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Design als Markenzeichen: Wie Zeekr in Deutschland auffallen will

  • Autorenbild: Beatrice Bohlig
    Beatrice Bohlig
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Als neue Automarke in Deutschland setzt Zeekr auf einzigartige Optik. Worauf es im Detail ankommt, erklären drei Strategen, die den Expansionsplan des chinesischen Herstellers vorantreiben sollen.


Stilkunde aus erster Hand - Stefan Sielaff, der Designchef von Zeekr, mit Autorin Beatrice Bohlig am 7GT. Bild: BeHonest
Stilkunde aus erster Hand - Stefan Sielaff, der Designchef von Zeekr, mit Autorin Beatrice Bohlig am 7GT. Bild: BeHonest

Stefan Sielaff, 64, ist weit herumgekommen in der Welt. Studiert hatte der international renommierte Autodesigner in jungen Jahren am Royal College of Art zu London. Lange Zeit war er für Audi und Volkswagen aktiv, in Ingolstadt, München und dem spanischen Sitges. Ein berufliches Intermezzo führte ihn zu Mercedes-Benz nach Sindelfingen. Für Bentley arbeitete der Stylist aus Crewe in Großbritannien. Seit fünf Jahren residiert Sielaff schließlich im schwedischen Göteborg – als Vice President of Global Design des chinesischen Fahrzeuganbieters Geely Auto.


Die Premiummarke des Geely-Konzerns für Elektromobilität heißt Zeekr. Zur Premiere des Grand Tourers Zeekr 7GT in Deutschland gab Sielaff persönliche Statements ab, die vor dem Hintergrund seiner eigenen Entwicklung noch eindrucksvoller und nachhaltiger wirken: „Der Zeekr 7GT ist das Ergebnis einer konsequenten Designreise – von Göteborg bis in die Arktis. Jedes Detail ist bewusst gesetzt: das Band als digitale Signatur, die Hidden Energy in jeder Fläche, die physischen Bedienelemente als Bekenntnis zum Fahrerlebnis“.


Sielaffs Botschaft: „Dieses Fahrzeug wurde in Europa entworfen – für Europa. Es ist der Beweis, dass Zeekr nicht nur ein Newcomer ist, sondern eine Marke, die bleibt“.


Dies wollte electricar genauer wissen. Neben einem Interview mit Sielaff führte die Redaktion beim 7GT-Event in Raunheim daher auch Gespräche mit Lothar Schupet, CEO von Zeekr in Europa, und Lukas Dohle, Managing Director von Zeekr in Deutschland. Die Leitfrage in den drei Dialogen: Welche Bedeutung hat das Fahrzeugdesign für eine vergleichsweise junge Marke, die sich in Europa und auf dessen Kernmarkt Deutschland als so unverwechselbar wie begehrenswert etablieren will?


Bild: BeHonest
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Nein zu monotoner Monitorkultur


Soviel vorab: Den Wert gezielt eingesetzter Farben und Formen in ihren Autos stufen die Zeekr-Entscheider unisono als herausragend hoch ein. „Markenidentität muss sich in der Designphilosophie widerspiegeln“, sagt Stefan Sielaff. Für Lothar Schupet sind „Alleinstellungsmerkmale“ im Pkw-Styling unverzichtbar, als Beispiele für Zeekr nennt er die Anmutung des vorderen Leuchtenbands am 7GT und dessen knallig orange lackierte Bremssättel. Lukas Dohle hebt die „Haptik einiger Knöpfe“ im Cockpit des Grand Tourers hervor: „Alles nur über Displays laufen zu lassen, das fänden viele Kundinnen und Kunden überzogen“.


Überhaupt, die Zielklientel: Mit Preisen ab 47.900 Euro für den heckgetriebenen 7GT Core spricht Zeekr finanziell gut situierte Menschen an, „die Natur, Abenteuer und Langstreckenfahrten schätzen – ohne auf Alltagstauglichkeit zu verzichten“, so formuliert es der Hersteller. Gar ein Hauch von Luxus umweht das Flaggschiff 7GT Privilege AWD Launch Edition, das unter anderem Allradantrieb bietet und auf dem deutschen Markt preislich bei 59.400 Euro startet. Zum Vergleich: Für das ebenfalls rein elektrisch motorisierte Modell N°8 FWD Pallas der französischen Stellantis-Marke DS Automobiles, ein frontgetriebenes SUV-Coupé, sind mindestens 58.300 Euro fällig.


In technologischer Hinsicht hebt Zeekr sein 800-Volt-Ökosystem und die „Golden Battery der zweiten Generation“ nebst im eigenen Haus entwickelte Akkuzellen hervor. „Mit Batteriekapazitäten von 75 kWh oder 100 kWh, Ultra-Fast-Charging mit bis zu 480 kW und einer Ladeleistung, die 340 km Reichweite in 10 Minuten ermöglicht, setzt der Zeekr 7GT neue Maßstäbe im Segment“, heißt es aus dem Unternehmen.


Bild: BeHonest
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Dunkler Trimm-Chic für Europa


Bei der optischen Gestaltung wiederum reklamiert Zeekr eine „eigenständige, unverwechselbare Designsprache“ für sich: „Im Mittelpunkt steht die Philosophie der ‘Hidden Energy‘ – eine Formensprache, die Spannung und Dynamik in klare, minimalistische Oberflächen kleidet. Bündige Flächen, versteckte Fugen, saubere Linien – das Fahrzeug kommuniziert seine Energie nicht durch laute Effekte, sondern durch Präzision“.


Punktgenau liefern will Zeekr denn auch in Europa etwa durch jenes „in Vollschwarz gehaltene Interieur“ (Sielaff), das im 7GT zu haben ist. „Das bieten wir im Reich der Mitte so nicht an“, verriet der Chefdesigner im Gespräch mit electricar, „die Chinesen mögen es im Auto nicht ganz so dunkel“.


Derlei regional variierenden Geschmäckern kommt Sielaff mit einem engmaschig geknüpften Netzwerk von Styling-Studios verlässlich auf die Spur. Design-, Forschungs- und Entwicklungszentren unterhält Zeekr in Göteborg, Shanghai, Hangzhou und Ningbo. „Wir haben über dreißig Nationalitäten in den Studios“, so Sielaff, „das Multikulturelle funktioniert sagenhaft gut“.


Das Schlusswort des Gestaltungsvirtuosen im electricar-Interview belegt zweierlei – die überragende Bedeutung von Design für Zeekr bei seinen Offensiven auf europäischen Märkten und den Sinn des Chefstylisten für Humor mit tieferem Sinn: „Design is too important to leave it to the designers“, sagt Sielaff und schmunzelt. Das Zitat geht zurück auf David Kester, einst CEO des UK Design Council und als solcher Berater dreier britischer Regierungen rund um Stilfragen und Innovation. Kein Zweifel, sein Studium auf der Insel und die Arbeit bei Bentley haben den Weltbürger Stefan Sielaff nachhaltig geprägt.


Bild: BeHonest
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