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Kompakt, elektrisch, bezahlbar: Leapmotor B10 im ELECTRICAR-Praxistest

  • Autorenbild: Armin Grasmuck
    Armin Grasmuck
  • vor 34 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit

Der Leapmotor B10 bietet ein attraktives Gesamtpaket aus frischem Design, moderner Technik und opulentem Platzangebot. Speziell die Leasingraten wirken verlockend.


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Leapmotor, der dritte. Nach dem Mittelklasse-SUV C10 und dem pfiffigen Kleinstwagen T03 fährt der chinesische Hersteller nun den B10 auf dem europäischen Markt vor. Einen SUV der kompakten Art, der ebenfalls mit ansprechendem Design, moderner Technik und dem attraktiven Verhältnis aus Preis und Leistung punkten soll. In der Nähe von Nizza stehen die ersten Modelle des B10 zur Testfahrt bereit. Da steigen wir selbstverständlich gerne ein.

Doch erst einmal gucken ... Ja, das ist zweifellos ein Leapmotor. Die Frontpartie wirkt nahezu identisch mit dem größeren C10. Klar definierte Konturen und Flächen ohne Chichi, dazu die schmale Lichtleiste – so sehen moderne Elektroautos aus dem Reich der Mitte aus. Dagegen erinnert das flotte Heck samt dem in großen Buchstaben angebrachten Markennamen an die Fahrzeuge europäischer Produzenten aus dem Premiumsegment. Bei aller Kompaktheit: Der B10 steht kräftig und scharf geschnitten auf den Rädern.

Erster Praxistest: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Leapmotor B10 an der Côte d‘Azur bei Nizza zu fahren.
Erster Praxistest: electricar-Chefredakteur Armin Grasmuck hat die Gelegenheit, den Leapmotor B10 an der Côte d‘Azur bei Nizza zu fahren.

Bitte einsteigen! Auch im Innenraum erscheint der SUV klar und bewusst reduziert gezeichnet. Druckknöpfe, Tasten und Schalthebel sind hier auf ein Minimum reduziert. Als zentrales Bedienelement dient der 14,6 Zoll große Touchscreen, über den sogar die Außenspiegel eingestellt werden können. Jeder, der bereits den C10 gefahren hat, wird schnell bemerken: Die Software ist von Leapmotor nachhaltig optimiert worden. Inhaltlich und optisch, alles wirkt funktional, stimmig und intuitiv steuerbar.


Cooler Kniff: Die wichtigsten Funktionen und Assistenzsysteme sind mit einem Fingerwisch schnell erreichbar und entsprechend einfach auszuführen. Hinter dem Lenkrad gibt es zudem das obligatorische Fahrerdisplay, auf dem klar und übersichtlich die aktuellen Daten angezeigt werden.


Jetzt geht‘s los! Kein Drücken, kein Sperren. Der B10 verzichtet auf Schlüssel und Startknopf. Zum Einsteigen und Losfahren reicht das entsprechend programmierte Smartphone, das alle relevanten Informationen an das Auto überträgt. Auch mit der vom Hersteller mitgelieferten NFC-Karte kann das Fahrzeug entsperrt und gestartet werden.


Die Bremse getreten, den Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad auf D wie Drive gedrückt – und schon rollt der neue Leapmotor los. Das heißt, er schnurrt sanft vom Parkplatz auf die Gemeindestraße. Kompakter SUV, batteriegetrieben. Wie wir dahingleiten, fühlt sich auf Anhieb höchst komfortabel an. Sicher wirkt hier auch das überraschend üppige Raumangebot stimmungsaufhellend.


Klare Linien: Der Innenraum des Leapmotor B10 ist bewusst reduziert gestaltet, es dominiert der 14,6-Zoll-Touchscreen. Für einen Kompakt-SUV bieten die Rücksitze überraschend viel Raum.
Klare Linien: Der Innenraum des Leapmotor B10 ist bewusst reduziert gestaltet, es dominiert der 14,6-Zoll-Touchscreen. Für einen Kompakt-SUV bieten die Rücksitze überraschend viel Raum.

Kompaktklasse? Wow!


Klassenbester, was die Freiheit für die Köpfe der Fahrgäste auf den Vordersitzen und auch auf der Rückbank betrifft – damit wirbt der Hersteller zurecht. Wer im Fond des B10 Platz nimmt, ist in der Tat nachhaltig beeindruckt. Platz für die Knie, auch Insassen jenseits der 1,90 Meter bekommen hier keine Probleme mit der Frisur. In diesem SUV fahren Geschäftskunden, genauso wie Familien, tiefenentspannt, Kompaktklasse? Wow!


Im kurvigen und hügeligen Hinterland der Côte d‘Azur treten wir das Strompedal etwas fester. Dieser SUV schiebt direkt an. 160 Kilowatt, also rund 218 PS, in acht Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Es ist ansprechend für einen Kompakten, der zudem geschmeidig auf der Straße liegt. Kleine Schlaglöcher bügelt er locker weg. Für allzu spitze Kehren im höheren Tempo scheint der Neustarter dagegen weniger geeignet. Er fährt und meistert sie offensichtlich lieber in aller Ruhe sowie ohne Nachdruck. Und für alle Bedenkenträger: Leapmotor verspricht höchste Sicherheit. Bei dem in Europa gültigen NCAP-Crashtest wird noch in diesem Jahr der Topwert von fünf Sternen angestrebt.


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Opulent ausgestattet


Drei Fahrmodi – Standard, Comfort und Sport – hat der B10 im Programm, dazu drei Stufen der Rekuperation. Mittelfristig soll laut Hersteller auch das Fahren mit nur einem Pedal, im Fachjargon One-Pedal-Drive genannt, bei extrem starker Rekuperation ermöglicht werden.


Mit jedem gefahrenen Kilometer beeindruckt uns außerdem, wie opulent dieser Kompakt-SUV ausgestattet ist. Klar, wir fahren den B10 in der Variante Pro Max Life, die 2500 Euro teurer als die Basisversion Pro Life ist sowie bessere Sitze, mehr Lautsprecher und die etwas höhere Ladeleistung bietet. Doch serienmäßig fährt der neue Leapmotor in jedem Fall mit dem riesigen Panoramadach samt elektrischem Sonnenschutz, 360-Grad-Kamera, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, beheizbaren Außenspiegeln, Surround-Audiosystem und stolzen 17 künstlich intelligenten Fahrassistenten vor – ein gehaltvolles Gesamtpaket.


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Ideal im urbanen Raum


Natürlich hält der B10 auch auf der Küstenautobahn seinem Stil entsprechend angenehm wie zuverlässig die Spur. Auf dem Abschnitt zwischen Nizza und Cannes sind die meisten Sequenzen ohnehin viel befahren und konsequent begrenzt, was die Geschwindigkeit betrifft. Die urbane Kolonne, Stop and Go, kurz und wendig. Da passt der neue Leapmotor hin, da hält er locker mit. Tempo 170 in der Spitze, das sollte auch in Deutschland mehr als genug sein.

Der Charakter des Elektroautos definiert sich, zumindest in dieser Phase der großen Transformation, ohnehin über die Kraft der Batterie und den Stromfluss an der Ladesäule. Auf unseren Testwagen bezogen, bedeutet dies: Der Akku fasst 67 Kilowattstunden und ermöglicht mehr als 430 Kilometer nach WLTP-Standard. Die maximale Ladeleistung beträgt 168 Kilowatt. An einer Schnellladesäule kann die Batterie des B10 in einer guten halben Stunde von zehn auf 80 Prozent gefüllt werden. An der Wallbox, zuhause, unterwegs oder in der Arbeit, kann der fast leere Stromer mit elf Kilowatt in knapp sieben Stunden vollgeladen werden.


Effizient auf der Testroute


Der durchschnittliche Verbrauch beträgt laut Leapmotor 17,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Während unserer Testfahrt liegen wir durchgehend weit darunter. 14,7 Kilowattstunden stehen auf dem Display. Okay, für den flotten Energieverbrauch fehlt uns der Platz auf der Autobahn und die Erlaubnis zum Schnellfahren. In Deutschland, bei Tempo 130 und mehr, sind selbstverständlich andere Verbrauchswerte zu erwarten.

Für uns sind hier an der blauen Küste 90 bis 110 Sachen in der Spitze ausreichend. Der B10 präsentiert sich als attraktive Alternative für den alltäglichen Verkehr. Privat wie beruflich. Dazu trägt auch der mit dem Volumen von bis zu 420 Litern bei. Praktisch wirkt der Laderaum unter der Fronthaube, der 25 Liter zusätzlich anbietet.


Chic in der City: Modern und dynamisch ist der B10 gezeichnet, 18-Zoll-Leichtmetallräder und Panoramadach inklusive. Der Kofferraum fasst 420 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1300.
Chic in der City: Modern und dynamisch ist der B10 gezeichnet, 18-Zoll-Leichtmetallräder und Panoramadach inklusive. Der Kofferraum fasst 420 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1300.

Dashcam an Bord

Während eines Zwischenstopps registrieren wir zudem, wie raffiniert die neue Software arbeitet, wenn es darum geht, Routen möglichst professionell und effizient zu planen. Dieser SUV übernimmt bei Bedarf komplette Routen aus dem Smartphone – und er baut auf Fahrten über längere Distanzen automatisch auch die nötigen Ladestopps ein. Für ein Fahrzeug der kompakten Klasse ist auch das eher außergewöhnlich.

Als wertvoll kann sich zudem die Dashcam erweisen, die der B10 ebenfalls an Bord hat. Diese Kamera zeichnet während der Fahrt automatisch das

Geschehen vor und hinter dem Auto auf, was speziell bei Unfällen relevant werden kann. In akuten Situationen hat sie stets die 30 Sekunden davor und danach gespeichert. Die Daten können über den Touchscreen einfach ausgelesen werden.


Ab 259 Euro, ohne Anzahlung

Wir halten fest: Der Leapmotor B10 bietet beeindruckend viel zu vergleichsweise moderaten Konditionen. Unser Testfahrzeug in der Pro-Max-Life-Version steht sehr gut ausgestattet für 32.400 Euro auf der Preisliste, das Basismodell liegt bei 29.900 Euro. Als Schnäppchen darf die Leasingrate betrachtet werden, mit der dieser Kompakt-SUV zum Marktstart angeboten wird: ab 259 Euro im Monat, ohne Anzahlung. Im Ernst, ohne Witz.


Technische Daten

Hersteller

Leapmotor

Modell

B10 Pro Max Life

Antriebsart

Elektro

Leistung

160 kW / 218 PS

Maße / Gewicht

4515 x 1885 x 1655 mm / 1845 kg

Antriebsachse

Hinterrad

Türanzahl

5

Kofferraum­volumen

420 - 1300 l

Reichweite

434 km (WLTP)

0-100 km/h

8 Sekunden

Spitze

170 km/h

Preis

32.400 €

Fotos: Leapmotor

 
 
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