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  • Wolfgang Plank

Fuhrpark planen wie die Profis: Flottenmanager können dank E-Autos und effizienter Software nachhaltig Geld sparen

Die Elektrofahrzeuge scheinen gerade einen fatalen Schlingerkurs zu fahren. Zu hochpreisig die Modelle, zu teuer der Strom, hat gerade erst der ADAC auf seiner Hauptversammlung beklagt. Was bleibt, seit die Ampel-Koalition der staatlichen Förderung über Nacht den Stecker gezogen hat, sind verunsicherte Bürger, die im besseren Fall abwarten, im schlechteren wieder mit einem Verbrenner liebäugeln.


Ändert sich an dieser Gemengelage nichts Grundlegendes, dürfte die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel von 15 Millionen E-Autos bis zum Jahr 2030 mehr als deutlich verfehlen. Selbst große Optimisten rechnen in ihren Prognosen allenfalls noch mit gut der Hälfte – aktuell finden sich auf Deutschlands Straßen gerade einmal 1,5 Millionen Fahrzeuge mit Batterieantrieb.


Gewinn für die Umwelt


Auch ein Problem beim Wandel der Mobilität: Beim Stichwort Stromer denken die meisten noch immer an Pkw. Ein Blick in die Städte indes zeigt: Gerade in der City sind auch ordentlich Kleintransporter und Pritschenwagen unterwegs. In aller Regel noch mit Dieselmotoren. Am Steuer: Zusteller, Installateure, Landschaftsgärtner, Maler, Fliesenleger und selbstverständlich Elektriker. Was alle eint: Tagsüber kurze Strecken, nachts in aller Regel viel Zeit zum Laden. Im Grunde ideal für den Antrieb per Akku. Da lockt ein Gewinn für die Umwelt ­– und ein riesiger Markt obendrein.


Haben sich nach und nach auch die Hersteller gedacht. Lange Zeit kam in der Welt der Kastenwagen keine rechte Spannung auf. Praktisch, robust und zuverlässig muss so ein Teil sein, lautete über Jahrzehnte die gängige Überzeugung. Umweltschutz oder gar Emotionen – Fehlanzeige. Heißt ja schließlich nicht ohne Grund Nutzfahrzeug. Und so erwärmte man sich nur schwer für Technik jenseits von Brennräumen. Mittlerweile jedoch stehen Konzerne wie Stellantis, Ford oder auch Daimler-Truck unter Strom. Und zwar massiv.


Vor allem im Flottenbetrieb hat man die Vorteile kolbenlosen Fahrens erkannt. Des Klimas wegen, doch eben auch, weil die Ausgaben wesentlich besser kalkulierbar sind. Elektromodelle sind zwar in der Anschaffung teurer, dafür liegen Betriebskosten und Steuern in aller Regel spürbar unter denen der Verbrenner. Ebenfalls ein Plus: Beim Service fällt die Rechnung deutlich niedriger aus. So ein Stromer braucht keinen Ölwechsel, keinen Zahnriemen, keinen Auspuff, keinen Turbolader – und muss deswegen auch bei einer Reparatur nicht tagelang in der Werkstatt stehen.



Ausdruck von Innovationsgeist


Es spielen mitunter hehrere Ziele als Geld eine große Rolle. Klimawandel und Umweltschutz rücken zunehmend ins Blickfeld der Öffentlichkeit, und so betrachten Kunden wie Mitarbeiter eine Umstellung des Fuhrparks als Ausdruck für Innovationsgeist und Verantwortung. Sollte sich das ambitionierte Unternehmen gar eigene Klimaziele setzen, führt an der rein elektrischen Flotte ohnehin kaum ein Weg vorbei.


Wären da nicht die Bauchschmerzen, die ein solcher Systemwechsel vielen, vor allem den kleineren Unternehmen bereiten kann. Weil es eben mit dem Kauf eines E-Autos längst nicht getan ist. Im Spannungsfeld zwischen Akkugröße, Ladedauer und Stromtarif lauern jede Menge Möglichkeiten für folgenschwere – und damit teure – Fehler. Und sei es nur, sich im Dschungel staatlicher Förderung heillos zu verlaufen. Was läge da näher, als professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen?



Intelligente Steuerung


Die bot von Beginn an zum Beispiel Ford. Gleichzeitig mit dem E-Transit startete Ford Pro – eine Art Rundum-Sorglos-Paket. Darin finden sich maßgeschneiderte Lösungen für Software, Technik, Service, Finanzierung und Fuhrpark-Management – Live-Infos zu Fahrzeugzustand, Restreichweite und Telematikdaten inklusive. Sie bilden die Grundlage für die intelligente Steuerung von Routen, Ladestopps und anderen Standzeiten. Egal, ob man nun vier Autos sein Eigen nennt, vierzig oder vierhundert. So ein Gewerbemobil verdient schließlich nur Geld, wenn es fährt.


Da sieht man auch bei Stellantis so. Der Konzern mit den einschlägigen Marken Citroën, Fiat Professional, Opel, Peugeot und Vauxhall bezeichnet sich als unangefochtenen Marktführer bei Nutzfahrzeugen mit emissionsfreien Antrieben in Europa. Und selbstverständlich gibt es derlei Flottenunterstützung auch hier. Sogar für den Einsatz von Wasserstoffmodellen, wenn es denn gewünscht wird.


Noch im zweiten Quartal dieses Jahres rollt Stellantis das nach eigenen Angaben erste interaktive Task-Management-Tool aus, das Echtzeitkommunikation zwischen Flottenmanagern und Fahrern vor Ort über die integrierte Infotainment-Einheit des Autos ermöglicht. Heißt übersetzt: Neue Aufträge ploppen im Fahrzeug-Display auf, die geänderten Zielorte landen zur Routenberechnung sofort im Navi, und die Disponenten werden zeitgleich über den aktuellen Status informiert. Smartphone-Akrobatik während der Fahrt war gestern.


Umfangreiche Bedarfsanalyse


Natürlich braucht die Umstellung eines ganzen Fuhrparks Vorlauf. Vorausgehen sollte der firmeneigenen Transformation in jedem Fall eine umfangreiche Analyse, wie sie etwa The Mobility House oder die Bridgestone-Tochter Webfleet anbieten. Dabei werden nicht nur die aktuellen Fahrzeuge nach Modell, Alter und Zustand erfasst, sondern auch die üblichen Einsatzorte, Fahrtrouten und spezifischen Anforderungen.


Erst nach einer solchen Bestandsaufnahme lassen sich die optimalen E-Autos ermitteln. Da spielt auch die Verfügbarkeit hauseigener Wallboxen oder externer Ladepunkte eine Rolle. Die potenziellen Modelle sollen schließlich den Anforderungen an Reichweite und Lademöglichkeiten ebenso genügen wie an Laderaum und Nutzlast. Und ja – beim Händler verfügbar sollten sie auch sein. Das ist in Zeiten von Kriegen, Krisen und fragilen Lieferketten längst keine Selbstverständlichkeit mehr.



Ganzheitliche Lösungen


Dabei ist der Austausch im Fuhrpark längst nicht alles. Doch selbst zum lästigen Drumherum kann man sich bei den Anbietern ganzheitlicher Lösungen beraten lassen – und notfalls auch davon befreien. Sei es die Schulung der Mitarbeiter für die neue Technik, den effizientesten Fahrstil im E-Auto, die Dokumentation der Umweltbilanz, mögliche Ausgleichszahlungen für CO2-Emissionen oder die ständige Beobachtung von Förderrichtlinien und Vorschriften.


Ausgerechnet die „Gelben Engel“ indes werden noch auf absehbare Zeit mit fossiler Energie unterwegs sein. Bei der ADAC-Pannenhilfe „können wir auf absehbare Zeit keine E-Autos einflotten“, sagt Vorstandsmitglied Oliver Weissenberger.


Die Pkw müssten schließlich 600 Kilogramm an Werkzeug und Ausrüstung zuladen und zur Not auch ein anderes Fahrzeug abschleppen können. Ein paar Ausnahmen gibt es eben selbst bei einen guten und nachhaltig angelegten Idee.



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