Nissan Micra, Leaf und Ariya: Elektro-Trio für Stadt und Langstrecke

Nissan zählt zu den Pionieren der Elektromobilität. Aktuell präsentiert der
japanische Anbieter seine Baureihen Micra, Leaf und Ariya als batteriegetriebene Modelle. An Hybrid-Fans richten sich der Qashqai und der X-Trail.
Ein Satz wie in Stein gemeißelt. In Japans wertvollen Inada-Granit geradezu: „Elektroantriebe sind die Zukunft, das ist gar keine Frage mehr“, sagt Hendrik Meseberg. Für den japanischen Autoanbieter Nissan arbeitet der Produktspezialist im Marketingressort der deutschen Landesgesellschaft. Heute stellen Meseberg und sein Kollegium im rheinischen Meerbusch fünf Nissan-Baureihen bereit, die allesamt elektrifiziert vorfahren. Ort des Geschehens ist das weitläufige Areal Böhler. Die urigen Anlagen des einstigen Stahl- und Schmiedewerks bieten kontrastreiche Kulissen für die Elektromodelle von Nissan.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen für electricar die drei Vollstromer Micra und Leaf sowie Ariya. Doch findet sich auch eine Probetour mit dem Hybrid-SUV X-Trail auf der Agenda – und der schnelle Blick auf dessen „kleinen Bruder“, wie Meseberg ihn bezeichnet, den Qashqai. Vom Kleinwagen bis zum geräumigen Offroader ist also für viele potenzielle Einsatzzwecke etwas dabei.

Beim kompakten Nissan Micra steigt die Redaktion in einen Testwagen mit dem größeren der beiden angebotenen Akkus. Hier ist die 52-kWh-Batterie verbaut, der Elektromotor leistet flotte 110 kW, umgerechnet 150 PS. In Verbindung mit der Topausstattung namens „Evolve“ – Preis: 34.900 Euro – und dem optionalen Pro-Pilot Assist Park (Aufpreis: 500 Euro), einer laut Nissan „intelligenten autonomen Einparkautomatik“, kostet dieser B-Segment-Pkw immerhin 35.400 Euro. Als Reichweite nennt der Hersteller bis zu 416 Kilometer, als kombinierten Energieverbrauch 14,7 kWh pro hundert Kilometer Strecke.
Über 600 Kilometer Reichweite
Doch im Micra geht es auch jeweils eine Nummer kleiner. Mit 40-kWh-Batterie und 90-kW-Motorisierung (122 PS) ist der Viertürer bereits ab 27.990 Euro zu haben. Kurz, wendig, mit Scheinwerfern, die charmanten Kulleraugen gleichen – als Stadtflitzer und für gelegentliche Ausflüge über Land sind die mittlerweile in sechster Generation produzierten Micra-Typen bestens geeignet.

Für den neuen Leaf hebt Produktmanager Meseberg das „Oberthema Einfachheit“ hervor. Besonders leicht von der Hand geht im C-Segment-Crossover etwa die Routenplanung entlang verfügbarer Ladesäulen mittels „Google built-in“. Einfach einsteigen wiederum und ohne Reichweitenangst lossurren, das soll vor allem der Leaf mit großem 75-kWh-Akku ermöglichen: Bis zu 623 Kilometer Reichweite sind Nissan zufolge mit einer Ladung zu realisieren. electricar würde wohl nur weitaus weniger schaffen – und dürfte im Raum Düsseldorf deutlich mehr verbraucht haben als die vom Hersteller für kombinierten Fahrbetrieb genannten 13,8 kWh auf hundert Kilometer: Gerade beherzter Einsatz des 160 kW (217 PS) starken E-Antriebs bereitet in dem aerodynamisch optimierten SUV-Coupé viel Fahrvergnügen. Es startet bei 41.200 Euro.
Für 35.950 Euro bringt Nissan den Leaf mit kleiner Batterie (52 kWh) in den Handel. Der Japaner leistet dann 130 kW (176 PS) und soll auf bis zu 451 Kilometer Reichweite kommen. Ein angenehmes Ausstattungsdetail der Baureihe ist das individuell dimmbare Panoramaglasdach. Auch das Soundsystem von Zulieferer Bose mit neun Lautsprechern und sogenanntem Fresh Air Subwoofer führt die Redaktion als Pluspunkt auf dem Leaf-Konto.

Spitzenstromer mit Noblesse
Nochmals gediegener präsentiert sich das batteriegetriebene Topmodell Ariya. Zwar teilt sich der elegante Fünfsitzer die Plattform mit dem Leaf, ist aber wahlweise mit Zwei- oder Allradantrieb zu haben. electricar probiert den Fronttriebler mit dem 87-kWh-Akku aus, der eine 178 kW (242 PS) starke E-Maschine speist. Erstes Fazit: Dieser für 1500 Euro zweifarbig sonderlackierte Zweieinhalbtonner ist seine 60.340 Euro wert. Ob Head-up-Display, Leichtmetallfelgen in 20 Zoll oder Vehicle-to-Load-Funktion, viele Zutaten des Ariya werden premiumaffine Interessenten überzeugen.
Das dürfte erst recht für die Version „e-4ORCE“ gelten, die ihre stolzen 225 kW (306 PS) an alle vier Räder leitet und wie der Fronttriebler mit einer 87-kWh-Batterie glänzt. Die Reichweite des Nissan-Flaggschiffs beträgt gut 500 Kilometer, sein Einstiegspreis 63.840 Euro.

Nach intensiver Beschäftigung mit dem rein elektrischen Trio findet electricar noch Zeit für eine kleine Ausfahrt im Nissan X-Trail mit der sperrigen Typbezeichnung Tekna 1,5 VC-T e-Power e-4ORCE. Fast 4,70 Meter lang ist der serielle Hybrid-Offroader, 1,84 Meter breit – und entsprechend geräumig. Sein Dreizylinder-Benziner dient als Generator für die E-Maschinen, auch diese spezielle Art der Elektromobilität gefällt ob des stets sanften Dahingleitens. Die X-Trail-Preise beginnen bei 42.890 Euro. Zum Vergleich: Der Qashqai, das in Deutschland und Europa meistverkaufte Modell von Nissan, startet als e-Power Hybrid bei 40.180 Euro. Für seinen Bestseller verspricht der Hersteller ein „EV-ähnliches Fahrerlebnis“. Noch so eine bemerkenswerte Aussage.


