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Armin Grasmuck - Editorial ELECTRICAR 6/25

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

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Armin Grasmuck - Chefredakteur
Armin Grasmuck - Chefredakteur

Negativ gefärbte Schlagzeilen, positive Nachrichten, kontrovers geführte Diskussionen: Der geneigte Beobachter dieser elektrisierenden Szenarien jauchzt und jubiliert. Die Mobilität von morgen ist in aller Munde, was als klarer Beweis ihrer stetig steigenden Relevanz zu werten ist. Neue Kaufanreize für batteriegetriebene Fahrzeuge, die einmal mehr gezielte Förderung von E-Autos, ein einkommensabhängiges und vermeintlich soziales Leasing ... Praktisch im Wochentakt wird groß und breit debattiert, wie und wann mehr Stromer auf die Straßen gebracht werden können. Es sind keine aufgebauschten Randnotizen mehr, die uns erreichen, keine pseudointellektuellen Orakel von Hochvoltfreaks. Es ist das wahre Leben, bunt und munter. Wunderbar.


Die nackten Zahlen belegen diesen Trend eindeutig. Jedes fünfte neu zugelassene Auto weltweit ist laut den Wirtschaftsanalysten von PwC – gemessen in den 40 wichtigsten Absatzmärkten – bereits rein elektrisch angetrieben. In Europa sind allein im dritten Quartal dieses Jahres mehr als 600.000 batteriegetriebene Autos neu angemeldet worden, 25 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Deutschland ist aller Krisendebatten zum Trotz mit 133.000 neuen Stromern die Nummer eins auf dem Kontinent. Und: Im nächsten Jahr, davon sind die Analysten überzeugt, werden die Treiber der Elektromobilität erneut Rekordzahlen vermelden können. Frische, auch gebrauchte Modelle zu erschwinglichen Preisen werden das Spektrum der nachhaltig Interessierten wie selbstverständlich vergrößern.


Selbst Hildegard Müller wirkt inzwischen, zumindest phasenweise, wie hochgradig elektrisiert. Ja, genau, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, bislang als eher schwach glimmende Verfechterin der Verkehrswende bekannt, beschäftigt sich plötzlich mit den vermeintlichen Nöten der elektrisch Mobilen. „Die Mehrheit aller Menschen kann nicht im Eigenheim laden, sondern lebt in Mietwohnungen“, so schmettert Hildegard Müller auf dem Boulevard: „Umso wichtiger, dass das öffentliche Laden deutlich günstiger wird. Aktuell ist das Laden viel zu teuer.“


Nobel, nobel, verehrte Präsidentin. Gut eingeleitet, wenn auch oberflächlich in der Pointe. Es ist seit längerem bekannt, dass die Tarife an den öffentlichen Ladesäulen mitunter schwer zu durchblicken und an vielen Punkten überteuert sind. Wer sich tiefer mit der Materie beschäftigt, wird feststellen: Das Stromziehen wird nachweislich einfacher, komfortabler und transparenter. Speziell an den neuen Säulen vor Supermärkten, Möbelhäusern und Restaurants wirken attraktive Ladetarife für Kunden verlockend.


Fotos: Shutterstock / electricar
Fotos: Shutterstock / electricar

Wie gut die Ladeinfrastruktur ist, haben wir, verehrte Leserinnen und Leser, in einem breit angelegten Test intensiv für Sie geprüft. Die Schnellladesäulen der zehn größten Anbieter in Deutschland, frei nach dem Motto: hinfahren, Karte hinhalten, möglichst fix frischen Strom in die Autobatterie ziehen. Dieser Praxistest zeigt deutlich, wie stark sich das Ladenetz in den vergangenen zwölf Monaten verdichtet und verbessert hat. Die Stromstellen der neuen Generation liefern zuverlässig mit Leistungen von 300 Kilowatt und mehr. Da wird die obligatorische Kaffeepause zum wilden Koffeinquickie. Doch es gilt hier wie

generell: Schnell, schnell ist kein Ansatz für jedermann. Der nächste Ladetrend geht so: Strom ziehen, wo es Spaß macht. Zeitfaktor variabel.


Viel Spaß beim Lesen!

 
 
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