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  • AutorenbildKurt Sigl

Kommentar von BEM-Präsident Kurt Sigl: Mikro und Makro, oder was?

Willkommen im neuen Jahr! Farewell 2022. Neue Chancen entdecken oder doch Trouble-Making, die nächste Runde – je nach Standpunkt ergibt sich der Blick auf die kommenden Tage und Monate. Die Elektromobilität steht vor einem immensen Wachstum und einer Armada an Widerständen. Wir sind also wieder mittendrin im Spiel! Und unser Thema ist hoch aufgehängt ...


Die USA und die EU streiten sich neuerdings um den richtigen Umgang mit Elektroautos. Zum 1. Januar ist das amerikanische „Inflationsreduzierungsgesetz“ in Kraft getreten, welches vorsieht, dass Autokäufer in den USA bis zu 7.500 Dollar an Steuererleichterungen bekommen, wenn sie ein Elektrofahrzeug erwerben, dessen wesentliche Teile, wie die Batterie, aus amerikanischer Produktion stammen. Diese Anreize, neudeutsch: Incentives, sind beträchtlich, der Markt wird verzerrt und die US-Regierung kann die Produktionsstätten für Ökofahrzeuge in die USA locken.


Klasse Idee, großes Verständnis für diese grüne Art der Industrieführung. Und in Deutschland? Wird der Umweltbonus in diesem Jahr zurückgefahren. Der Markt werde von allein funktionieren, meint der grüne Wirtschaftsminister Habeck im koordiniert wirkenden Gleichklang mit FDP-Finanzminister Lindner. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDKI) beklagt derweil die abnehmende Zahl der Erstzulassungen – Motto: Wachstum first! – bei gleichzeitigen Rekordgewinnen in der globalen Autoindustrie, die nachweislich auf dem Absatz von Luxuslimousinen basieren. Derweil jaulen die Automobilwoche und das Manager Magazin über insolvente Zulieferer – und meinen wohl sich selbst.


Die große Frage ist doch, auf welchem Level der Veränderung wollen wir dabei sein? Wer sind die Player von morgen? Wollen wir überhaupt Budgets für Strafzahlungen bereithalten? Arbeit gibt es zuhauf! Sogar jenseits der Arbeitszeiterfassung. In vielen Fällen durch Multi-Use. In Bereichen, für die es noch kein Gesetz gibt. Im Kern geht es darum: Ist Deutschland überhaupt in der Lage, die Verkehrswende nachhaltig zu gestalten?


Es könnte so einfach sein ... Ein klarer Blick auf das wahre Leben. Die Bedürfnisse erkennen und formulieren. Einfach handeln, aus freien Stücken. Oh ja, dann wären wir schnell wieder ganz vorne dabei.

Zu viel Konjunktiv, meinen Sie? Ich bin ganz bei Ihnen. Packen wir‘s an!


A Happy New Year!

 

Hier schreibt der Präsident



Kurt Sigl, der Präsident des Bundesverbands eMobilität (BEM), schickt für jede Ausgabe von electricar eine E-Mail aus Berlin, in der er aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Themen seiner Branche analysiert und kommentiert. Er gilt als Leitfigur auf den Gebieten der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien. Der kernige Oberbayer, einst im Dienst von Audi, punktet mit seiner über Jahrzehnte ausgeprägten Expertise – und als begnadeter Netzwerker. Mit Nachdruck arbeitet er daran, traditionelle Strukturen und Denkmuster zu hinterfragen, um Raum für neue und zukunftsfähige Modelle zu schaffen. Den BEM betrachtet er als ideale Plattform, die alle relevanten Akteure im Bereich der E-Mobilität schnell und effizient zusammenbringen kann.



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