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Französische Noblesse elektrisch: Der DS N°8 im großen Praxistest

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 2 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Foto: CDA Verlag
Foto: CDA Verlag

Pariser Eleganz auf der Langstrecke: Der DS N°8 glänzt mit feinen Akzenten, Komfort und Ausdauer.


Natürlich kommt uns Emmanuel Macron in den Sinn, so prachtvoll wie dieses Auto vor uns steht. Der französische Präsendent darf den neuen DS No8 als Staatskarosse nutzen. Steigt er standesgemäß hinten rechts ein, während ihm der Chauffeur die Tür hält? Oder setzt sich Macron gar selbst ans Steuer?


Klar, die Sonderversion „Présidentielle“, laut Hersteller „eine einzigartige Verkörperung Pariser Handwerkskunst“, unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von unserem Testwagen. Panzerung, Schutzglas und weitere diskrete Maßnahmen, die der Sicherheit des Staatsoberhaupts dienen, sind für Macron integriert worden. Okay, das wäre zu viel des Guten. Es freut uns, dass wir das neue Flaggschiff des Premiumherstellers in der Version für Otto Normalverbraucher testen können.


Wir fahren die Nummer acht von DS Automobiles in der Variante Étoile. Es ist ein rein elektrisches SUV-Coupé der Oberklasse, vorderradgetrieben in der Long-Range-Konfiguration. Das heißt: sehr gut ausgestattet und eine Batterie mit großer Kapazität, die Ausfahrten über längere Distanzen ermöglichen soll.


Der neue DS wirkt auf den ersten Blick ziemlich massiv. Flach und breit liegt er auf der Straße, die Frontpartie tief nach unten gezogen. Einzigartig sind die Tagfahrlichter als Stilelemente, die scharfzackig aus den Scheinwerfern nach unten stechend die Front begrenzen. Von der Seite betrachtet, wird auch die besondere Form dieses Modells deutlich. Nummer acht wirkt eigentlich wie eine etwas kräftigere Limousine. Coupé? Ja, lang und flach verläuft die vordere

Haube, noch länger und sanft nach hinten fließend die Dachlinie. Und SUV? Einsatzbereit für ruppige bis wilde Etappen durch das Gelände? Eher weniger.


Die breiten 21-Zoll-Felgen verleihen dem DS zusätzliche Kraft und einen Hauch von sportlichen Ambitionen, jedoch ohne dem grundsätzlich in moderner Eleganz gestalteten Fahrzeug die Feinheiten zu nehmen. Pariser Chic, so lautet eine Attitüde, die generell in den Modellen von DS mitschwingt. Auch die große Nummer acht hat ihren eigenen Charme. Dazu trägt das schwarz lackierte Dach bei, das stilvoll mit der Wagenfarbe Kristall-Grau zusammenspielt.


Erste Ausfahrt: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den neuen DS No8 in der Praxis zu testen. Foto: CDA Verlag
Erste Ausfahrt: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den neuen DS No8 in der Praxis zu testen. Foto: CDA Verlag

Interieur in feinem Nappa


Interieur in feinem Nappa

Wir steigen ein und stellen fest: Das Crossover ist auch im Innenraum außergewöhnlich gestaltet. Gehaltvolle Materialien, fein bis kräftig akzentuiert. Die Sitze in feinem Nappa wirken auf Anhieb höchst komfortabel. Wir drücken den Startknopf, da schmiegen sich die Polster automatisch noch enger an unsere Körper. Noch keinen Meter sind wir gefahren, und doch spüren wir bereits den Seitenhalt, den die Sitze uns während der ersten Ausfahrt geben werden.


Wir ziehen den Hebel auf der Mittelkonsole leicht nach hinten. D wie Drive – und los geht‘s. Es ist faszinierend, wie der größte DS vom Hof gleitet, kraftvoll wie gelassen: Er hat tatsächlich diese Spur der Pariser Extravaganz. Bereits nach einem Kilometer können wir konstatieren: Die Nummer acht ist ein starker und stabiler Charakter. Ruhig und souverän gleitet das SUV-Coupé durch den Feierabendverkehr der Vorstadt. Quietschende Reifen, rasante Kehren und waghalsige Rutschpartien sind in diesem Auto wenig erstrebenswert.


Volumen mit Stil: Das Fließheck bietet das stattliche Ladevolumen von 621 bis 1553 Liter. In der Seitenansicht wirkt das SUV-Coupé elegant wie energiegeladen. Foto: CDA Verlag
Volumen mit Stil: Das Fließheck bietet das stattliche Ladevolumen von 621 bis 1553 Liter. In der Seitenansicht wirkt das SUV-Coupé elegant wie energiegeladen. Foto: CDA Verlag

Nackenwärmer inklusive


Selbst das Lenkrad hat seine eigene Note. Vier kantige und metallisch wirkende Speichen, das DS-Logo schwungvoll in der Mitte, die Drückknöpfe links und rechts daneben. Krass anders, einfach zu bedienen – uns gefällt‘s.

Wie wir so dahinschnurren, entdecken wir in dem riesigen, zentral angeordneten Bildschirm die Animation „Nackenwärmer“. Mmmmh, das wirkt einladend. Nackenwärmer aktiviert, und tatsächlich: Nach ein paar Sekunden bläst es warm aus dem Sitz heraus, direkt auf den Hals. Ohhh, jahaa, daran können wir uns gewöhnen ... Tiefenentspannt schnurren wir also durch das bayerische Oberland. Angenehmes Fortkommen, der Achter schafft das entsprechende Ambiente.


Weg mit dem Display?!


Anspruchsvoll und in höchstem Maß herausfordernd wird es allerdings, als uns der Gedanke kommt, das Head-up-Display abzustellen. Es funktioniert einwandfrei, keine Frage. Doch es aus dem Sichtfeld, also vom Glas der Windschutzscheibe zu entfernen, das hat etwas. Schnell und einfach während der Fahrt ist hier keine Option. Also biegen wir in einem Waldstück ab und parken am Straßenrand. Wir suchen und drücken und wischen und suchen und drücken und wischen und suchen, suchen, suchen auf dem großen Bildschirm.

Wir finden in den Einstellungen das digitale Cockpit und auch das Head-up-Display sowie diverse Möglichkeiten, die Anzeigen nach unseren Vorlieben

anzupassen. Wir finden sogar heraus, wie wir das Head-up-Display auf der Scheibe bewegen können. Wie es abzuschalten ist, finden wir nicht. Wir googeln auf dem Smartphone, wir fragen die KI. Machen wir es kurz: Einstellungen – Helligkeit – Head-up-Display – Helligkeit auf null, alles dunkel, weg ist es. Hallo DS, das geht einfacher. Oder intuitiver, wie es im Deutsch der Automobilen heißt.


Dafür präsentiert sich der künstlich intelligente Assistent für halbautonomes Fahren professionell und höchst komfortabel. Wir drücken einfach die Taste mit dem Mikrofon halb rechts unten auf dem Lenkrad und sagen die von uns

gewünschte Zieladresse. Der DS übernimmt die Koordinaten anstandslos und korrekt in das Navigationssystem. Dann drücken wir die Taste „Assist“ links unten am Lenkrad – und das Fahrzeug übernimmt kurzerhand das Kommando.


Einzigartiges Ambiente: Im Cockpit des DS No8 dominieren moderne Assistenzsysteme, der Innenraum ist mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Bis zu drei Passagiere finden im Fond bequem Platz. Foto: CDA Verlag
Einzigartiges Ambiente: Im Cockpit des DS No8 dominieren moderne Assistenzsysteme, der Innenraum ist mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Bis zu drei Passagiere finden im Fond bequem Platz. Foto: CDA Verlag

Reisen in der Premiumklasse


Natürlich haben wir das Lenkrad weiterhin fest im Griff und den Blick auf der Straße. Doch den Rest steuert der DS. Er bremst, beschleunigt, erkennt die Verkehrszeichen und somit die erlaubte

Geschwindigkeit – und er passt sein Tempo frühzeitig wie zuverlässig an. Besonders beeindruckend: Selbst den Kreisverkehr am Ortseingang hat er auf dem Radar. Er reduziert das Tempo und gleitet ohne spezielles Bremsen um die Kurve. Das funzt, und bitte notieren: Dieser Fahrassistent ist serienmäßig in jede Version der Nummer acht integriert.


Besonders angenehm und komfortabel wird es auf der Autobahn. Rechte Spur, Tempo 140 – Reisen in dem Crossover verdient das Prädikat Premiumklasse. Dazu passt, dass die Long-Range-Variante, die wir fahren, für Touren über die Langstrecke optimiert worden ist. Mehr als 500 Kilometer ohne Ladestopp auf der Autobahn, so verspricht der Hersteller, und mehr als 700 Kilometer nach WLTP-Standard mit einer voll geladenen Batterie.


Volumen in allen Bereichen


Damit ist der große DS automatisch auch eine Option für Geschäftsleute, die regelmäßig große Strecken zurückzulegen haben und den speziellen Stil dieses Fahrzeugs zu schätzen wissen. Den entsprechenden Raum bietet das SUV-Coupé auf allen Sitzen. Die Scheitel von Fahrgästen jenseits der 1,85 Meter können – je nach Sitzposition der Vorderleute – allerdings mit dem Glas des Panoramadachs in Kontakt kommen.


Apropos Sitze: In unserem Testwagen sind auch Massagen aus der Lehne heraus möglich. Die Einheiten „Katzenpfote“ und „Lenden“ in hoher Intensität, einfach einstellbar über den Touchscreen, können wir wärmstens empfehlen. Diese höchst komfortablen Lounge-Sitze gehören zu den Extras, mit denen das Modell ausgestattet ist, genauso wie das Hifi-System samt 14 Lautsprechern, der halbautonome Fahrassistent und die großen Felgen.


Foto: CDA Verlag
Foto: CDA Verlag

Tarife der gehobenen Kategorie


Der gediegene Komfort und das gewisse Etwas, mit dem der DS No8 vorfährt, schlagen sich naturgemäß auch im Preis nieder. Unser Testfahrzeug ist für gut 80.000 Euro käuflich zu erwerben. Auch die Leasingraten, die – je nach Laufzeit und Kilometerleistung – zwischen 500 und 800 Euro im Monat liegen, gehören in die gehobene Kategorie. Es sind Tarife für die Liebhaber der französischen Noblesse oder Geschäftsleute, die über den einzigartigen Auftritt zu punkten wissen. Wohlfühlfaktor hoch.


Technische Daten

Hersteller

DS Automobiles

Modell

No8 Ètoile Long Range

Antriebsart

Elektro

Leistung

180 kW / 245 PS

Maße / Gewicht

4820 x 1920 x 1580 mm / 2180 kg

Antriebsachse

Vorderrad

Anzahl der Türen

5

Kofferraum­volumen

621 - 1553 l

Reichweite

714 km (WLTP)

0-100 km/h

7,8 Sekunden

Spitze

190 km/h

Preis

80.350 €


 
 
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