BYD, Xpeng, Zeekr und Co.: Chinesische Hersteller und ihre Strategien für Europa
- Harald Gutzelnig
- vor 4 Stunden
- 12 Min. Lesezeit
Lange galten Europas Autohersteller als übermächtig und unantastbar. Doch nun rollen die chinesischen Marken mit Macht über den Kontinent – elektrisch, digital und mitunter erstaunlich günstig. Mehr als ein Dutzend Hersteller aus der Volksrepublik sind inzwischen aktiv oder stehen kurz vor dem Markteintritt, von BYD und MG über Zeekr, Xpeng und Nio bis hin zu Leapmotor und Great Wall Motor. Während viele deutsche Marken mit Margendruck und hohen Produktionskosten kämpfen, bringen Chinas Konzerne ihre Modelle deutlich billiger auf die Straße trotz EU-Strafzöllen von bis zu 25 Prozent.
Es gelingt, weil Chinas Hersteller komplett vertikal integriert sind: Batteriezellen, Software, Chips und Plattformen stammen meist aus dem eigenen Konzernverbund. Hinzu kommen niedrige Energiekosten, massive staatliche Förderung und eine extrem schnelle Produktentwicklung – vom Konzept bis zur Serie oft in weniger als 24 Monaten. Ein BYD Dolphin oder Leapmotor B10 kostet in Deutschland 10.000 bis 15.000 Euro weniger als vergleichbare Modelle von VW, Opel oder Peugeot.
Doch der Preisvorteil hat seinen Preis: Viele China-Autos wirken technisch und fahrdynamisch solide, erreichen aber bei Infotainment-Systemen, Materialqualität und Händlernetz noch nicht das Niveau der europäischen Konkurrenz. Zudem bleibt die Skepsis westlicher Käufer gegenüber Datenschutz und Restwert hoch.
Luft nach oben
Während Marken wie BYD, Zeekr und MG bereits europaweit liefern, stehen die nächsten Herausforderer in den Startlöchern: Xiaomi bringt 2026 mit dem SU7 seine sportliche Limousine nach Europa, weitere Marken wie Avatr, Aion und Rising Auto bereiten den Export vor.
Parallel kämpfen zwei Pioniere ums Überleben: Aiways, einst Hoffnungsträger, steckt mitten in einer Restrukturierung, der Vertrieb in Europa ist 2024 fast zum Erliegen gekommen. Und HiPhi, 2023 mit großen Ambitionen gestartet, kämpft mit finanziellen Problemen und Produktionsstopps.
Eines scheint klar zu sein: Die chinesischen Marken sind gekommen, um zu bleiben. Und sie verändern den europäischen Automarkt schneller, als viele Hersteller wahrhaben wollen.
BYD
Der chinesische Hersteller BYD, kurz für Build Your Dreams, tritt mit enormer
Dynamik in Europa auf – kein Wunder, gilt das Unternehmen als globaler Vorreiter der E-Mobilität.

Für den europäischen Markt strebt der Konzern ambitionierte Wachstumsraten an: Laut S&P Global soll der Absatz 2025 auf rund 186.000 Fahrzeuge steigen – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Allein in Deutschland legten die Neuzulassungen im April 2025 um beeindruckende 750 Prozent zu.
Zu den wirtschaftlichen Herausforderungen zählen unter anderem drohende Zölle auf chinesische Elektromodelle in der EU. BYD plant daher bereits den Produktionsstart einer ersten Europafabrik in Ungarn Ende 2025, um einen Importzoll von rund 17 % zu vermeiden. Trotz solcher Risiken bleibt die Marke preislich offensiv positioniert: In Deutschland startet der kompakte Dolphin Surf bereits bei 22.990 Euro.
Marktstart und Portfolio
BYD begann seinen Europa-Rollout 2022/2023 in mehreren Ländern, zunächst mit der Limousine Seal und dem SUV Tang. Inzwischen ist die Modellpalette auf sieben angewachsen. Preislich wird erwartet, dass BYD seine günstige Einstiegslage hält, zugleich jedoch aufgrund von Rohstoffpreisen, Produktionsverlagerung und möglichen Zöllen moderate Preissteigerungen vornehmen könnte.
Aktuelle Modelle im Überblick
Dolphin Surf: Einstiegsmodell, ab 22.990 Euro in Deutschland. Entwickelt speziell für Europa mit kleinen Batterie- und Preisoptionen.
Dolphin: Kompakter Hatch mit einem Basispreis von etwa 34.500 Euro.
Atto 2: Kleines SUV zum Einstiegspreis ab rund 31.990 Euro.
Atto 3: Etwas größerer SUV, in Deutschland ab rund 39.000 Euro erhältlich.
Seal: Limousine im Segment der oberen Mittelklasse ab 46.990 Euro
Seal U: SUV-Variante im Mittelklasse-Segment. Einstiegspreis ab 42.990 Euro.
Sealion 7: Großes SUV-Coupé, Einstiegspreis ab 49.990 Euro.
Tang: Großes SUV-Modell für Europa verfügbar, Preis ab 75.000 Euro.

Besonderheiten & Ausblick
Kern der BYD-Technik ist die selbst entwickelte Blade Battery, die hohe Energiedichte und Langlebigkeit vereint. Die Strategie: aggressiver Preiseinstieg, dann nachhaltiger Ausbau. Selbst bei möglichen Zollaufschlägen dürfte BYD aufgrund eigener Fertigungstiefe wettbewerbsfähig bleiben. Für 2026 erwarten Analysten deutliche Zuwächse – auch dank geplanter lokaler Produktion und neuer Modellreihen.
Kennzahlen
Gründung: 1995
Umsatz 2024: ca. 99 Mrd. Euro (+29 % gegenüber 2023)
Nettogewinn: ca. 5,1 Mrd Euro (+34 %)
Europa-Markteintritt: ab 11/2022
Weltweit ausgelieferte Einheiten: 4,27 Mio. (+ 41 %)
Leapmotor
Das chinesische Startup Leapmotor wurde 2015 gegründet und zielte von
Anfang an auf Elektroautos für urbane wie globale Märkte. Seit der Partnerschaft mit Stellantis über ein gemeinsames Exportunternehmen mit Sitz in Europa ist Leapmotor ab September 2024 in Europa aktiv – mit ambitionierter Expansion und Einstiegspreisen unterhalb der etablierten Marken.

Wirtschaftliche Eckdaten
Der Europa-Roll-out begann im September 2024 über das Netzwerk von Stellantis in ersten europäischen Staaten. Bis Anfang 2025 wuchs das Vertriebsnetz auf über 450 Verkaufs- und Servicestandorte in 14 Ländern.
Die weltweiten Auslieferungen beliefen sich auf rund 293.724 Fahrzeuge – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.
Europa-spezifische Absatzzahlen nennt das Unternehmen bislang noch nicht. Preisliche Herausforderungen wie drohende Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge werden durch die Kooperation mit Stellantis und mögliche europäische Montageoptionen adressiert.
Modellportfolio/Preisstrategie
Das Hauptangebot für Europa startet mit dem kompakten Elektro-SUV B10, der ab 29.900 Euro in Deutschland erhältlich ist. Die Strategie: Einstiegspreise unter 30.000 Euro bei guter Reichweite, um schnell Marktanteile zu gewinnen. Weitere Modelle, insbesondere der Kompakt-Hatch B05 mit geplanter Markteinführung 2026, ergänzen das Portfolio.
Aktuelle Modelle im Überblick
T03: Kompakter City-EV, Einstieg unter 20.000 Euro, ideal für urbane Kurzstrecken.
C10: Mittelgroßes SUV zum Preis ab etwa 36.000 Euro.
B10: Kompakt-SUV, eigens für Europa entwickelt, Preis ab ca. 29.900 Euro, Marktstart in Deutschland: September 2025.
C11: Größeres SUV im oberen Segment, in China mit bis zu 580 km Reichweite, Europa-Einführung ab 2026 geplant.

Besonderheiten/Ausblick
Leapmotor setzt auf schlanke Ausstattung, digitales Cockpit und konkurrenzfähige Preise. Der Vorteil durch Stellantis liegt im etablierten Händler- und Servicenetz. Ziel für 2026: weltweit eine Million Fahrzeuge und perspektivisch bis zu vier Millionen pro Jahr. In Europa könnte Leapmotor vor allem im unter 30.000-Euro-Segment zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für etablierte Hersteller werden.
Kennzahlen
Gründung: 2015
Umsatz 2024: ca. 4,35 Mrd. Euro (+92 % gegenüber 2023)
Nettogewinn: ca. – 510 Mio. €
Europa-Markteintritt: ab 9/2024
Weltweite Auslieferungen 2024: ca. 290.000 Einheiten (+100 %)
MG Motor
Die Marke MG Motor, Teil der chinesischen SAIC Motor Corporation, kombiniert britisches Fahrzeugerbe mit chinesischer Produktions- und Exportkraft. Gegründet als britisches Unternehmen, befindet es sich seit 2007 in chinesischem Besitz und richtet sich heute gezielt an den wachsenden europäischen Markt der Elektrofahrzeuge.

Wirtschaftliche Eckdaten
MG startete seinen vertrieblichen Vorstoß nach Europa bereits ab Herbst 2019 mit Modellen wie dem ZS EV in Norwegen. Die Marke konnte 2024 nach eigenen Angaben weltweit über 700.000 Fahrzeuge ausliefern, davon rund 240.000 Einheiten in Europa – ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr.
Damit zählt MG zu den erfolgreichsten chinesischen Marken in Europa. Genaue Umsatz- oder Gewinnzahlen sind öffentlich kaum detailliert ausgewiesen, doch im Electrified-Five-Star-Programm kündigt MG eine Modelloffensive mit 13 elektrifizierten Fahrzeugen in zwei Jahren an und investiert hierfür rund zehn Milliarden Yuan.
Herausforderungen wie mögliche EU-Importzölle betreffen auch MG – die Marke setzt auf starke Preispositionierung und ausgewählte Produktion für Europa.
Modellportfolio/Preisstrategie
MG bietet in Europa ein breites Spektrum an elektrifizierten Fahrzeugen – vom kompakten Hatch bis zum SUV. Preislich bewegt sich die Marke im Segment unter den etablierten Premiumherstellern und gewinnt durch effiziente Produktion und Kostenstruktur.
Aktuelle Modelle im Überblick
MG4 Electric: Kompakter, rein elektrischer Hatchback ab 34.990 Euro. Einer der meistverkauften E-Kompakten Europas 2024.
MG Cyberster: Roadster mit sportlichem Design ab 64.990 Euro.
MGS5 EV: Neues elektrisches Kompakt-SUV ab 37.990 Euro

Besonderheiten/Ausblick
MG profitiert von der Zugehörigkeit zu SAIC Motor, nutzt moderne Plattformen, etwa Modular Scalable Platform MSP, und baut sein Händler- und Servicenetz in Europa weiter aus. Die Marke positioniert sich als erschwingliche Alternative zu etablierten Herstellern mit Fokus auf E-Mobilität. Für 2026 wird ein weiteres Wachstum erwartet, insbesondere durch neue Modelle und mögliche Produktionskapazitäten in und für Europa.
Kennzahlen
Gründung: 2007 (übernommen durch SAIC - britischer Ursprung 1924)
Umsatz 2024: nicht extra für die Marke ausgewiesen
Nettogewinn: nicht extra für die Marke ausgewiesen
Europa-Markteintritt: ab 10/2019
Weltweite Auslieferungen 2024: über 700.000 Einheiten (Europa ca. 240.000)
Great Wall Motor
Der chinesische Hersteller Great Wall Motor, kurz GWM, zählt zu den ältesten und erfolgreichsten Automobilproduzenten des Landes. Seit seiner Gründung 1984 in Baoding hat sich das Unternehmen auf SUV und Pick-ups spezialisiert – ein Segment, das es nun auch in Europa erobern will.

Wirtschaftliche Eckdaten
GWM startete 2022 mit den Marken Ora und Wey offiziell in Europa, zunächst in Deutschland, Großbritannien und Skandinavien. Die Fahrzeuge werden über ein wachsendes Netz regionaler Partner angeboten.
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte GWM einen Umsatz von rund 26 Milliarden Euro – ein Plus von 16,7 % gegenüber 2023. Insgesamt lieferte der Konzern 1,23 Millionen Fahrzeuge aus, davon 453.000 im Ausland, was einem Exportwachstum von über 43 % entspricht. Damit zählt GWM neben BYD und SAIC zu den drei größten chinesischen Autoexporteuren.
Modellportfolio/Preisstrategie
Das Markenportfolio umfasst heute vier Kernmarken: Haval, Ora, Wey und Tank. In Europa verfolgt GWM eine Zwei-Marken-Strategie: Ora steht für erschwingliche Elektrofahrzeuge, Wey für Premium-SUV mit Hybrid- und Plug-in-Technik. Für Europa sind bis 2027 neun neue Modelle geplant, darunter kompakte BEV-SUV und größere Plug-in-Hybride. Preislich positioniert sich GWM unterhalb der deutschen Konkurrenz, aber mit Premiumanspruch bei Design und Ausstattung.
Aktuelle Modelle im Überblick
Ora 03: Kompakter Fünftürer mit bis 440 km Reichweite, Preis ab ca. 39.000 Euro.
Ora 07: Stilvolle Elektro-Limousine mit Retrodesign ab 42.000 Euro.
Wey 05: Plug-in-Hybrid-SUV mit bis 140 km Reichweite, Preis ab ca. 60.000 Euro.

Besonderheiten/Ausblick
GWM profitiert von jahrzehntelanger SUV-Erfahrung, hoher Fertigungstiefe und internationaler Präsenz. In Europa läuft derzeit eine strategische Neuausrichtung mit Fokus auf lokale Vertriebsorganisationen. 2024 wuchs der Auslandsabsatz um über 40 %, womit GWM seinen Anspruch als globaler Player untermauert. Für 2026 ist eine größere Modelloffensive und die mögliche Lokalisierung einzelner Fertigungsschritte in Europa geplant.
Kennzahlen
Gründung: 1984
Umsatz 2024: ca. 26 Mrd. Euro (+16,7 %)
Nettogewinn: ca. 1,6 Mrd. Euro (+80,8 %)
Europa-Markteintritt: 10/2022
Weltweit Auslieferungen 2024: ca. 1,23 Mio. Fahrzeuge
XPeng Motors
Der chinesische Hersteller Xpeng, gegründet 2014 mit Sitz Guangzhou, gilt als einer der technologisch ambitionierten Wettbewerber im Elektroautomarkt: Mit Fokus auf intelligente Fahrzeuge, Software, KI-Funktionalitäten und internationales Wachstum plant Xpeng auch in Europa Fuß zu fassen.

Wirtschaftliche Eckdaten
Xpeng kündigte den Markteintritt in Deutschland für das Jahr 2024 an – auf der IAA Mobility in München wurde die Expansion offiziell kommuniziert. Für das Geschäftsjahr 2024 meldete Xpeng einen Umsatz von rund 40,9 Mrd. RMB, rund 5,19 Milliarden Euro, was einem Wachstum von etwa +33 % gegenüber 2023 entspricht.
Die Zahl der weltweit ausgelieferten Fahrzeuge lag im Jahr 2024 bei rund 190.068 Einheiten, ein Wachstum von +34 %.
Trotz des Umsatzwachstums bleibt das Unternehmen defizitär: Der Non-GAAP Nettoverlust verringerte sich auf rund 5,6 Mrd. RMB, rund 710 Millionen Euro.
Herausforderungen wie mögliche EU-Importzölle für chinesische EVs belasten die Kalkulationen. Xpeng reagiert mit Expansions- und Vertriebsstrategie, auch Europa steht im Fokus.
Modellportfolio/Preisstrategie
Xpeng setzt auf Premium-Smart-EVs mit gehobener Ausstattung, Technologiefeatures und ambitionierter Reichweite. Der Einstiegspreis ist höher als bei Volumenanbietern, dafür positioniert man sich stärker im oberen Mittel- und Premiumsegment. Für Europa sind die Modelle P7, G9 und G6 vorgesehen – mit Blick auf schnelles Laden, digitale Features und intelligenten Fahrerassistenzsystemen.
Aktuelle Modelle im Überblick
P7: Limousine mit einer Reichweite von 500 bis 570 km. Einstiegspreis in Deutschland: 49.600 Euro.
G9: SUV-Coupé, Einstiegspreis in Deutschland: 59.600 Euro.
G6: Kompaktes SUV-Modell, Preisvorteil gegenüber G9, Basispreis bei 47.600 Euro.

Besonderheiten/Ausblick
Xpeng setzt stark auf Software, Smart EV-Feature und internationale Expansion. Neben China wolle man Europa zu einem wichtigen Wachstumsmarkt machen. Kooperationen, etwa mit Volkswagen, zur E/E-Architektur und Plattformtechnik unterstreichen die Ambition. Die Trendlinie zeigt: Umsatz wächst, Verluste schrumpfen – Ziel: Break-even in naher Zukunft. In Europa könnte Xpeng mit technologieorientierten Modellen eine Nischenposition besetzen.
Kennzahlen
Gründung: 2014
Umsatz 2024: ab 2024 (Deutschland)
Nettogewinn: ca. 5,19 Mrd. Euro (+33 %)
Nettoverlust 2024: ca. -710 Mio. Euro
Weltweite Auslieferungen 2024: ca. 190.000 Einheiten (+34 %)
Zeekr
Der chinesische Hersteller Zeekr, gegründet 2021 als Marke von Geely Holding, positioniert sich als Premiumelektromobilmarke mit globalen Ambitionen. Mit dem Fokus auf Design, Technik, Komfort und Export will Zeekr auch in Europa ein Stück vom Kuchen abhaben.

Wirtschaftliche Eckdaten
Der Europa-Markteintritt von Zeekr begann mit ersten Auslieferungen in den Niederlanden/Schweden Ende 2023.
Für das Jahr 2024 meldete Zeekr einen Gesamtumsatz von rund 75,9 Mrd. RMB (rund 10,4 Mrd. US$), ein Plus von +46,9 % gegenüber 2023.
Die Fahrzeug-Verkaufs-Erlöse betrugen ca. 55,3 Mrd. RMB (+63,1 %).
Gleichzeitig blieb das Unternehmen operativ defizitär – der Jahresverlust belief sich auf ca. -5,79 Mrd. RMB (rund 793 Mio. US$), eine Verbesserung gegenüber 2023.
Bei Auslieferungen meldete Zeekr 2024 insgesamt 222.123 Fahrzeuge (+87 %).
Modellportfolio/Preisstrategie
Zeekr verfolgt in Europa eine Premium-Positionierung – mit Modellen wie dem 001 (Shooting Brake) und dem X (SUV). Preise starten etwa bei ca. 44.990 Euro (X) bzw. 59.990 Euro (001) in Deutschland. Der Fokus liegt auf hochwertiger Ausstattung, starker Technik und leistungsfähiger Reichweite. Europa wird mit ausgewählten Märkten schrittweise bedient, Wachstum und Serviceinfrastruktur werden in den nächsten Jahren weiter aufgebaut.
Aktuelle Modelle im Überblick
Zeekr 001: Premium-Limousine der oberen Mittelklasse, Einstiegspreis ab ca. 60.000 Euro
Zeekr X: SUV-Modell mit einem Einstiegspreis von ca. 40.000 Euro
Zeekr 7X: vollelektrischer SUV der oberen Mittelklasse mit 422 bzw. 464 PS zum Preis ab rund 53.000 Euro

Besonderheiten/Ausblick
Zeekr profitiert von Entwicklungs- und Technikkompetenz der Geely-Gruppe, kombiniert deutsche und skandinavische Design- und Servicestandorte mit chinesischer Produktionsstärke. Die Premium-Preisschiene und gezielte Märkte (Schweden, Niederlande, Deutschland) machen das Unternehmen zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für europäische Marken. Für 2025 und 2026 ist mit weiterem Ausbau und neuen Modellen zu rechnen – insbesondere setzt Zeekr auf Wachstum im Ausland.
Kennzahlen
Gründung: 2021
Umsatz 2024: ca. 9,2 Mrd. Euro (+46,9 %)
Nettoverlust 2024: ca. -700 Mio. Euro
Europa-Markteintritt: 6/2023
Weltweite Auslieferungen 2024: ca. 222.000 Einheiten (+87 %)
NIO
Der chinesische Premium-EV-Hersteller Nio wurde 2014 gegründet und gilt als Vorreiter bei Batterie-Tauschtechnologie. Der Europarollout startete im September 2021 in Norwegen, gefolgt von Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Schweden.

Modelle im Überblick:
ET5: Sportliche Mittelklasse-Limousine, Preis ab ca. 59.500 Euro inkl. Batterie.
EL6: Mittelgroßes Premium-SUV (Nachfolger des ES6) zum Preis ab ca. 65.500 Euro.
ET7: Oberklasse-Limousine mit luxuriösem Interieur, Preis ab rund 71.500 Euro.
EL8: Großes SUV der oberen Mittelklasse, Preis inkl. Batterie ab ca. 95.000 Euro.
Nio setzt auf hochpreisige E-Fahrzeuge mit Batteriewechselplattform, zielt auf Premiumkäufer in Europa und will das Vertriebsnetz laufend erweitern. 2024 wurden weltweit ca. 220.000 Einheiten ausgeliefert.

Hongqi
Hongqi ist eine Traditionsmarke der chinesischen FAW Group (First Automobile Works) und spricht luxuriöse Kundschaft an. Modelle wie der E-HS9 sind bereits in Europa erhältlich.

Die Marke nutzt Staatseinbindung und Premiumimage und plant bis 2028 die Einführung von 15 neuen Elektro- und Hybridmodellen in rund 25 europäischen Märkten. In Deutschland ist Hongqi seit 2025 aktiv.
Modelle im Überblick
E-HS9: Luxus-SUV der Oberklasse mit bis zu 7 Sitzen und 551 PS zum Preis ab ca. 80.000 Euro
E-HS7: Elektro-SUV der oberen Mittelklasse (Allrad) ab rund 60.000 Euro.
Ab 2026 sollen mit EH7 (Limousine) und HS3 EV (kompakter SUV) zwei weitere Modelle folgen, um das Portfolio nach unten zu erweitern und eine breitere Kundenschicht anzusprechen.

Changan Automobile
Changan, eine der großen staatlichen chinesischen Automarken, kündigte im Oktober 2024 an, in Europa mit den Elektro-SUV Deepal S07 und S05 in Märkten wie Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden zu starten. Inzwischen sind der S05 und der S07 in Deutschland konfigurierbar.

Modelle im Überblick
Deepal S05:Kompakt-SUV mit rund 485 km Reichweite und einem Einstiegspreis knapp unter 39.000 Euro.
Deepal S07: Mittelklasse-SUV mit einer Reichweite von etwa 470 km zum Preis von rund 45.000 Euro
Changan nutzt starke Inlandserfolge und will mit Preisvorteilen und EV-Technologien auch in Europa Fuß fassen. Weltweit konnte Changan im Vorjahr beinahe 2,7 Millionen Fahrzeuge absetzen.
Seres Group
Die chinesische Seres Group (ehemals DFSK/Dongfeng Sokon) gehört zur Dongfeng-Holding und positioniert sich als Hersteller mittel- bis hochpreisiger Elektro-SUV. Seit 2022 expandiert Seres in Europa, zunächst in den Niederlanden, Spanien und der Schweiz, seit 2023 auch in Deutschland über die Seres Group GmbH mit Sitz in Stuttgart. Aktuell gibt es keine verlässliche Deutschlandpräsenz, die deutsche Webseite („myseres.de“) ist derzeit nicht aktiv.
Mit Unterstützung von Huawei und der Dongfeng-Gruppe soll die Marke aber mittelfristig zu einem festen Bestandteil des europäischen E-SUV-Markts werden.

Modelle im Überblick
Seres 3: Fünf Jahre alter Kompakt-SUV mit rund 330 km Reichweite zum Preis ab ca. 38.000 Euro.
Seres 5: Mittelklasse-SUV mit Premium-Ausstattung und 430 km Reichweite, Preis ab ca. 65.000 Euro.
Aito M5 EV: Premium-SUV in Zusammenarbeit mit Huawei, Marktstart in Europa 2026 geplant.
Lynk & Co
Lynk & Co, eine Marke der Geely-Gruppe, richtet sich an ein junges, urbanes Fahrpublikum. Der Europa-Rollout verläuft gestaffelt; das Modell 02 wurde offiziell am 11. Oktober 2024 bei einer Veranstaltung in Mailand angekündigt und markiert das offizielle Debüt Europas.
In 2026 wird die Expansion u. a. nach Deutschland, Österreich, Schweiz und Tschechien fortgesetzt.

Modelle im Überblick
Lynk & Co 02: vollelektrischer Fastback der Kompaktklasse zum Preis von 36.000 Euro
Ab 2026 soll der Mittelklasse-SUV 08 folgen. Das Unternehmen setzt auf innovative Vermarktung (Clubs, digitale Plattformen) und günstigere Premiummodelle für Europa.
Maxus
Maxus, eine Marke der chinesischen SAIC Motor Corporation, hat sich in Europa als Anbieter elektrischer Transporter und Vans etabliert. Für 2024 meldete SAIC über 60.000 verkaufte Maxus-Modelle in Europa (+35 %). Der Fokus liegt auf vollelektrischen Nutzfahrzeugen für Gewerbe- und Flottenkunden.

Modelle im Überblick
eDeliver 3: kompakter E-Transporter, ab 39.000 Euro.
eDeliver 9: großer Elektro-Van, bis 405 km Reichweite, ab 59.500 Euro.
eTerron 9: Pick-up der oberen Mittelklasse zum Preis ab 75.000 Euro
Mit robusten E-Transportern, Pick-ups und wettbewerbsfähigen Preisen etabliert sich die Marke zunehmend als Alternative zu europäischen Herstellern wie Ford, Mercedes und Stellantis.