Geländekamera. Volle Hütte, heißt es im Fachjargon.
Der Uncharted bietet für ein SUV der kompakten Klasse auch höchst akzeptables Ladevolumen. Gut 400 Liter fasst der Kofferraum. Sind die Rücksitze umgeklappt, werden daraus 1323 Liter. Über das zweistufige Ladebodensystem können Höhe und Tiefe flexibel aufgeteilt werden. Die Ladekante sitzt relativ niedrig, speziell beim Einladen von schweren und sperrigen Gütern kann sich dies als Vorteil erweisen.
Attraktive Alternative
Der Subaru Uncharted 77 AWD Platinum plus, so wie wir ihn als Testwagen fahren, steht mit 50.442 Euro auf der Preisliste. Speziell bei einigen Händlern im Internet wird er gerade auch etwas günstiger angeboten. Im Detail liegt es auch an Extras wie dem zweifarbigen Lack oder der Anhängerkupplung.
Im Leasing startet das Kompakt-SUV bei monatlichen Raten von rund 450 Euro, berechnet auf 36 Monate und mit der jährlichen Laufleistung von 10.000 Kilometern. Speziell für Kunden, die es gern kraftvoll und kernig haben, stellt der Uncharted eine attraktive Alternative dar – auf schwierigem Untergrund sowieso.
Technische Daten
Hersteller | Subaru |
Modell | Uncharted 77 AWD Platinum plus |
Antriebsart | Elektro |
Leistung | 252 kW / 343 PS |
Maße / Gewicht | 4535 x 1870 x 1625 mm / 2029 kg |
Antriebsachse | Allrad |
Anzahl der Türen | 5 |
Kofferraumvolumen | 403 - 1323 l |
Reichweite | 490 km (WLTP) |
0-100 km/h | 5 Sekunden |
Spitze | 160 km/h |
Preis | 50.442 € |


