Zweiräder im Zeitgeist: Smarte E-Bikes, Roller und Motorräder

Die große Transformation betrifft auch die kleinen und kleinsten Fahrzeuge. Speziell im urbanen Verkehr sind die Zweiräder ein Schlüsselfaktor der Verkehrswende. Es geht um einfache wie nachhaltige Ansätze, welche die batteriegetriebenen Fahrräder, Roller und Motorräder inner- wie außerorts im Sinne des Zeitgeists integrieren.
Die Zweiräder der Zukunft bieten mehr als das traditionelle Fortbewegen an der frischen Luft. Mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten, digitale Assistenzsysteme. Der leise, höchst effiziente Elektroantrieb wird im besten Fall intelligent vernetzt – und das Fahrzeug zum smarten Begleiter im alltäglichen Verkehr.
Allradgetriebene Modelle, autonom fahrende Roller, E-Bikes mit LED-Controller, besondere Software und Displays mit aktuellen Fahrdaten und Kamerabildern – die Gedanken und Arbeiten der Entwickler gehen weit über den konventionellen Antrieb hinaus. Moderne Zweiradsysteme werden kraftvoller, leichter und komfortabler. Die Modelle der nächsten Generation sollen Sicherheit und Konnektivität bieten sowie den Nutzer nachhaltig begeistern.
In der Stadt der Zukunft sind die Zweiräder auch deshalb wichtig, weil sie weniger Fläche als Autos benötigen und sich leichter in die bestehende Infrastruktur integrieren lassen. Sie sparen Platz, decken kurze Wege effizient ab und wirken im urbanen Verkehr spürbar entlastend. Speziell E-Bikes und E-Roller sind ideal für die Kommunen, die leiser, sauberer und flexibler werden sollen.
Es geht auch um die in diesem Zusammenhang oft beschriebene letzte Meile. Also um die obligatorischen Strecken zwischen Wohnung, Bus und Bahn, Arbeitsplatz oder Innenstadt. Zuverlässige und entsprechend leistungsstarke Zweiräder können idealerweise das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ergänzen – und die Fahrten mit dem Auto auf kurzen Distanzen in entsprechend vielen Fällen ersetzen.

Die E-Bikes, Roller und Motorräder sollen als intelligente Angebote in einem vernetzten Mobilitätssystem punkten. Einfach, effizient und komfortabel. Stichwort Preis. So innovativ die neuen Zweiräder auch sind: Es gilt, sie für unterschiedliche Zielgruppen erschwinglich zu halten. Der Markt zeigt bereits heute eine breite Spanne, vom günstigen Einstiegsmodell bis zum umfangreich ausgestatteten Premiumfahrzeug. Neben dem klassischen Kauf werden neue Nutzermodelle wie Leasing, Abo, Sharing oder Pay-per-Use bedeutender. Sie machen den Einstieg in die Mobilität von morgen einfacher, auch weil die Zweiräder flexibler genutzt werden können.
Akkupack im Alurahmen
Auf der Japan Mobility Show war es einer der Höhepunkte: Das futuristische Zweiradkonzept EV Outlier belegt, wie die Entwickler von Honda das Motorrad des Jahres 2030 interpretieren. Der Name Outlier, zu Deutsch: Ausreißer, ist hier Programm. Denn dieses Modell fährt mit zahlreichen Finessen vor, überraschend wie nachhaltig. Der elektrische Antrieb steckt direkt in den Rädern. Je ein Nabenmotor treibt das vordere und das hintere Rad an. Es ist fast wie im Auto: Der Allradantrieb verbessert die Traktion des E-Motorrads speziell auf feuchter und schmieriger Fahrbahn. Über zwei Bildschirme auf und vor dem Lenker

bekommt der Fahrer alle relevanten Daten serviert, die Rückspiegel sind über Kameras in das Display eingebunden. Gut für die Stabilität: Der Akku ist zentral und tief im Aluminiumrahmen verbaut. Zur Kapazität der Batterie, Reichweite und Ladedauer sowie bezüglich des möglichen Preises des EV Outlier Concepts macht Honda noch keine Angaben.

Keine Schaltung, keine Bremse
Das erste echte E-Bike – so wirbt der Hersteller Hepha für das futuristische Fahrradkonzept Urban X, das gerade auf der Fachmesse Eurobike in Frankfurt vorgestellt worden ist. Es verzichtet auf einige der klassischen Bedienelemente: kein Schalten, keine Modi zur Unterstützung, kein klassisches Bremsen.

Das Urban-X-Bike setzt auf ein automatisch geregeltes eCVT-System, das Antrieb, Übersetzung und Verzögerung eigenständig an das Tretverhalten des Radlers anpasst. Das Prinzip „Pedal-Only-Ride“ soll das Fahren im Stadtverkehr einfacher und intuitiver gestalten. Stark: Dieses Rad kann auch rekuperieren, so wird Energie zurückgewonnen, der Motor unterstützt und der Verschleiß der Bremsen reduziert. Technisch basiert das Konzept auf einem neu entwickelten Mittelantrieb mit der Dauerleistung von 250 Watt und bis zu 1000 Watt in der Spitze.
Radmotor mit Software und Display
Die Bosch Hub Line ist der erste Nabenmotor des renommierten Herstellers, entwickelt eigens für City-Bikes und Pendelräder im urbanen Verkehr. Ein vergleichsweise leichter Motor, kombiniert mit dem kompakten Akku, soll laut Bosch ein agiles und unauffälliges Fahrerlebnis bieten. Die Hub Line liefert bei einem Vortrieb von bis zu 400 Watt das Drehmoment von maximal 45 Newtonmetern.

Rund 2,3 Kilogramm wiegt der Motor, er entkoppelt sich ab Tempo 25 fast vollständig vom Antrieb. Bosch integriert die Hub Line in sein Smart-System und ergänzt sie mit Komponenten wie Connect-Module, LED-Controller und Intuvia-200-Display. Es sind die Extras für die Radtouren der nächsten Generation. Die Hub Line zielt bewusst auf leichte und stilvolle E-Bikes im Stadtverkehr – mit natürlichem Fahrgefühl und ideal für den alltäglichen Gebrauch. Bereits in diesem Herbst sollen die ersten entsprechend ausgerüsteten Räder auf den Markt kommen. Der Einstiegspreis liegt bei etwa 2500 Euro.
Autonom zur Ladestation

Den Prototyp stellte Omoway bereits vergangenen Sommer in Indonesien vor – jetzt ist das selbstbalancierende E-Motorrad Omo X serienreif. Einzigartig: Der Elektroroller kann sich auch ohne Person auf dem Sitz bewegen, vorwärts und rückwärts. Er fährt seinen Hauptständer automatisch ein und aus, kann sich selbst aufbocken. Der Omo X soll sich zudem so konfigurieren lassen, dass er autonom zur Ladestation fährt oder per Sprachbefehl vor dem Haus erscheint. Laut Hersteller Omoway ist es das perfekte Zusammenspiel aus Sensorik, Software und Hardware, das den E-Roller zu einem Roboter auf zwei Rädern macht. Die entscheidende Komponente ist das Control Moment Gyroscope, ein Stabilisierungsmodul, das aus Luft- und Raumfahrt bekannt ist.

Kompakt für jeden Einsatz
Klein, fein, antriebsstark – Rahmen und Gabel aus Carbon: Das i:SY hgjk E5 ZR F PX ist ein kompaktes Elektrofahrrad, das sich auch aufgrund seines geringen Gewichts von knapp 20 Kilo als alltagstauglich und agil präsentiert. Es kombiniert den Bosch-Motor Performance Line PX mit einem 545 Wattstunden starken Akku und der wartungsarmen 5-Gang-Nabenschaltung.

Die 20-Zoll-Bauweise, breite Reifen und hydraulische Scheibenbremsen wirken komfortabel, speziell was das Rangieren und auch das Tragen im Stadtverkehr betrifft. Zudem ist das Skyfly komplett ausgestattet: Gepäckträger, Schutzbleche, Beleuchtung und Ständer. Der Sitz und der Lenker können auf unterschiedliche Körpergrößen angepasst werden. Durch seine kompakten Maße lässt sich das Bike bei Bedarf auch relativ einfach im Auto transportieren. Das neue E-Fahrrad von i:SY steht in der Basisversion mit 5.799 Euro auf der Preisliste.


