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E-Motorräder für die City: Kompakte Modelle mit kurzer Ladezeit

Autorenbild: Philipp Lumetsberger
Philipp Lumetsberger
vor 11 Stunden
5 Min. Lesezeit

Wer in der Stadt unterwegs ist, braucht kein Motorrad mit 300 Kilometern Reichweite. Gefragt sind hier andere Qualitäten: wenig Gewicht, kompakte Maße, ein enger Wendekreis und eine Sitzposition, die im dichten Verkehr den Überblick sichert. Genau darauf sind die Modelle auf den folgenden Seiten zugeschnitten. Sie verzichten auf den großen Akku, der zwar Reichweite bringt, aber Gewicht und Preis nach oben treibt, und setzen stattdessen auf handliche Abmessungen und ein überschaubares Gewicht.


Lange war das Angebot überschaubar und teuer. Das ändert sich gerade: Etablierte Hersteller bringen ihre ersten Serienmodelle, spezialisierte Marken erweitern ihre Palette, und junge Unternehmen mischen mit eigenen Konzepten mit. Entsprechend groß ist die Bandbreite – vom kompakten Leichtgewicht mit herausnehmbaren Akkus bis zum aufwendig ausgestatteten Oberklasse-Modell.


Wichtig für Einsteiger: Maßgeblich für die Führerscheinklasse ist bei E-Motorrädern die Nennleistung, nicht die Spitzenleistung. Bis zu elf Kilowatt genügt der A1-Schein, mit Zusatzausbildung reicht sogar der Autoführerschein. Wir haben aktuelle Modelle herausgegriffen, die zeigen, wie unterschiedlich der Weg in die elektrische Stadtmobilität aussehen kann.


LiveWire S2 Del Mar


Der S2 Del Mar ist das Einstiegsmodell von Livewire und jenes, das die Elektromarke von Harley-Davidson im Alltag ankommen lassen soll. Eine Verkleidung gibt es nicht. Der flache Tank, das kurze Heck und der freiliegende Akkublock aus Aluminium geben dem Motorrad eine sachliche, fast technische Anmutung. Der Aufwand beim Fahrwerk ist hoch. Vorne arbeitet eine voll einstellbare Showa-Gabel, hinten ein Monofederbein, verzögert wird von Brembo-Bremsen mit kurvenoptimiertem ABS. Das 19 Zoll große Vorderrad und die aufrechte Sitzposition bei 818 Millimetern Sitzhöhe zielen klar auf den Stadtverkehr ab.


Der Antrieb ist Teil der tragenden Struktur und leistet in der Spitze 63 kW (84 PS). Die Nennleistung von 30 kW hält den Del Mar in der A2-Klasse. In der Stadt schafft das E-Motorrad laut Livewire bis zu 182 Kilometer, kombiniert bleiben rund 138 Kilometer. Geladen wird ausschließlich mit Wechselstrom. An einer Wallbox dauert der Sprung von 20 auf 80 Prozent 78 Minuten, eine Schnellladefunktion fehlt. Ein Vier-Zoll-Farbdisplay, Updates über Mobilfunk und eine Reifendruckkontrolle gehören zur Serienausstattung. Auf die Batterie gibt es fünf Jahre Garantie. In Deutschland ist das Motorrad ab 12.290 Euro erhältlich.


Bild: LiveWire
Bild: LiveWire

Modell: LiveWire S2 Del Mar

Preis: ab 12.290 Euro

Reichweite: bis zu 138 km (kombiniert)

Motorleistung: 63 kW (84 PS)

Akku: 10,5 kWh

Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h

Royal Enfield Flying Flea C6


Mit der Flying Flea greift Royal Enfield einen historischen Namen auf. So hieß das leichte Motorrad, das im Zweiten Weltkrieg per Fallschirm abgeworfen wurde. Die C6 ist das erste Elektromodell der Marke und zugleich der Start einer eigenen Submarke, die bald ein zweites Modell auf den Markt bringen soll. Optisch bleibt der Bezug deutlich – die Trapezgabel, der sichtbare Rahmen und der runde Scheinwerfer zitieren die Vorlage, ohne sie zu kopieren. Mit 124 Kilogramm ist das Motorrad ausgesprochen leicht, was sich im dichten Verkehr bezahlt macht.


Unter der Verkleidung steckt aktuelle Technik. Der E-Motor leistet in der Spitze 15,4 kW, aus dem Stand geht es in 3,7 Sekunden auf 60 km/h, bei 115 km/h ist Schluss. Für den 3,91 kWh großen Akku nennt der Hersteller nach indischer Norm 154 Kilometer. Von 20 auf 80 Prozent lädt die C6 in rund 65 Minuten. Ein Touchscreen mit Google-Navigation, kabelloses Laden fürs Smartphone, mehrere Fahrmodi, Traktionskontrolle und kurvenoptimiertes ABS sind an Bord. In Indien läuft der Verkauf bereits seit April 2026. Preis und Termin für Europa stehen bislang noch nicht fest.


Bild: Royal Enfield Flying Flea
Bild: Royal Enfield Flying Flea

Modell: Royal Enfield Flying Flea C6

Preis: nicht bekannt

Reichweite: bis zu 154 km (nach IDC-Berechnung)

Motorleistung: 15,4 kW (21 PS)

Akku: 3,91 kWh

Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h

Grit G1S


Hinter der G1S steht ein junges Unternehmen mit Sitz in Mailand und einem Büro in Berlin. Entwickelt wurde das Motorrad im italienischen Motor Valley, gedacht ist es ausdrücklich für den Stadtverkehr – als Pendlermaschine ebenso wie für Lieferdienste. Der Aufbau ist entsprechend schmal und rein funktional gehalten. Mit 127 Kilogramm inklusive Akkus bleibt die G1S leicht, ohne Batterien wiegt sie nur 94 Kilogramm. Vorne arbeitet eine 41 Millimeter starke Federgabel, die Zuladung gibt der Hersteller mit 190 Kilogramm an.


Der luftgekühlte E-Motor leistet dauerhaft 11 kW, in der Spitze stehen 26,5 kW bzw. 36 PS bereit. Damit erreicht die G1S 130 km/h und bleibt trotzdem A1-tauglich. Die Energie liefern zwei herausnehmbare Akkus mit zusammen 5,92 kWh, die sich zum Laden mit in die Wohnung nehmen lassen – ein praktischer Vorteil für alle ohne eigene Garage. Für den Stadtverkehr gibt der Hersteller bis zu 150 Kilometer Reichweite an. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl, darunter ein Rückwärtsgang. Der Preis beginnt bei 7.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Ein Fünf-Zoll-Display, Mobilfunkanbindung und schlüsselloses Entsperren gehören zur Serienausstattung.


  • Bild: Grit

Modell: Grit G1S

Preis: ab 7.000 Euro (ohne MwSt.)

Reichweite: bis zu 150 km (Stadt) bzw. 120 km (kombiniert)

Motorleistung: 26,5 kW (36 PS)

Akku: 5,92 kWh (2 x 2,96 kWh)

Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

Zero S


Zero Motorcycles baut seit über 15 Jahren ausschließlich Elektromotorräder und gehört damit zu den erfahrensten Anbietern im Markt. Die S ist das Straßenmodell der Kalifornier und tritt betont sachlich auf: schmale Silhouette, aufrechte Sitzposition bei 787 Millimetern Sitzhöhe, kein aufgesetztes Design. Das Fahrwerk stammt von Showa mit einer 43 Millimeter starken Federgabel, die Bremsanlage von J.Juan mit doppelter Scheibe vorn. Mit 223 Kilogramm ist die S kein Leichtgewicht, der Akku sitzt allerdings tief im Rahmen.


Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Reichweite. Mit 15,6 kWh fällt der Akku deutlich größer aus als bei den meisten Stadtmodellen, was im urbanen Umfeld für bis zu 262 Kilometer reichen soll. Damit deckt die S auch Strecken ab, die über den Pendelverkehr hinausgehen. Die Nennleistung von 11 kW hält sie in der A1-Klasse, die Spitzenleistung beläuft sich auf 45 kW (60 PS). Serienmäßig wird mit bis zu 3,3 kW geladen, optional ist ein 6-kW-Schnelllademodul erhältlich. Über die Hersteller-App lassen sich Ladezustand und Fahrdaten abrufen. In Deutschland ist die S aktuell ab 16.990 Euro erhältlich.


Bild: Zero
Bild: Zero

Modell: Zero S

Preis: ab 16.990 Euro

Reichweite: bis zu 262 km (Stadt) bzw. 164 km (kombiniert)

Motorleistung: 45 kW (60 PS)

Akku: 15,6 kWh

Höchstgeschwindigkeit: 139 km/h

BMW CE 02


Die CE 02 fällt aus dem Rahmen dessen, was man von BMW an Motorrädern kennt. Ein flacher Aufbau, kleine Räder und eine niedrige Sitzbank ergeben eine Silhouette, die mit einem klassischen Motorrad wenig gemein hat. BMW nennt das Konzept eParkourer und zielt auf ein junges Publikum, das einen unkomplizierten Alltagsbegleiter sucht.


Angeboten wird sie in zwei Leistungsstufen. Für die Version mit 4 kW (5,4 PS) reicht ein Mopedführerschein, für die stärkere mit 11 kW (15 PS) ist ein A1-Schein oder die Zusatzausbildung zum Autoführerschein erforderlich. Aus dem Stand geht es bei der 11-kW-Version in drei Sekunden auf 50 km/h, bei 95 km/h ist Schluss. Sie schafft außerdem eine Strecke von bis zu 95 Kilometern. Die Akkus lassen sich entnehmen und an der Haushaltssteckdose laden. Ein 3,5 Zoll großes Display und ein elektrischer Rückwärtsgang gehören dazu. Der Preis startet bei 8.500 Euro.


  • Bild: BMW

Modell: BMW CE 02

Preis: ab 8.500 Euro

Reichweite: bis zu 95 km (nach WMTC)

Motorleistung: 4 kW (5,4 PS) bzw. 11 kW (15 PS)

Akku: 2 x 1,96 kWh (11 kW) bzw. 1 x 1,96 kWh (4 kW)

Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h (11 kW) bzw. 45 km/h (4 kW)

Kawasaki Z e-1


Die Z e-1 überträgt das Design der Z-Reihe ins Elektrozeitalter. Kantige Linien und kompakte Proportionen lassen sie wie ein verkleinertes Modell der Reihe wirken, technisch bleibt sie ein Einsteiger-Modell. Zwei herausnehmbare Akkus liefern die Energie und lassen sich getrennt vom Motorrad laden.


Der Motor leistet dauerhaft 5 kW (6,8 PS) und kurzzeitig bis zu 9 kW (12 PS). Im Straßenmodus sind 85 km/h möglich, per E-Boost 99 km/h. Letzteres allerdings nur für etwa 15 Sekunden. Eine volle Ladung dauert rund 3,7 Stunden, die Reichweite liegt bei gut 70 Kilometern. Ein 4,3 Zoll großes Farbdisplay mit Smartphone-Anbindung ist dabei. Mit 135 Kilogramm bleibt die Z e-1 handlich, ABS ist serienmäßig. Der Preis liegt bei 8.535 Euro.


Bild: Kawasaki
Bild: Kawasaki

Modell: Kawasaki Z e-1

Preis: ab 8.535 Euro

Reichweite: bis zu 72 km (nach WMTC)

Motorleistung: 9 kW (12,2 PS) / Akku: 2 x 1,6 kWh /

Höchstgeschwindigkeit: 99 km/h

 
 
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