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Cadillac Optiq im Test: Gelungenes Gesamtpaket mit jeder Menge Fahrgenuss

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 43 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit


IM Praxistest: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck fährt den Cadillac Optiq in der Variante Premium Sport. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
IM Praxistest: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck fährt den Cadillac Optiq in der Variante Premium Sport. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Komfort komplett


Für all diejenigen, die glauben, Elon Musk habe das Auto in Amerika erfunden: Die goldene Ära der höchst ikonischen Straßenkreuzer liegt in Übersee bereits 70 Jahre und länger zurück. Viel Kraft, viel Chrom, mitunter über-dimensionierte Heckflossen: So fuhren die amerikanischen Traumkarren vor – und Cadillac vorneweg. Die Premiummarke aus dem Konzern General Motors wird seit jeher als weltweites Symbol für Innovation, Technologie und den besonderen Style born in the USA gehandelt.


Jetzt fährt Cadillac mit voller Kraft in die Mobilität von morgen. Nach dem Mittelklasse-SUV Lyriq und dem riesigen Siebensitzer Vistiq ist nun der kompakte SUV Optiq, den wir umgehend testen möchten, auf dem Markt. Und ja, so wie er vor uns steht, ist er eindeutig als Cadillac im Zeitgeist zu identifizieren.

Allein das Design. Der Optiq wirkt in jeder Sequenz kernig, massiv mit dem richtigen Drive und anders als alle anderen. Auch anders als andere Autos aus Amerika. An der Frontpartie ist gut zu erkennen, wie charmant die glorreiche Vergangenheit in der Moderne interpretiert werden kann: sanft geschlossen der Kühlergrill, darauf das zentral angebrachte Markenlogo, dazu breite Lufteinlässe und die Kombination aus Scheinwerfern und Tagfahrlicht, die das Fahrzeug scharf umreißen.

Typisch SUV - Die Motorhaube ist mittellang, flach die Windschutzscheibe, die Dachlinie fällt leicht nach hinten ab. Sind die Rücksitze umgeklappt, beträgt das Ladevolumen im Kofferraum bis zu 1340 Liter. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Typisch SUV - Die Motorhaube ist mittellang, flach die Windschutzscheibe, die Dachlinie fällt leicht nach hinten ab. Sind die Rücksitze umgeklappt, beträgt das Ladevolumen im Kofferraum bis zu 1340 Liter. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

SUV mit eigener Note

Imposant wirken die 21 Zoll großen Leichtmetallräder, die der neue Cadillac wie nahezu jedes Komfort- und Stilelement serienmäßig bietet. Das Heck mit dem großen Dachkantenspoiler, der flachen und abgedunkelten Scheibe und dem Heckspoiler darunter gibt diesem SUV die spezielle Dynamik.

Unser Testwagen fährt in der Version Optiq Premium Sport vor. Im Vergleich zu der technisch identischen Variante Premium Luxury soll er laut Hersteller in einigen Details angriffslustiger wirken, etwa in der Gravur des Kühlergrills.


Der erste Eindruck ist durchweg positiv, da steigen wir gerne ein. Prompt kickt uns der Cadillac schon wieder. Denn der Optiq pflegt auch im Interieur seine eigene Note. In dieser Phase, da viele Autobauer den Innenraum bewusst einfach wie reduziert gestalten und auch aus Gründen der Effizienz zunehmend Materialien verwenden, die zart bis spröde erscheinen, setzt dieses SUV auf gediegenen Komfort und Opulenz. Feine Stoffe und Metalle, straffe Polster. Speziell die Sitze, bezogen mit einem Gewebe aus zu 100 Prozent recyceltem Kunststoff, fühlen sich tatsächlich so einladend und kräftig wie in den Ikonen aus den 50er- und 60er-Jahren an – Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktion inklusive. Sehr angenehm.


Wir drücken den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad nach unten – D wie Drive – und rollen vom Parkplatz. Das heißt, wir schnurren. Sanft und ruhig gleitet der Optiq über den Asphalt. Und obwohl wir in einem SUV des kompakten Segments unterwegs sind, beschleicht uns alsbald das Gefühl, als reisten wir in der gehobenen Klasse. Satt und straff liegt der Optiq auf der Straße. Sportlich, das kann er. Doch unter uns: Wir gleiten lieber mit ruhiger Hand und tiefenentspannt über die Bundesstraßen des Voralpenlands.


Liegt es am Sound? Auf die Anlage des vor 79 Jahren in Wien gegründeten und heute zu Samsung gehörenden Herstellers AKG sind die Strategen von Cadillac besonders stolz. 19 Lautsprecher und die hochwertige Dolby-Atmos-Technologie sorgen in der Tat für ein einzigartiges Klangerlebnis. Wir drehen gern etwas lauter. Das Auto als Konzertsaal? Nun gut, der Optiq ist zumindest nah dran.


Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Alle Extras inklusive


Bei aller Liebe zu den feinen Tönen: Auf unserer Tour bekommen wir von Minute zu Minute auch intensiv zu spüren, wie exquisit dieses Fahrzeug ausgestattet ist. Multifunktionslenkrad, Head-up-Display, der 33 Zoll große und leicht gekrümmte Bildschirm für das Infotainment, 360-Grad-Kamera, digitaler Rückspiegel, Panoramadach, die induktive Ladeschale für das Smartphone und zahlreiche künstlich intelligente Assistenzsysteme – alles und noch mehr mit an Bord. Nur der Metalliclack in Weiß, Silber oder Rot ist gegen Aufpreis erhältlich.


Wir wissen es zu schätzen, dass der E-Cadillac sich über das einfach und modern gestaltete Cockpit zudem leicht und intuitiv bedienen lässt – vom aktuellen Ladevorgang bis zum Feinjustieren des Ambientelichts mit seinen 126 Farben. Auch Google fährt mit, was speziell den Sprachassistenten zum wertvollen Helfer macht. „Hey Google“, so sagt der Fahrer: „Navigiere uns nach Frankfurt.“ Prompt wird uns die Strecke mit allen relevanten Daten und Ladestopps auf dem großen Bildschirm angezeigt.

Von moderner Eleganz - 33 Zoll groß ist das leicht gebogene Display mit den Bildschirmen hinter dem Lenkrad und vor der Mittelkonsole. Ausreichend Beinfreiheit bieten auch die Sitze in der zweiten Reihe. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Von moderner Eleganz - 33 Zoll groß ist das leicht gebogene Display mit den Bildschirmen hinter dem Lenkrad und vor der Mittelkonsole. Ausreichend Beinfreiheit bieten auch die Sitze in der zweiten Reihe. Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Entspannt auf Kurs

Also rauf auf die Autobahn und in die Ferne gleiten. Per Tastendruck schalten wir auf der linken Hälfte des Lenkrads den adaptiven Tempomaten ein. So wird die Fahrt zum reinen Genuss. Der Optiq hält zuverlässig die Geschwindigkeit von 130 km/h, die wir eingegeben haben. Er bremst automatisch, wenn das vorausfahrende Fahrzeug langsamer wird. Und er beschleunigt wieder, wenn es die Verkehrslage erlaubt. Der Assistent zum Spurhalten sorgt konsequent dafür, dass wir jederzeit auf Kurs bleiben. Jedoch nur solange wir die Hände am Lenkrad haben – sonst schaltet er sich ab. Angenehm ist zudem, dass unser Auto die Kennzeichen erkennt und die Geschwindigkeit bei Bedarf entsprechend anpasst. Es fällt auf, dass der Optiq selbst bei Tempo 130 und darüber angenehm ruhig dahingleitet. So fühlt sich komfortables Reisen sein.


Vibrierende Warnsignale

Einzig das Popometer am Hintern des Fahrers ist gewöhnungsbedürftig. Popometer? Popometer! Ja, auch das gibt es hier. Schaut der Fahrer während der Reise zu lang auf den zentralen Bildschirm oder aus dem Seitenfenster, wird er vom künstlich intelligenten Assistenten durch mehr oder weniger kräftige Vibrationen auf der Sitzfläche animiert, den Blick unverzüglich wieder auf die Straße zu richten. Okay, im Vergleich zum schrillen Gebimmel vieler asiatischer Fabrikate ist das Popometer der dezentere Warner.


Den Zwischenstopp an der Autobahn A3 zwischen Nürnberg und Würzburg, Ausfahrt Höchstadt-Ost möchten wir nutzen, um frischen Strom zu tanken. Wir steuern die Schnelllader von Aral Pulse an. Eingeparkt, eingesteckt, der Strom fließt in die Autobatterie. Doch er fließt vergleichsweise zäh. Als Spitzenleistung zeigt der Bildschirm der Stromsäule 105 Kilowatt an, mehr als 110 gibt auch kein offizielles Datenblatt von Cadillac her.

Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Vortrieb von 224 Kilowatt

Es erscheint in gewisser Weise bedauerlich. Denn könnte der Optiq die Energie doppelt oder sogar dreimal so schnell in den Akku saugen, wäre er – gemessen an dem Fahrkomfort – auch auf Strecken über größere Distanz eine Klasse für sich.

In 36 Minuten soll die Batterie laut Hersteller von zehn auf 80 Prozent

geladen werden können. Wir stecken das Kabel früher ab. Der voll geladene Akku ermöglicht laut Werksangaben 425 Kilometer nach WLTP-Standard. 224 Kilowatt beträgt die Antriebsleistung, also etwa 304 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 480 Newtonmetern.

Zwei Varianten, ein Preis

Wie bereits umrissen: Die Preispolitik rund um den Cadillac Optiq ist aus Sicht des Kunden erfreulich einfach. Zwei Designvarianten, voll ausgestattet zum Preis von jeweils 65.000 Euro. Das ist eine stolze Summe, die den entsprechenden Gegenwert zu bieten scheint. Nur für einige Farbtöne wird ein Aufpreis fällig.

Über die Bank Santander bietet der amerikanische Autobauer das neue SUV auch im Leasing an, beispielsweise zu Raten von 916 Euro, ausgelegt auf 48 Monate bei der Jahreslaufleistung von 10.000 Kilometern und einer Sonderzahlung von 2500 Euro. Den professionellen Service für seine Fahrzeuge leistet Cadillac in urbanen Zentren bundesweit über zertifizierte Autohäuser, die als Business-Elite-Partner beschrieben sind.


Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Bild: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Technische Daten

Hersteller

Cadillac

Modell

Optiq Premium Sport

Antriebsart

Elektro

Leistung

224 kW / 304 PS

Maße / Gewicht

4820 x 1912 x 1644 mm / 2376 kg

Antriebsachse

Allrad

Anzahl der Türen

5

Kofferraum­volumen

443 - 1340 l

Reichweite

425 km (WLTP)

0-100 km/h

6,3 Sekunden

Spitze

184 km/h

Preis

67.150 €




 
 
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