• Philipp Lumetsberger

Toyota Mirai: Wasser und saubere Luft während der Fahrt

Der Autobauer aus dem Land der aufgehenden Sonne ist einer der wenigen Hersteller, der auf den Brennstoffzellenantrieb bei PKWs setzet. Neben dem Toyota Mirai ist hierzulande lediglich mit dem Hyundai Nexo ein weiteres Brennstoffzellen-Auto erhältlich. Alle anderen namhaften Hersteller wiederum sehen die Zukunft dieser Antriebstechnologie eher bei Nutzfahrzeugen wie etwa Lastwagen oder Bussen. Aber Toyota hält an seinem Wasserstoffangebot fest und hat mittlerweile schon die zweite Generation des Mirai entwickelt und dessen Serienproduktion angekurbelt.



Völlig neues Design


Im Vergleich zum Vorgängermodell, welches bereits Ende 2014 auf den Markt kam, wurde das Design komplett überarbeitet und wirkt nun wesentlich eleganter. Vor allem die langgezogene Motorhaube und die hinten nach unten abfallende Dachlinie der 4,97 Meter langen Limousine stechen sofort ins Auge. Letztere sorgt allerdings auch für etwas weniger Platz für die Passagiere auf der Rücksitzbank.


Im sehr edel gestalteten Innenraum liefert ein 8 Zoll großes Display sämtliche Fahrinformationen wie etwa den Kraftstoffverbrauch und die Geschwindigkeit.

Das mittig angebrachte 12,3 Zoll Display dient unter anderem zur Steuerung des Entertainmentsystems. Über ein optional erhältliches Head-up-Display werden wichtige Fahrinformationen wie Navigationshinweise, Verkehrsschilder und Tempolimits direkt auf die Frontscheibe projiziert. Je nach Ausstattungsvariante können auch die Passagiere auf dem Rücksitz über Bedienelemente in der hinteren Armlehne die Temperatur der Klimaanlage regulieren, das Audiosystem sowie die Sitzheizung steuern.


Viel Leistung aber wenige Tankstellen


In puncto Leistung hat Toyota im Vergleich zur ersten Generation ebenfalls nachgebessert: Die Motorleistung wurde von 114 auf 134 kW erhöht. In etwa 9,2 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Neben den drei Fahrmodi Eco, Normal und Sport sorgen zahlreiche Assistenzsysteme wie etwa ein Spurhalte-, ein Einparkassistent, ein Kollisions-Warnsystem sowie eine Verkehrsschilderkennung für optimalen Fahrkomfort.


Die drei Wassterstofftanks sind im Unterboden des Fahrzeugs verbaut. Einer sitzt im Heck des Autos hinter der Achse, einer direkt davor und der dritte Tank befindet sich im breiten Mitteltunnel. Das Gesamtvolumen beträgt rund 142 Liter und reicht für eine Zuladung von 5,6 Kilogramm Wasserstoff. Diese Menge reicht laut Herstellerangaben für eine Wegstrecke von bis zu 650 Kilometern. Beim Betanken selbst gibt es wenige Unterschiede zu klassischen Verbrennern. Sobald der Einfüllstutzen angebracht und gut verriegelt wurde, reicht ein Knopfdruck, um den Tankvorgang zu starten. Der Bordcomputer des Mirai steuert dann die Pumpe, die den Tank sicher und schnell füllt. Insgesamt dauert das Volltanken in etwa fünf Minuten.


Ein Manko, mit dem der Mirai zu kämpfen hat, stellen die rar gesäten Tankmöglichkeiten dar. Aktuell bieten in Deutschland lediglich 92 Tankstellen Wasserstoff an. In den kommenden Monaten sollen weitere 12 hinzukommen. Verglichen mit den deutschlandweit mehr als 14.000 Tankstellen für Benzin oder Diesel ist diese Zahl äußert gering.



Luftreiniger auf vier Rädern


Ein besonderes Highlight stellt zudem das eingebaute Luftreinigungssystem dar: Der speziell entwickelte Luftfilter entfernt aus der von der Brennstoffzelle angesaugten Luft zuverlässig Schadstoffe wie Schwefeldioxid oder Feinstaub. Dadurch ist die ausströmende Luft viel sauberer als die angesaugte.

Über das Multimediadisplay in der Mitte kann der Fahrer in Echtzeit ablesen, wie viel Luft beim Fahren gereinigt wird. Das bei der Stromerzeugung in der Brennstoffzelle entstehende Wasser entweicht in der Regel automatisch. Links neben dem Lenkrad befindet sich ein H2O-Knopf mit dem der Fahrer bei Bedarf das Wasser ablassen kann.


Der Toyota Mirai ist hierzulande ab 63.900 Euro erhältlich und somit im Vergleich zu seinem Vorgänger um rund 15.000 Euro günstiger.


Zusätzlich kann beim Kauf die Umweltprämie in Höhe von etwa 7.500 Euro in Anspruch genommen werden.