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Komfort trifft Effizienz: Der Mazda 6e EV im Alltagstest

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 2 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Elektromobilität ist mehr als ein Trend. Wer Hintergründe sucht, findet sie im electricar Newsletter.


Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Der Mazda 6e ist das erste Modell der Mittelklasse, das der renommierte Hersteller batteriegetrieben auf den Markt bringt – attraktiv wie komfortabel.


Ist es das feine Händchen, diese kreative Ader des Designers? Die nüchterne wie klare Philosophie der Strategen? Oder das ominöse Karma aller an der Produktion Beteiligten? Manche Autos strahlen einfach positiv. Sie wecken die Lust am Fahren, die Vorfreude auf muntere wie genussvolle Touren. Der Mazda 6e ist eines dieser Modelle. Klare Linien, rasant geschnitten, dazu eine Spur von Eleganz. Da steigen wir gerne ein. Selbstverständlich möchten wir wissen, ob der flotte Stromer des renommierten Herstellers so gut fährt, wie er von außen wirkt.


„Signature wing“, so nennt Mazda die neu gestaltete Frontpartie – was übersetzt so viel bedeutet wie: charakteristischer Flügel ... hmmm. Das ist wohl modernes Marketing-Sprech. Wir sehen eine Spange, die munter geschwungen die Tagfahrlichter verbindet und den breiten Kühlergrill umrahmt. Cool: Diese Spange ist LED-beleuchtet, bei Nacht sorgt sie für einen strahlenden Effekt.


Der 6e ist das erste rein elektrische Modell der Mittelklasse von Mazda – fast fünf Meter lang und damit eigentlich schon ein Stromer für höhere Ansprüche. Die flach gezogene Silhouette, das fließende Heck samt elektrisch ausfahrbarem Spoiler lässt ihn dynamisch wirken. Dazu passen die 19-Zoll-Felgen in Leichtmetall und virtuos verdreht.


Funktionen per Fingerwisch


Also, reingesetzt in diesen Neustarter. Wir haben die Gelegenheit, den Mazda 6e in der Variante Takumi zu fahren, eine hochwertig ausgestattete Limousine mit Heckantrieb zu einem außergewöhnlichen Tarif – aber dazu später ...


Hochwertig, das heißt in diesem Fall auch: Wir sitzen gut und fühlen uns auf Anhieb wohl. Gediegen wirkt das Interieur, dafür steht Mazda. Klar und aufgeräumt. Und ja, konsequent reduziert. Zwei Bildschirme – das 10,25 Zoll große Fahrerdisplay und der zentral angeordnete 14,6-Zoll-Touchscreen – sowie das Lenkrad sind die markanten Elemente. Die Zahl der Knöpfe, Regler und Tasten ist auf ein Minimum beschränkt.


Einige der relevanten Funktionen sind folglich per Fingerwisch auf dem großen Bildschirm zu steuern. Das ist mitunter gewöhnungsbedürftig, jedoch auch ein aktueller Trend. Einfach, schnell und professionell zu bedienen ist das Lenkrad samt seiner Druckknöpfe. Wir schieben den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad auf D wie Drive und fahren los.


Es ist ein Charakteristikum, das auf viele batteriegetriebene Autos zutrifft: Doch der E-Mazda gleitet besonders ruhig, sanft surrend, vom Hof. Er bleibt auch auf der Bundesstraße in diesem höchst angenehmen Modus. Selbstverständlich ist der 6e wie jeder Neuwagen mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Warnton bei Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeit ausgerüstet. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten aus dem asiatischen Raum, fällt das obligatorische Piepsen in diesem Modell des japanischen Herstellers jedoch keinem auf die Nerven. Zudem warnt eine weibliche Stimme mit charmantem bis künstlich intelligentem Unterton, etwas eckig formuliert: „Sie sind zu schnell für die Geschwindigkeitsbegrenzung!“ Okay, wir geben es zu: Es ist Tempo 105 statt der erlaubten 100. Der Mazda hat uns gewarnt, wir passen die Geschwindigkeit entsprechend an.


Was uns direkt auffällt: Der 6e ist trotz seiner 258 Pferdestärken kein nervös zuckender Durchstarter. Er schiebt selbst im Sportmodus kontrolliert und mit der gebotenen Souveränität an. Stabil liegt er auf dem Asphalt, auch in den schnelleren Kurven der Landstraße. Und ja, egal wie vehement das Strompedal getreten wird: Diese Limousine bleibt ruhig und komfortabel in jeder Sequenz.


Im flachen Heck bietet der Kofferraum ein Ladevolumen von 466 Litern, dazu kommen 72 Liter Stauraum unter der Vorderhaube. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Im flachen Heck bietet der Kofferraum ein Ladevolumen von 466 Litern, dazu kommen 72 Liter Stauraum unter der Vorderhaube. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Assistent mit Akzent


Die Idylle des genussvollen Dahingleitens wird allerdings gelegentlich durch die mitunter schwer zu definierenden Einwürfe der Sprachassistenz beeinträchtigt. Wir sehen etwa das riesige Plakat eines Immobilienhändlers am Straßenrand und unterhalten uns über MAKLER ... da meldet sich plötzlich der MAZDA: „Hallo!“ Hä? Wir reagieren folglich prompt: „Alles gut, vielen Dank!“ Und der Mazda: „Diese Funktion lässt sich derzeit nicht durch den Sprachbefehl betätigen.“ Oh weh, uns bleibt nur: „Abbrechen!“ Also, bitte aufgepasst: Ein kurzes Wort mit zwei „a“ – das kann in diesem Auto zu einem Dialog der speziellen Art führen.

Anspruchsvoll wird es offenbar auch, wenn die KI-Stimme den Verlauf der im Navigationssystem gespeicherten Strecke kommentiert: „In zwe-inhalb Kilometer rechts abbiegen.“ Oder: „Dre-inhalb Kilometer geradeaus.“ Diese holprigen Ansagen sind schwer zu verstehen und verwirrend. Es sollte jedoch davon auszugehen sein, dass die Software für den Sprachassistenten zeitnah und nachhaltig vom Hersteller optimiert wird.


Angenehm auf Strecke


Wir fahren weiter auf der Bundesstraße und steuern direkt auf die Autobahn. Da wird die Fahrt richtig entspannend. Zweimal den Schalthebel rechts nach unten gedrückt – und der adaptive Fahrassistent schaltet sich ein. Der 6e hält fortan die gewünschte Geschwindigkeit, die wir über das Lenkrad regeln können. Er passt konstant den Abstand zum Vorausfahrenden an, bremst und beschleunigt, wenn nötig. Auch bei Tempo 140 schnurrt der E-Mazda, der sich damit auch als komfortable Alternative für längere Strecken präsentiert.


Fast 480 Kilometer nach WLTP-Standard soll die 68,8 Kilowattstunden große Lithium-Eisenphosphat-Batterie ermöglichen. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei 16,6 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. So lauten die offiziellen Werksangaben, die rein mathematisch schwer zu halten sind. Hier geht es in Sequenzen auch um Brutto- und Nettokapazitäten, theoretische und reale Zahlen. Es ist die hohe Automathematik, an der sich der Kunde zu orientieren hat.


Effizient im Verbrauch


Positiv können wir in diesem Zusammenhang festhalten: Während unserer Testfahrt liegt der durchschnittliche Verbrauch bei etwa 18 kWh. Das ist beachtlich, weil wir bei eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt unterwegs sind.


Der Mazda kann an der Wallbox

zuhause oder unterwegs mit der Leistung von elf Kilowatt geladen werden. Für alle, die es eilig haben, bieten sich die öffentlichen Schnellladestationen an. Der 6e zieht den Strom hier mit der Leistung von bis zu 165 Kilowatt. Das heißt, die Batterie kann in knapp 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden.


Opulent ausgestattet


Interessant für Dienstreisende und die Verantwortlichen von Fuhrpark und Flotte.

Trotz seiner rasanten Umrisse bietet dieser Stromer auch Raum zum Beladen. 466 Liter im Kofferraum und 72 Liter im Frunk unter der vorderen Haube – so ist das Ladevolumen beschrieben.


Unser Testfahrzeug ist zudem mit mehr als einem Dutzend künstlich intelligenter Assistenten für Sicherheit, 360-Grad-Monitor, gläsernem Panoramadach, Sitzbezügen aus weißem Kunstleder, Soundsystem von Sony, schüssellosem Zugang und einigen weiteren Extras ausgestattet. Aero Grey, so heißt übrigens der besondere Ton des Metallic-Lacks.


Klar strukturiert Stark reduziert: Das digitale Cockpit des Mazda 6e bietet zwei große Bildschirme und nur wenige Tasten. Im Fond können selbst groß gewachsene Mitfahrer komfortabel sitzen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)
Klar strukturiert Stark reduziert: Das digitale Cockpit des Mazda 6e bietet zwei große Bildschirme und nur wenige Tasten. Im Fond können selbst groß gewachsene Mitfahrer komfortabel sitzen. Foto: CDA Verlag GmbH (Armin Grasmuck)

Preislich attraktiv


Elektrisierend wird es, wenn wir uns mit dem Preis beschäftigen. Denn dieser

optisch und inhaltlich gehaltvolle Stromer steht mit exakt 45.750 Euro auf der Liste. Die Leasingraten starten bei etwa 450 Euro. Damit ist der Mazda 6e, auch gemessen am aktuellen Marktgeschehen, ein höchst attraktives Angebot.


Zoom-Zoom. Mit dieser Werbebotschaft ist der japanische Hersteller bereits seit Beginn des Jahrtausends unterwegs. Suuum Suuum soll die ursprüngliche und unverfälschte Freude am Fahren vermitteln. Ein kindlich leichtes Gefühl von Geschwindigkeit, das den sportlichen Aspekt von Mazda widerspiegelt. Es passt also perfekt zu der Transformation in die Mobilität von Morgen, die der Produzent gerade mit Vehemenz vollzieht. Wir können bestätigen: Der Mazda 6e zoomt mit allem, was er hat, im Zeitgeist.


Technische Daten


Hersteller - Mazda

Modell - 6e EV Takumi

Antriebsart - Elektro

Leistung - 190 kW / 258 PS

Maße / Gewicht - 4921 x 1890 x 1485 mm / 2037 kg

Antriebsachse - Hinterrad

Anzahl der Türen - 5

Kofferraum­volumen - 466 l hinten, 72 l vorne

Reichweite - 479 km (WLTP)

0-100 km/h - 7,6 Sekunden

Spitze - 175 km/h

Preis - 45.750 €


 
 
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