Interview mit Opel Deutschland-Chef Patrick Dinger: So sportlich wird Opels Elektro-Zukunft
- Beatrice Bohlig

- vor 3 Stunden
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Das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen Opel möchte mit dem Typkürzel GSE ein Performance-Label für betont sportive Automobile etablieren. Jüngste Zugabe im Kraftkurkonzept der deutschen Stellantis-Tochter ist ihr kompakter Stromer Mokka GSE. Der 4,15 Meter lange Viertürer mit 207 Kilowatt, umgerechnet 281 PS, wurde auf dem Circuito de Madrid Jarama unweit der spanischen Hauptstadt der Öffentlichkeit präsentiert.
„Unsere Submarke GSE zeigt, wie stark, spannend und begeisternd batterieelektrische Mobilität sein kann“, sagte Patrick Dinger, der Deutschland-Chef von Opel, im Interview mit electricar am Rande der Rennstrecke. Demnach sei speziell der Mokka GSE „gewissermaßen ein Rallye-Auto für öffentliche Straßen“. Dinger erklärt es so: „Fahrspaß definiert Opel dabei nicht allein über klasse Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit, sondern auch über gute Kurvengeschwindigkeiten sowie entsprechende Traktion und Stabilität in den Kurven.“

Mit dem Grundpreis von 47.300 Euro dürfte die GSE-Version nach Schätzungen von Opel-Insidern perspektivisch zwar nur für fünf bis zehn Prozent des auf die Baureihe Mokka bezogenen Absatzes stehen. Das Prädikat „besonders wertvoll“ könnte sich der Stromer dennoch verdienen – als Brückenschlag zwischen Opels Historie und Gegenwart sowie als künftiges Premiumprodukt: „Unter anderem mit den Modellen Commodore GSE und Monza GSE hat Opel sportliche Wurzeln, an die wir auch jetzt wieder hervorragend anknüpfen können“, erklärte Manager Dinger. Und weiter: „Der Mokka GSE zeigt, dass elektrisches Fahren Emotionen und Dynamik auf Topniveau verbinden kann.“
Breites Antriebsspektrum
Ein Flaggschiff oberhalb des großen SUV Grandland hat Opel derzeit nicht in Planung, und das Projekt Manta GSe ElektroMOD köchelt auf Sparflamme. Auch deshalb scheint die Baureihe Corsa das Potenzial zu haben, als nächste GSE-Variante vorzufahren. Sollte Opel im Oktober am Pariser Autosalon 2026 teilnehmen, könnten die Rüsselsheimer eine spannende Neuheit gewiss gut gebrauchen. „Einen kleinen Ausblick in die Zukunft von Opel geben wir mit unserem großartigen Corsa GSE Vision Gran Turismo“, ließ sich Patrick Dinger in Spanien zumindest entlocken.
Stichwort Zukunft: „Der Blick geht nach vorn. Die Richtung bleibt klar elektrisch, doch unsere Plattformstrategie erlaubt es, flexibel auf unterschiedliche Marktbedürfnisse zu reagieren“, so hob der Manager hervor. Mit dem sogenannten Multi-Energy-Ansatz verschaffe Opel seinen Kunden „die größtmögliche Freiheit bei der Wahl der gewünschten Antriebsart“. Und dazu gehöre in dieser Phase der Verkehrswende auch die Pflege der Fortbewegung auf Basis fossiler Energie: „Grundsätzlich“, sagte Dinger der Redaktion, „setzen wir bei Verbrennern auf 48-Volt-Hybridtechnologie und Plug-in-Hybride und bei einigen Modellen auf den Diesel“.

Den DACH-Raum haben die Macher der Marke mit dem Blitz im Logo hier konsequent im Blick: „Deutschland hat als Heimatmarkt für Opel die größte Bedeutung“, sagte Landeschef Dinger. „Auch Österreich und die Schweiz sind relevante Märkte für unser Unternehmen“.
Sportliche Intention
Das offensive Ausrollen der GSE-Modelle im Schulterschluss mit dem Handel platziert Stratege Dinger weit oben auf seiner Agenda für dieses Jahr: „Mit den Opel-Partnerbetrieben stehe ich im regelmäßigen Kontakt und Austausch, gerade zu den aktuellen Aufgaben und Themen“. Das fordert den ganzen Topmanager – und es erfordert viel frische Luft: „Meist stehe ich früh auf und starte den Tag mit einem Spaziergang durch den Wald“, so Dinger. „Am Wochenende mache ich gerne Sport, beispielsweise Crossfit-Training“.
Letzteres stärkt den Nacken sowie Arm- und Beinmuskulatur. Derlei Einheiten scheinen prädestiniert für den Fahrer des Mokka GSE, das „Rallye-Auto für öffentliche Straßen“ – und natürlich auch für alle weiteren GSE-Modelle aus dem Portfolio des traditionsreichen Herstellers.



